Sa

18

Jul

2015

Dominikanische Republik

Die letzten Tage unserer Reise wollten wir nochmal vollkommen entspannen. Dafür haben wir einen klassischen All-Inclusive-Urlaub in Punta Cana gebucht. Diese Zeit haben wir genutzt, um uns auf die Zeit zu Hause vorzubereiten und das Erlebte Revue passieren zu lassen.

 

Mit Abschluss der Weltreise beginnt bei uns ein neuer Lebensabschnitt. Wir sind froh, diese Reise gemacht zu haben, da wir viel fürs weitere Leben gelernt haben. Jetzt freuen wir uns auf die Zeit, die noch vor uns liegt.

 

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Sa

18

Jul

2015

USA Las Vegas

01.06.2015 - 03.07.2015

What happens in Vegas stays in Vegas!

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Sa

18

Jul

2015

USA Nationalparks

Yosemite Nationalpark

Von Los Angeles ging es mit der Jahreskarte für alle Nationalparks der USA über Fresno zum Westeingang des Yosemite Nationalparks. Von dort aus fuhren wir auf die Glacier Point Road - eine der drei wesentlichen Straßen in diesem Nationalpark. Das Ziel dieser Straße ist der Aussichtspunkt „Glacier Point“. Hier hat man einen tollen Blick über das komplette Yosemite-Valley. Auch den „Half Dome“ und 2 große Wasserfälle konnte man überblicken. Ein wahnsinniger Ausblick bot sich dort. Zum Abend ging es zu unserer Unterkunft, die in einem Waldgebiet am Rande des Yosemite-Parkes lag. Die Unterkunft war ein altes, amerikanisches Haus, welches wohl vorher einer älteren Frau gehört hatte. Es war ein staubiges Waldgebiet, wo das Wild auf den Straßen und Vorgärten herumlief. Von den Nachbarn war weit und breit nichts zu sehen, so auch nichts von unserer Vermieterin Brenda. Das Haus war von innen beleuchtet und die Türen waren nicht verschlossen. Wir klopften an die Türe, jedoch meldete sich hier niemand. Als wir es uns auf der Veranda gemütlich machen wollten, kam sie in einem Mustang-Cabrio vorgefahren. Brenda - eine Frau wie aus einem Gruselkabinett, aber super freundlich - erzählte uns, dass wir vorsichtig mit dem Wasser sein sollten, da der Tank ein Leck hätte. Sie meinte weiterhin, dass wir die obere Etage beziehen und Michael - ein weiterer Gast - zur späten Stunde die untere Etage beziehen wird. Einen Schlüssel würde es nicht geben. Wir brauchten nicht abschließen. Die Gegend hier sei sehr sicher. 


Wer unseren Blog verfolgt weiß, dass Steffi des Öfteren auf dieser Reise Horrorszenarien kreiert. So auch in dieser Nacht. Man nehme Brendas Erscheinungsbild, den unbekannten Michael im unteren Stockwerk, das verlassene Waldgebiet, die nicht in Erscheinung tretenden Nachbarn, die jaulenden und bellenden Hunde, die absolute Dunkelheit, den Zustand des Hauses, die nicht abschließbaren Türen und zum krönenden Abschluss den fremden Mann in der Garage und fertig war Steffis kleine, persönliche Horrorgeschichte. Sie brachte damit René zur Weißglut: „ … Was macht der Mann Mitten in der Nacht in der Garage? … Wer ist dieser Michael? … Warum jaulen jetzt die Hunde, dass hat doch einen Grund! … Wer weiß, warum wir die Türen nicht abschließen können? …“ Sie beruhigte sich erst, als René sich ein Messer neben das Bett gelegt und die Tür mit Möbelgegenständen verbarrikadiert hat. Als dies sie beruhigte, konnte sie wieder klar denken und hatte plötzlich die Erklärung für den Mann in der Garage. Er reparierte den defekten Wassertank. Was für eine Nacht. 


Brendas Versprechen, dass am nächsten Morgen genügend Wasser zum Duschen vorhanden sei, stellte sich als falsch heraus. Trotz „Mann in der Garage“ hatten wir noch weniger Wasser als am Abend hervor. Als René Brenda darüber informieren wollte, lernten wir den mysteriösen Michael kennen. Michael hatte das gleiche Problem und Brenda bereits aufs Band gesprochen. Wir haben uns dann mit dem von Brenda am Vorabend bereitgestellten Trinkwasser gewaschen. Wir hatten uns schon gewundert, weshalb sie uns so viele Flaschen Wasser übergab. Nach dem Frühstück ließ Brenda sich aber blicken und versicherte uns, dass wir eine Nacht erstattet bekommen und es am Abend auch wieder Wasser aus der Leitung geben wird. Dies waren immerhin 100 USD und so konnten wir uns freudig auf den Weg ins Yosemite Tal machen. Wir fuhren zur Tuolumne Grove, wo es Mammutbäume geben soll. Ein kleiner Wanderweg führte an den riesigen Bäumen vorbei. Drei von ihnen waren besonders groß. Diese waren bereits 2.000 - 3.000 Jahre alt. Sehr beeindruckend. Natürlich schauten wir uns noch weitere Aussichtspunkte im Yosemite-Park an und sind den berühmten Tioga-Pass gefahren. Der Yosemite Nationalpark ist auch Heimat für amerikanische Schwarzbären. Der Park ist mit entsprechenden Mülleimern, Essenskanistern und Warnschildern ausgestattet, damit die Bären wild und somit für den Menschen ungefährlich bleiben. Es sollte unwahrscheinlich sein, dass man einen Bären zu Gesicht bekommt. Wir hatten jedoch Glück und Steffi entdeckte sogar zweimal einen Bären. Uns boten sich laufend tolle Fotomotive wie z. B. El Capitan und der Tenaya Lake. Dieser Park ist wirklich sehr schön und zu empfehlen. Leider wussten nicht nur wir das. Es war richtig viel los! 


Mammoth Lakes

An den Yosemite Nationalpark grenzt das Skigebiet Mammoth Lakes. Dieses Gebiet hatte auch landschaftlich Einiges zu bieten und so schauten wir uns eine Bergformation vom Aussichtspunkt „Minaret Vista“ an und besuchten das Nationalmonument „Devils Postpile“. Hierbei handelt es sich um eine Gesteinsformation, die durch damalige vulkanischer Aktivität und durch das Mitwirken von Gletschereis entstanden ist. Auch unternahmen wir eine Wanderung zum Rainbow-waterfall, einem Wasserfall, der an seinem Fuße tatsächlich laufend einen Regenbogen entstehen lässt. Wir wanderten im Bärengebiet, konnten jedoch lediglich Backenhörnchen entdecken.


Death Valley Nationalpark

Von Mammoth Lakes ging es weiter nach Death Valley. Während der Fahrt veränderte sich die Landschaft wieder sehr stark in eine Steppenlandschaft und das Thermometer stieg stetig. Den heißesten Punkt, den wir gemessen hatten, lag bei 48 Grad. Diese Hitze war unvorstellbar und unerträglich. Vorbei an Sanddünen fuhren wir zum Bad Water Basin, den tiefsten Punkt im Death Valley. Während wir uns in Mammoth Lakes noch über ca. 2.800 Meter befanden, waren wir nun 85,5 Meter unter dem Meeresspiegel. Außerhalb des klimatisierten Autos konnten wir es nur wenige Minuten aushalten und entsprechend kurz waren die Fotostopps. Wir entschlossen Death Valley auf dem schnellsten Weg mit einem kurzen Abstecher über den Artist-Drive zu verlassen. Bis nach Boulder City waren es noch 200 Kilometer, wo wir direkt am Hoover Dam mit Blick auf den Lake Mead abstiegen.


Bryce Nationalpark, Red Canyon, Antelope Canyon und Horseshore Bend

Von Las Vegas machten wir einen Ausflug in den Bryce Nationalpark. Hierbei sind wir an dem Red Canyon vorbei gefahren, wo wir ein paar Aussichtspunkte mitgenommen haben. Alle Aussichtspunkte im Bryce Nationalpark sind sehr gut erschlossen, so dass diese trotz der Hitze einfach zu erreichen waren, da keine großen Wanderungen notwendig waren. Unser Motel befand sich Mitten in der Wüste in „Bad Water“. Auf dem Weg konnten wir seit langem nochmal deutsches Essen genießen. Wir fanden einen Laden, der Bratwurst und Sandwiches mit Goudakäse, Donauwelle und Apfelschnecken usw. anbot. Wir schlugen richtig zu. 


Als nächste Sehenswürdigkeit stand der Lake Powell und Horseshore Bend auf dem Plan. Beim Horseshore Bend schlängelt sich der grünfarbige Colorado River um eine Canyonformation, die als Fotomotiv weltweit bekannt ist. Zum Schluss unserer Tour stand eine geführte Tour durch den Upper Antelope Canyon. Wir wurden auf einem Pickup, der schon fast ein Monstertruck war, überwiegend durch Sand zu einer Höhle gebracht. Das Sonnenlicht, welches von Oben in den Canyon hinein leuchtet, bringt die durch Wasser entstandenen Formen der Felswände sehr schön zur Geltung. Unser Guide gab uns hilfreiche Tipps, um außergewöhnliche Fotos schießen zu können.


 

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Sa

18

Jul

2015

USA San Diego bis Los Angeles

Unser erster Stopp auf dem amerikanischen Festland war die drittgrößte Stadt in Kalifornien, San Diego. Hier merkt man die Nähe zur mexikanischen Grenze. Besonders die Altstadt besitzt einen sehr mexikanischen Flair. Die Gebäude erinnerten teilweise an den wilden Westen und an historische Haziendas. Es gibt hier jede Menge Geschäfte und Restaurants. Auch das Personal ist historisch gekleidet. Und so fühlten wir uns für einen Tag in die Vergangenheit versetzt. Aber nicht nur die historische Altstadt war schön anzusehen, sondern auch ein kleines maritimes Geschäftsviertel am Hafen verleitete zum Verweilen. Die Strände in San Diego sind um Einiges schöner, als wir dachten und in La Jolla kommen Tierfreunde absolut auf ihre Kosten. Eine Bucht ist rein für Robben abgesperrt und man hat hier die Möglichkeit, die Tiere aus nächster Nähe beim Toben im Wasser und Faulenzen am Strand zu beobachten. Ein weiterer Strand war dort, wo man sich mit den Robben die Liegefläche teilen konnte. Interessant, aber nicht ganz ungefährlich. Als manche Touristen nicht den notwendigen Abstand einhielten, zeigten die süßen, dicken Tiere (zurecht) ein anderes Gesicht. Neben den schönen Seiten, die San Diego zu bieten hatte, machten wir auch eine ganz andere Erfahrung. 


Nachdem wir in Little Italy zu Abend gegessen haben, landeten wir in einem typisch amerikanischen Motel mit mehreren Stockwerken. Hier konnten wir gleich beobachten, wie ein muskulöser Farbiger mit vielen Tattoos oben ohne zu einem Taxifahrer lief und die Beiden durch Handschlag etwas austauschten. Und dieser war gleichzeitig noch unser Zimmernachbar. Ohne Vorurteile machten wir uns keine weiteren Gedanken bis urplötzlich in der Nacht es an unserer Tür hämmerte, aber niemand etwas sagte. Dann hämmerte es an unserer Scheibe. Steffi verschwand gleich unter die Decke und wollte einfach nur weg. Sie flehte René an, nicht die Türe zu öffnen und so zu tun, als ob wir nicht da wären. René versuchte Sie zu beruhigen. Steffi gingen jedoch jede Menge Horrorszenarien durch den Kopf. Später stellte sich heraus, dass unser Nachbar wohl in der Nacht weiblichen Besuch empfing, der sich wohl an der Türe bzw. am Fenster vertan hatte. Dieser Besuch war dann auch der Grund dafür, warum Steffi morgens um 05:30 Uhr im Bett saß. Wie aus einem schlechten amerikanischen Drama konnten wir die Frau schimpfen, fluchen, weinen und drohen hören. Von ihm kam ab und zu mal ein Stöhnen. Wahrscheinlich war er aus einer Drogenphase aufgewacht. Nachdem sie nach ca. 2 Stunden dann das Hotel lauthals verließ, konnte man ihn zuerst Kramen und dann 2 Minuten Jammern/Stöhnen hören. Wie in einem schlechten Film. Das Bild rundete sich später beim Auschecken noch ab, als ein Mann vor der Rezeption mit zwei erhobenen Mittelfingern der Dame seinen Unmut klar machen wollte. Als wir dann noch auf Prostituierte an der Rezeption stießen, entschlossen wir uns, aus zu checken und unser Frühstück an einem anderen Ort zu uns zu nehmen. Wir fuhren nach Oceanside und verbrachten einen schönen Nachmittag am schönsten Pier Kaliforniens. Wir hatten Glück, es war Foodfestival dort und so verbrachten wir auch den Abend in Oceanside. 


Mit einer Zwischenstation in Fallbrook ging es nach Los Angeles. Da wir in unseren Flitterwochen es versäumt haben, uns das Hollywood-Zeichen aus nächster Nähe zu betrachten, haben wir uns bereits im Vorfeld Punkte in der Karte herausgesucht, von denen aus man einen super Blick haben soll und es war auch so. Bis ganz nach oben ist nicht erlaubt, war jedoch auch nicht notwendig, um tolle Fotos schießen zu können. Nach dem wir uns nochmals die bekannten Punkte wie Walk of Fame, Dolby-Theatre und Beverly Hills angeschaut hatten ging es zu unserem Motel. Dieses glich einem Gefängnis, es gab keine Fenster und Türen an den Außenwänden. Alle Zimmer waren nach innen ausgerichtet. Wir befanden uns in einer so genannten Ghettogegend von Los Angeles wo die Geschäfte von oben bis unten vergittert und nur kleine Sprechfenster als Öffnung vorhanden waren. Wir kamen uns vor wie aus einem amerikanischen Gangsterfilm, wenn man das Treiben auf den Straßen beobachtete. Wir besuchten ein Baseballspiel in dem die Universitätsmannschaften aus Los Angeles und Arizona gegeneinander antraten. Es war ein sehr interessantes Spiel. Mit Hot Dogs und Chips verbrachten wir 3,5 Stunden lang einen typischen amerikanischen Abend und wurden bereits Teil der University Community. Unser Nachbar fragte uns, ob wir uns morgen zur Revanche auch wieder sehen würden… :-) Dabei vergaßen wir ganz, dass wir uns immer noch im Ghetto befanden. Wir mussten noch einen dunklen Weg bis zum Parkhaus laufen. Wir waren etwas beruhigter, da vor uns ein Pärchen genau den gleichen Weg hatte. Doch diese fühlten sich durch uns anscheinend ganz und gar nicht beruhigt. Man merkte, wie der Mann sehr unruhig war und sich laufend zu uns umdrehte. Als wir sie überholten, sahen wir, dass er einen Schlüsselbund als eine Art Schlagringersatz zwischen seiner Faust hatte. War dies ein Zeichen für diese Gegend? Dennoch sind wir wohlauf im Motel angekommen :-)


Natürlich vertrieben wir uns auch die Zeit am Venice Beach. Aus unserer Sicht die verrückteste Strandpromenade, die wir bis jetzt gesehen haben. Was man dort in 3 Stunden zu sehen bekommt, kann man nicht beschreiben, muss man erleben :-) Somit verging hier die Zeit wie im Fluge und wir machten uns auf zur Zwischenstation Visalia. Von dort aus werden wir in Richtung Yosemite Nationalpark aufbrechen.


 

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So

12

Jul

2015

Hawaii

Am Flughafen bereiteten wir uns schon darauf vor, dass es gegebenenfalls Schwierigkeiten bei der Einreise in die USA geben könnte, da wir noch keinen Rückflug nach Deutschland gebucht hatten. So war es dann auch. Der Beamte wollte, dass wir ein Rückflugticket vorzeigen. Als wir dies verneinen mussten, verlangte er von uns ein Ticket sofort vor Ort zu buchen. Als wir Ihm erklärten, dass wir gerade kein Internet hätten und wir den genauen Rückreisezeitpunkt noch nicht kennen, rief er seinen Vorgesetzten. Dieser - etwas strenge Zeitgenosse - betonte nochmals, dass dies nicht gehen würde, da das Touristenvisum (ESTA) nur gilt, wenn man dieses Rückflugticket vorlegt. Steffi zählte dann freudig auf, was wir alles in den USA unternehmen wollen und bereits dort erlebt haben; dass wir auf einer Weltreise seien und welche Länder wir bereits bereist haben. Wir versuchten alles, um den Beamten klar zu machen, dass wir ihr Land auch wieder verlassen werden. Dabei ließen wir uns unsere Verzweiflung nicht anmerken. Der Supervisor kommentierte spaßig unser Vorhaben, schaute sich im Computer die Daten unserer vergangenen Besuche in den USA an und gab uns dann das 90-Tage-Visum. Er konnte sich nicht verkneifen uns mit erhobenen Zeigefinger zu vermitteln, dass wir richtigen Ärger bekommen würden, sofern wir die Dauer des Visums überschreiten. Das Glück war wieder auf unserer Seite :-) 


Mit dem Visum in der Tasche lernten wir gleich zwei Deutsche Backpacker kennen und teilten uns mit ihnen ein Taxi in Richtung Waikiki Beach/Honolulu. Die Übernachtungspreise auf Hawaii passten nicht zu unseren Budgetvorstellungen. So wählten wir eine relativ günstige Variante eines Hostels im gemischten 4-Bett-Zimmer. Das waren dann immer noch 80 Dollar/Nacht. Dafür empfing uns aber ein super netter Grieche. Mittlerweile hatten wir Mitternacht und er war trotzdem super gelaunt. Als René ihn auf einen Beleg ansprach, meinte er nur: „Das fragst Du als Deutscher doch nur, weil ich Grieche bin!!!“ :-) Er gab uns ein Zimmer und meinte, wir hätten nicht das Durchgangszimmer, sondern das räumlich abgegrenzte Schlafzimmer. Es ging ab ins Zimmer. Doch was war das? Da schliefen in jedem Zimmer jeweils ein Mann fast nackt im Bett. Die machten keine Anstalten, sich durch unseren Besuch stören zu lassen. Also zurück zu unserem griechischen Freund. 


Er zählte uns 2 Möglichkeiten auf. Die Erste war: Jeder von uns solle sich zu einem der Männer ins Bett legen. Die Zweite: Er sucht nach einem neuen Zimmer für uns. Nach langer Überlegung entschieden wir uns für die zweite Möglichkeit. Dieses Mal begleitete er uns, um auf Nummer sicher zu gehen. Im neuen Zimmer das gleiche Spiel, nur dass dieses Mal ein Mann und eine Frau sich auf die Zimmer aufteilten. Der Mann sprang aber gleich auf und meinte, er würde rüber ins Schlafzimmer gehen. Unser griechischer Freund hatte sich dann verdrückt und sagte noch sinngemäß: „Gut, dass ich dieses Mal mitgekommen bin…“. Er verschwand gleich ins hintere Zimmer. So lagen wir beide Mitten in der Küche, die auch ein Durchgangszimmer für Bad/Toilette und Ausgang war. Dies gefiel uns nicht. Also besuchten wir erneut unseren griechischen Freund an der Rezeption. Wer weiß, mit wem wir es vielleicht am nächsten Tag an der Rezeption zu tun haben. Somit dann sofort klären. Er hatte vollstes Verständnis dafür, dass wir für diesen Hantier zu alt sind :-) Er meinte noch, dass Mutter und Baby entsprechende Ruhe brauchen. Und er hatte die Lösung, dass er zunächst alle anderen Zimmer belegt und unseres erst zum Schluss, also wenn es gar nicht mehr anders gehen würde. Da unsere Mitbewohner am nächsten Morgen bereits auschecken werden, hörte sich dies für uns sehr vielversprechend an.


Nachdem unsere WG-Bewohner das Zimmer verließen, versuchten wir noch etwas Schlaf nach zu holen. Schließlich hatten wir den 10.05. bereits erlebt, durch die Zeitverschiebung von 22 Stunden :-) Das inbegriffene Frühstück wurde in einer Art überdachten Einfahrt abgehalten, die auch teilweise als Garage genutzt wurde. Sehr abwechslungsreich mit Toastbrot, Marmelade oder Erdnussbutter. Zusätzlich konnte man zwischen getoastet und nicht getoastet wählen :-) Hier herrschte jeden Morgen ein bizarres Treiben. Die unterschiedlichsten Persönlichkeiten trafen hier aufeinander. Ausschlafen war hier nicht möglich, da unser Fenster in Richtung Hof zeigte und keine Scheibe, sondern nur ein Gitter besaß. Auch das Einschlafen wurde durch die abendlichen Partys zur Herausforderung. Selbst mit Ohrenstöpsel hatte man das Gefühl, dass der ein oder andere neben unserem Bett gestanden hätte. Aber wie wir bereits in den letzten Monaten gelernt haben… wir gewöhnen uns irgendwann an alles, was man zu Beginn als störend/unangenehm empfindet.


Hawaii, ein bereits vergessener Kindheitstraum von Steffi und René geht in Erfüllung. Das Aloha-Feeling: Blumenketten, tanzende Hula-Hula-Mädels, rhythmische Klänge, traumhafte Strände und Sonnenuntergänge, meterhohe Wellen und jede Menge Surfer. Zwar war das Meer gefüllt mit Surfern und an jeder Ecke konnte man diese Blumenketten kaufen, aber das war es dann auch schon, was von unseren Vorstellungen eintraf. Der Strand war schön und die Sonnenuntergänge traumhaft, aber dies erinnerte eher an irgendeinen anderen überlaufenen Strand, wie z. B. in Miami. Nichtsdestotrotz gefiel es uns hier. Für „Shopping Queens“ war es das reinste Paradies. Eine ellenlange Straße entlang des Waikiki-Beach war gefüllt von Geschäften für den großen und den kleineren Geldbeutel. So nutzte Steffi ihren immer größer werdenden Bauch gleich aus, um einen Grund für eine ausgiebige Shoppingtour zu haben. René machte dies erstaunlicherweise nichts aus, da in fast jedem Laden ein DJ aktuelle Musik spielte. 


Das Versprechen unseres griechischen Freundes hielt genau einen Tag an. Zwei junge Mädels aus der Schweiz bezogen das Schlafzimmer. Wir waren zwar nicht so richtig auf einer Wellenlänge, kamen aber gut miteinander zurecht. Besonders waren sie sehr rücksichtsvoll. Als es bei ihnen mal später wurde, gaben sie im Vorfeld Bescheid und fragten sogar nach, ob dies für uns in Ordnung sei. So war das Leben in der WG optimal für uns, da die beiden am gleichen Tag auch wie wir auscheckten.


Die Tage auf Hawaii gestalteten wir mit einer Wanderung zum Diamond-Head-Crater, einen Vulkankrater, von dem aus man einen super Blick auf Honolulu hat. Während wir am Strand Picknick machten, schauten wir den Surfern zu, spielten mit den Einheimischen Volleyball und verließen den Strand erst, wenn der Sonnenuntergang vollzogen war. Steffi wurde zwischenzeitlich von Chinesen als Fotomotiv missbraucht :-) Auch schauten wir das Museum „Pearl Harbor“ an. Der Hafen der US amerikanischen Pazifikflotte wurde im 2. Weltkrieg von den Japanern durch heftige Luftangriffe überrascht. Diese Tragödie wurde vor Ort durch multimediale Darstellung sehr eindrucksvoll aufgearbeitet. Dort haben wir uns auch die Gedächtnisstätte der USS Arizona angeschaut. Das Frack dieses gigantischen Kriegsschiffes, welches beim Angriff die heftigste Explosion erleiden musste, liegt noch heute auf dem Meeresgrund und es tritt nach über 70 Jahren immer noch Öl aus und bildet einen Film auf der Meeresoberfläche.


Am Waikiki-Beach waren die Wellen für Anfänger sehr gut geeignet und so nahmen wir spontan doch noch Surfstunden. Aus einem gebuchten Gruppenkurs wurde dann doch eine Privatstunde (zu wenig Anmeldungen). Dadurch haben wir die Privatstunde zum halben Preis bekommen. Zuerst machten wir Trockenübungen. Unser Trainer - ein reiner Muskelberg - zeigte uns alles im Schnelldurchlauf und war sehr hektisch. Wir ließen uns aber nicht dadurch stressen, da wir ja mittlerweile sehr entspannt die Dinge angehen. Dann ging es ab ins Wasser. Es ist schwieriger mit dem Board voran zu kommen, als wir gedacht haben, vor allem weil unsere Anfängerboards doppelt so lang waren, als wir. Beim Trainer im offenen Meer angekommen warteten wir auf die erste Welle. Als diese heran rollte, gab er uns einen Schubs und dann sollten wir wie vorher an Land gelernt aufsteigen. Das Aufsteigen erfolgt in drei Schritten (Aus der Liegeposition die Knie heranziehen, ein Bein nach vorne aufstellen und dann die Surferposition einnehmen). René hat gleich die erste Welle gestanden. Auch hierbei war der Trainer sehr hektisch. Er verlor bei Steffi bereits nach der 2. Welle die Nerven und sie sollte direkt mit dem 2. Schritt beginnen. Und dann hat auch sie es geschafft. Sie stand auf dem Board und die Welle trug sie, wenn auch nicht lange. Damit ging Steffi ein Traum in Erfüllung, den sie eigentlich bereits abgehakt hatte. Von Welle zu Welle wurden wir besser. Nach einer Stunde waren wir Mr. Hektik auch los und konnten auf eigene Faust noch etwas surfen. Surfen macht uns mächtig Spaß und auf einem Anfängerboard zu stehen ist einfacher als wir dachten und es ist ein unbeschreibliches Gefühl, von einer Welle getragen zu werden.


Als frischgebackene Surfer wollten wir uns nun die meterhohen Wellen anschauen, für die Hawaii bekannt ist. Dafür liehen wir uns ein Auto aus und fuhren zum bekannten Sunset Beach, North Shore ganz im Norden der Insel Oahu. Er gehört zu den schönsten Stränden, die wir auf der Insel gesehen haben. Die Sonne geht hier direkt über dem Meer am Horizont unter. Wirklich Traumhaft. Natürlich machten wir daraus einen kompletten Tagesausflug und wir erkundeten ein wenig die Insel auf der Suche nach dem Aloha-Feeling. Wir fuhren die Ostküste entlang und hielten an den beliebten Stränden „Sandy Beach“ und „Kailua Beach“. Bereits dort konnten wir die teilweise sehr gefährlich wirkenden Wellen beobachten sowie die mutigen Surfer, die versuchten, diese Wellen zu reiten. Dabei konnten wir stundenlang zuschauen, ohne das Langeweile aufkam. Spontan fuhren wir an einer „Ford-Mustang-Shelby-Show“ vorbei. Perfekt für einen Mustangliebhaber wie René. Neben einer Ausstellung von Modellen aus verschiedenen Produktionslinien gab es dort auch einen Wettbewerb, welcher Mustang den besten Motorsound hatte. René´s Herz schlug höher :-) Vom gesuchten Aloha-Feeling haben wir aber auch außerhalb von Waikiki nichts spüren können. Es machte uns aber letztendlich nichts aus, da uns die Insel auch ohne „Aloha-Feeling“ sehr gut gefiel.


 

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Do

09

Jul

2015

Fidschi

Wir wurden gleich am Flughafen mit fidschianischen Klängen von einheimischen Musikern empfangen. Auch die Sonne und die tropische Wärme empfing uns. Nach der Taxifahrt - die eher einer Sightseeing-Tour gleich kam, da der Taxifahrer uns alles über Land und Leute sowie sein eigenes Leben erzählte - genossen wir im Hotel erst einmal das eigentlich zum Standard gehörende, aber für uns gerade als Luxus geltende Bett und Badewanne. Einfach herrlich. Unser erstes Hotel lag in Lautoka. Dies ist eine Stadt, die durch die Zuckerproduktion und die dort liegende Zuckermühle entsprechend gewachsen ist. Wir wollten nicht nur das Strandleben auf Fidschi, sondern auch das wirkliche Leben der Fidschianer kennen lernen. So michten wir uns mehrere Tage in Lautoka unter das Volk. Die Fidschianer wurden mehrfach zum freundlichsten Volk der Welt gekürt. Die außerordentliche Freundlichkeit bekamen wir auch regelmäßig zu spüren. Wir wurden fast ununterbrochen angegrinst und gegrüßt. Schon fast unheimlich :-) Nach Yogyakarta kamen wir uns das erste Mal wieder vor wie eine Sehenswürdigkeit. Es waren kaum Touristen in Lautoka unterwegs. Fast die Hälfte der Bevölkerung in Fidschi hat indische Abstammung. So war der indische Einfluss in der Stadt stark zu spüren. Nach ein paar erfahrungsreichen Tagen in der Stadt ging es von Lautoka zur Coral Coast an den Strand mit einem Leihwagen. 


Den Leihwagen nutzen wir auch dazu, die Insel zu erkunden. Leider zeigte sich an diesen Tag die Sonne so gut wie gar nicht. Die Dörfer und das augenscheinliche Leben der Einwohner ähnelte stark den ländlichen Regionen in Thailand. Dort sind teilweise komplette Familien von Kindesalter an landwirtschaftlich tätig. Mit Macheten bewaffnet ging es auf die Felder. 


Im Mango Bay - Resort, welches genau am Strand lag, erwartete uns eine Bambushütte, Hängematten und das Fiji-Time-relaxte Leben. Wir bemerkten bei Abgabe des Leihwagens, dass wir trotz der langen Zeit das bürokratische Deutschland nicht abgelegt haben. So trieben wir ein Mädel, das krampfhaft versuchte, unseren Rückgabeschein auszudrucken, in die Verzweiflung. Sie wollte, dass wir ein nicht bedrucktes Blatt blanko unterschreiben und Sie würde später versuchen, den Schein darauf auszudrucken. Wir lehnten dies strickt ab, worauf hin sie den Tränen nahe war. Wir hatten uns dann letztendlich darauf geeinigt, dass wir einen handschriftlichen Zettel unterschreiben, worauf sie alle wichtigen Informationen notiert hat. Wir gewöhnten uns schnell an die Fiji-Time und so genossen wir auch trotz schlechtem Wetter die Zeit. Ein Highlight war das Korallenriff, welches sich direkt vor Ort befand. Hier konnten wir einige schöne Schnorchelgänge machen, die sonst nur per Boot erreichbar gewesen wären. So konnten wir Clownsfische, blaue Seesterne, Trompetenfische, Engelsfische usw. direkt beim Hineingehen ins Meer entdecken.


In den letzten Tagen zeigte sich dann endlich die Sonne und zeigte die komplette Schönheit von Fidschi. So ging es gleich nach dem Frühstück zum Strand und wir lernten hier nette Leute kennen, mit denen wir sehr viel Spaß hatten. Ein kulturelles Highlight war die spirituelle Java-Zeremonie. Hierbei wir ein Getränk herum gereicht, welches aus speziellen Wurzeln gewonnen wird. Steffi verzichtete sicherheitshalber auf das Getränk, obwohl die Animateure Steffi dazu animieren wollten. Eine spätere Recherche stellte heraus, dass Steffis Entscheidung richtig war. Den letzten Abend verbrachten wir dann mit Lauri und Kimi (2 von den 4 netten Leuten). Die Beiden sind noch sehr jung, aber wir kamen super miteinander zurecht. Wahrscheinlich sind wir jung geblieben und die Beiden schon reifer für ihr Alter und somit passte es perfekt :-) Zum Abschluss gab es noch eine Feuershow und ein Lagerfeuer, das wir durch Quatschen und Tischtennis fast verpasst hätten. Am nächsten Morgen frühstückten wir zusammen und fuhren gemeinsam zum Flughafen, wo sich dann unsere Wege leider trennen mussten. Es war  sehr schön, die Beiden kennengelernt zu haben.


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Sa

27

Jun

2015

Neuseeland Nordinsel

Wir fuhren mit unserem Campervan früh morgens auf die Fähre von Picton nach Wellington. Dies soll eine der schönsten Fährstrecken weltweit sein. Davon haben wir leider nichts gesehen. Es war dunkel :-)


Wir hatten unseren Campingplatz direkt am Hafen in Wellington gewählt, da wir uns das Nationalmuseum „Te Papa Tongarewa“ angesehen haben. Dort konnte man sich ohne Probleme den ganzen Tag aufhalten und durch eine Audiotour über die Geologie und Geschichte Neuseelands informieren. Wir merkten gleich, warum Wellington auch „Windy City“ genannt wird. Der Wind pfeifte uns heftig um die Ohren und ein Kochen am Gasherd unseres Campers war somit unmöglich. Wie so oft auf unserer Reise planten wir unsere Aktivitäten der Wettervorhersage entsprechend um. Letztendlich sind wir froh, dass wir nicht alle Aktivitäten im Vorfeld durchgeplant haben. Dies hatte zur Folge, dass wir vor Ort immer viel Zeit damit verbracht haben, uns zu Informieren, zu Entscheiden und zu Buchen. Im Endeffekt war dies bis jetzt aber immer der bessere Weg. So buchten wir eine 5-tägige Kanutour auf dem Whanganui-Fluss kurzerhand um. Dies stellte sich als glückliche Entscheidung heraus. So verließen wir kurzfristig die Windy City und fuhren nach Whanganui. Dort wollten wir die letzen Besorgungen für den Tripp erledigen. Das gibt es doch nicht. Da haben wir tatsächlich Karfreitag und wir haben es einfach vergessen. Im Langzeiturlaub spielt es keine Rolle, ob Wochentag, Wochenende oder Feiertag. Jeder Tag ist Feiertag :-) Zum Glück war nicht so viel einzukaufen, so dass wir auf eine Tankstelle zurückgreifen konnten. 


Grant, der Veranstalter der Kanutour begrüßte uns stilecht auf einem Quad und gab uns 6 Kanister, die für die nächsten Tage unsere Kleider- und Vorratsschränke werden sollten. Wir konnten alles darin verstauen. Nur das Zelt musste ungeschützt bleiben.


Die Whanganui-Journey startete bereits am nächsten Morgen in der Früh. Wir nahmen noch schnell eine letzte Dusche für die kommenden 5 Tage und dann konnte das Abenteuer auch beginnen. 145 km Flussabwärts auf einem Kanu lagen vor uns. Das kann für eine Schwangere doch recht anstrengend werden. ;-) YES!!! WIR sind Schwanger. Wir sind es bereits im kompletten letzten Blog gewesen. Mit Ankunft in Neuseeland, haben wir es erfahren und in Wellington bekamen wir die 100%ige Bestätigung durch einen Arzt. Wir sind sehr glücklich darüber. Das geht natürlich nicht spurlos an Steffi vorbei. Sie befindet sich seid Neuseeland in eine Art Dauerschlaf und erwacht nur für bestimmte Highlights ;-) Wir können uns aber sehr glücklich schätzen. Bis auf ihre Müdigkeit hat sie keinerlei Beschwerden. So haben wir uns entschieden die Reise weiter zu genießen auch wenn wir nun einige Einschränkungen machen müssen. Das Springen aus einem Flugzeug, haben wir erstmal gestrichen ;-) Der vor uns liegende Trip dürfte aber kein Problem sein. 


Wir starteten in Taumarunui. Unser heutiges Ziel ist das 22 Kilometer entfernte Ohinepane. Grant gab uns noch eine kurze Einweisung und schon waren wir mitten drin. Der heutige Tag führte überwiegend an hügeligen Landschaften vorbei. Noch befanden wir uns nicht im Nationalpark. An den Strömungen mussten wir immer aufpassen, dass wir nicht aufsetzten und Bäumen und Steinen ausweichen. Aber wir meisterten dies gut, obwohl das große Kanu gar nicht so einfach zu manövrieren war. Am Etappenziel angekommen machten wir unser Boot fest und schleppten die Kanister zu unserem Zeltplatz. Zunächst waren wir alleine dort, aber es kamen immer mehr. Die Ruhe war vorbei, da Zelte ja bekanntlich sehr hellhörig sind ;-) Wir nahmen unsere Tütennudeln und machten den Gaskocher an. Dabei bemerkten wir, dass wir absolute Anfänger waren. Die Tütengerichte mussten alle noch 7 Minuten weiter kochen. Wir befürchteten, dass unser Gas für die Abendessen und die heißen Getränke nicht ausreichen würde. Wir entschieden uns, auf die heißen Getränke zu verzichten, damit die Abendessen nicht in Gefahr geraten würden. Wir gingen früh zu Bett um Steffis Kräfte zu schonen, da wir am nächsten Tag 31 Kilometer vor uns hatten.


Ziel war am nächsten Tag Maharanui. Nach den Haferflocken hieß es Zelt abbauen, Tonnen packen, Boot vom Wasser befreien und los. Es gab wieder ein paar Strömungen auf der Strecke, die aber halb so wild waren. Ein quer liegender Baum im Fluss veränderte alles. Zunächst wollten wir links vorbei. Alles ging sehr schnell. Wir entschieden uns um, also rechts vorbei. Zu spät. Wir liefen mit der Breitseite gegen den Baum, legten uns noch zur falschen Seite und kenterten. Wir trieben noch ein gutes Stück den Fluss hinunter, bis wir das Boot an den Rand ziehen konnten. Das war echt Action und Adrenalin pur. Wir nutzten die Situation und gingen im Fluss baden und dann rein in neue Klamotten. Durch das Kentern hat René seine Flip-Flops verloren. Was jedoch viel schlimmer war, war dass wir unsere beiden Wasserflaschen verloren haben. Wir zerbrachen uns schon unsere Köpfe, wie wir nun das Wasser transportieren und zubereiten sollen. Es kam ein wenig Panik auf. Doch dank Steffis Adleraugen war das Glück auf unserer Seite. Wir fanden an einem Baum noch eine recht aktuelle Flasche, in der wir das Wasser mit unseren Tropfen aufbereiten konnten. Der zweite Tag neigte sich dem Ende zu und durch die ganze Aufregung waren wir hundemüde. Doch irgendetwas wollte uns nicht schlafen lassen. Es kratzte an unseren Kanistern und raschelte an unserem Zelt. René zog die Kopflampe an und er entdeckte ein Opossum, dass sich an unserem Müllbeutel zu Schaffen machte. René holte den Müllbeutel ins Vorzelt. So konnten wir beobachten, wie das Opossum wenig später mit der Pfote versuchte an den Müllbeutel zu gelangen. Diese Tiere sind in Neuseeland als Schädlinge angesehen, da sie die Wälder zerstören und sich massenhaft vermehren.


Unsere längste Etappe mit 41,5 Kilometern bis zur John Coull Hut stand uns bevor. Das Wetter spielte gut mit und die Ruhe auf dem Fluss faszinierte uns. Wir befanden uns mittlerweile im Nationalpark und die Natur war einfach beeindruckend. Vor der letzten Zwischenstation in Ohauora machte eine größere Gruppe auf einem Vorsprung Pause. Wir ließen uns davon ablenken und verfingen uns in einem Baum. Wieder standen wir kurz vor dem Kentern. Wir steckten rückwärts in den Ästen und die Strömung drückte stark gegen das Kanu. Nach kurzer Diskussion gelang uns ein geschicktes Manöver und wir konnten ohne zu Kentern aus dieser Situation flüchten. Wir ernteten sogar von der Gruppe Szenenapplaus :) Die Hut war gut besucht und dort lernten wir zwei deutsche Mädels und eine Belgierin kennen, mit denen wir noch eine Etappe gemeinsam meistern werden. Aber zunächst aßen wir unsere Instant-Nudeln und ließen den Abend mit netten Gesprächen ausklingen.


Wir starteten spät in den nächsten Tag. Heute waren es nur 29 Kilometer bis zur Hut Tiehe Kainga :-) Die Landschaft war sehr schön und wir konnten seltene Vögel beobachten. Darunter auch zwei Väter, wovon einer einfach blank zog und uns stolz vom Flussufer aus zu winkte. Dies hat uns dermaßen aus der Spur gebracht, dass wir beinahe wieder gekentert wären. Aber wir konnten uns zum Glück noch gerade so fangen :-) Am Ziel angekommen, kam René spontan die Idee, noch 11 weitere Kilometer zu paddeln, damit wir am letzten Tag nicht so früh aufstehen müssten. Steffi stimmte zwar zu, jedoch verschwanden kurz darauf ihre Kräfte. René paddelte zwar wie ein Besessener, aber alleine konnte er das erforderliche Tempo nicht machen. Steffi überwand Ihren Schweinehund und paddelte wieder kräftig mit. Das letzte Stück zog sich wie Gummi, da auch so gut wie keine Strömung mehr vorhanden war. 


Nach einer gefühlten Ewigkeit kamen wir am Campingplatz an und wurden gleich von einer relativ lauten Gruppe begrüßt. Wir ahnten Schlimmes. Party war das, was wir jetzt so gar nicht gebrauchen konnten. Wir mussten uns beim Lageraufbauen beeilen, da es bereits dunkel wurde. Als René Regenwasser zur Aufbereitung holen wollte, lernten wir die außergewöhnliche Gastfreundlichkeit der beiden Kiwi-Familien kennen. Sie versorgten uns mit frischem Trinkwasser und mit Essen. So saßen wir kurzerhand mit Ihnen am Tisch und verbrachten einen wirklich netten Abend. Sie tischten von Vorspeise über Hauptgang bis zum Kuchen als Nachtisch alles auf. Nach 4 Tagen Instant-Gerichten und Haferflocken wussten wir dies noch mehr zu schätzen. Es herrschte eine richtig lockere und familiäre Atmosphäre. Wir hatten das Gefühl, wir würden uns bereits länger kennen. Am Morgen gab es sogar noch Frühstück ans Bett. Eine Maori-Frau meinte, sie möchte das Baby füttern :-)


Es kamen dann auch die beiden deutschen Mädels und die Belgierin angepaddelt. Von hier aus starteten wir gemeinsam die letzte Etappe bis zum endgültigen Ziel in Pipiriki. Es sollten noch zwei nicht so einfache Strömungen vor uns liegen. In der ersten Strömung kenterte die Belgierin. Sie konnte nicht aus eigener Kraft zurück auf das Kayak steigen und bekam Panik. Wir mussten zunächst durch die Strömung durch, um dann mit voller Kraft zur Belgierin zu paddeln. Steffi schnappte sich die Belgierin und René drehte das Kayak um. Wir halfen ihr zurück auf das Kayak und die Rettung war perfekt. Es ging weiter und es kam die 50/50 Strömung. Also 50 % Wahrscheinlichkeit, dass man dort kentert. Alle Kanus in unserer unmittelbaren Nähe kenterten. Wir schauten uns bei den anderen an, wie wir es nicht machen sollten und so gelang uns, die starken Druckwellen der Strömung ohne Unfall zu durchqueren. Als wir dies überstanden haben, hatten wir das Ziel fast vor Augen. Dann brachen über uns die Wolken ein und es fing heftig an zu regnen. 


Am Ziel trafen wir noch die Kiwifamilie und wir verabschiedeten uns von allen sehr herzlich. Wir standen zwar wie nasse Pudel am Ziel - Grant hatte vergessen, uns abzuholen - aber nicht desto trotz waren diese 5 Tage für uns ein unvergessliches Abenteuer. Wir hatten richtiges Glück, da das Wetter in den nächsten Tagen durch stark anhaltenden Regen geprägt war. Daraufhin wurden alle weiteren Whanganui-Touren abgesagt, da der Pegel zu sehr angestiegen ist.


Leider hatte dies auch Auswirkungen auf unser nächstes Abenteuer. Das Tongariro Alpine Crossing soll zu den schönsten Tageswanderungen weltweit zählen. Jedoch ist diese sehr stark vom Wetter abhängig. Wir verharrten am Lake Tekapo (riesiger Kratersee). Die Tage vergingen und es hörte nicht auf zu regnen. Wir waren im ständigen Kontakt mit dem Veranstalter und warteten auf dessen „GO“. Wir haben uns die Zeit mit Sehenswürdigkeiten vor Ort vertrieben und besichtigten unter anderem die Huka Falls und Thermalbäder sowie verschiedene Viewpoints. Das Besondere an den Huka Falls sind die enormen Wassermassen (220.000 Liter/Sekunde), die sich durch eine Enge pressen und 10 Meter in die Tiefe schießen. Wir sind zur Bücherei gefahren um unseren Blog zu aktualisieren. Und dann passierte es. Türe zu. Schlüssel drin. So konnten wir die Bücherei dazu nutzen, um den nächsten Schlüsseldienst zu suchen. Dieser war zum Glück gerade mal 500 Meter entfernt. 90 NZD später hatten wir wieder Zugriff zu unserer Wohnung :) Langsam wurde es eng und wir standen vor der Entscheidung, ob wir weiterhin abwarten, oder unsere Route weiter fahren.


Kurz vor geplanter Weiterreise kam dann endlich das erhoffte „GO“ für die Wanderung. Wir fuhren direkt in das Gebiet, von wo aus man mit Shuttlebussen zum Startpunkt gebracht wird. In dieser Nacht erlebten wir wohl die kälteste Nacht auf unserer Reise. Wir lagen mit Schal, Mütze, doppelter Kleidung in der Bettdecke und Schlafsack eingewickelt. Die Elektrizität in unserem Campervan bekam einen Fehler und so mussten wir auch bei der Beleuchtung improvisieren.


Da haben wir über eine Woche auf diesen Ausflug gewartet und hätten in fast verschlafen. René quälte unsere alte Diesellok bis aufs Äußerste. So schafften wir es gerade noch Rechtzeitig zur Haltestelle des Shuttlebusses. Es lagen 19,5 Kilometer vor uns. Der Beginn war relativ moderat und wir merkten gleich, dass wir uns mitten in Vulkangebiet befinden. Als die Steigung begann, merkte man von Meter für Meter, wie es immer schwerer wurde. Besonders für Steffi. Aber das bereitete uns keine Sorgen, denn die Ärztin hatte uns grünes Licht gegeben. Wir hielten uns an ihren Rat, entsprechend häufig Pausen einzulegen. Das Wetter war ungemütlich. Es war stark bewölkt und der mit jedem Höhenmeter stärker werdende Wind wurde immer kälter. Wir waren froh, unser Winteroutfit zu tragen. Es gab wirklich Wanderer, die hier mit kurzen Sachen unterwegs waren. Wir wären an deren Stelle voraussichtlich erfroren :-) Mittlerweile lag Eis und Schnee auf dem Boden, was den Aufstieg anstrengender machte. Es fing sogar an, teilweise zu Schneien bevor wir die Wolkendecke durchquerten. Am Gipfel angekommen, hatten wir einen 360 Grad Nebelblick. Wir konnten also nichts sehen. Wir wussten nicht, ob wir an einem Punkt sind, wo es überhaupt etwas zu Sehen gibt, oder ob wir weiter gehen müssen. Doch dann öffnete sich wie durch ein Wunder die Nebelwand. Das Erstaunen war nicht zu überhören. Der Berg vor uns sah einfach traumhaft aus. Dann öffnete sich hinter uns das nächste Fenster, dann rechts und dann links. Wir kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. 360 Grad unfassbarer Ausblick. Die Wartezeit hatte sich mehrfach bezahlt gemacht. Wir sahen schneebedeckte Gipfel, traumhafte Kraterseen in denen die Farben nicht intensiver hätten sein können, gigantische Kraterhänge und Schwefel, der aus dem Boden aufstieg. Wieder ein weiteres Highlight auf unserer Reise!


Wir ruhten uns noch eine Nacht von dieser Wanderung aus und verließen nun endgültig Lake Tekapo und fuhren nach Rotorura. Dieser Ort ist auch wegen des stets vorhandenen Schwefelgeruchs bekannt. Bereits aus der Ferne konnten wir den Qualm sehen, der aus den Thermalfeldern aufstieg. Selbst der Stadtpark ist voll von thermalen Besonderheiten. Sehr beeindruckend. Aber wir wollten es gebündelter und intensiver. So besuchten wir die Orakei Korako Thermalfelder. Das war sehr interessant. Dort konnten wir durch die kochenden Quellen, brodelnde Gesine, wo ab und zu das kochende Wasser herausspritzte, blubbernde Schlammlöcher und von bunten Algen geformte Flächen in eine fremde Welt eintauchen. 


Unsere Route führte es weiter nach Hobbiton, den Drehort von „Herr der Ringe“ und „Der Hobbit“. Dieses Dorf war jedoch nicht frei zugänglich und übersät von Touristen. Einen Besuch ersparten wir uns daher. 


Durch die Schwangerschaft mussten wir uns mit dem Gesundheitssystem von Neuseeland in Hamilton auseinander setzen. Dies ist ein ganz anderes System, wie wir es aus Deutschland kennen. Daher haben wir hierfür mehr Zeit aufwenden müssen, als zu Hause. So standen einige Besuche beim Arzt an und wir hatten kurz das Gefühl, als würden wir nicht im Urlaub sein, sondern hier leben.


Wir mussten auf Untersuchungsergebnisse warten. Die Wartezeit überbrückten wir damit, nach Coromandel Penisula zu reisen. Hier verbrachten wir einige Tage am Meer, schauten uns die Cathedral Cove an, besuchten den Hot Water Beach (dort liegt ein heißer Stein im Erdreich, der das Meerwasser an dieser Stelle erhitzt) und fuhren dann wieder nach Hamilton, um die Ergebnisse zu erfahren. Wir merken nun stärker, dass die Schwangerschaft unsere Reise prägt. Wir empfinden dies aber nicht als negativ, sondern genießen nun die etwas geänderte Art des Reisens und unsere Schwangerschaft. 


Mit dem guten Gefühl, dass mit unserem Würmchen alles in Ordnung ist, ging es von Hamilton nach Auckland. Wir hatten nicht mehr viel Zeit und verscherbelten unser Camping Equipment noch schnell an einen Händler. Nachdem wir uns Auckland im Schnelldurchlauf anschauten und René seinen Neuseeland-Style ablegte und sich den Fidschi-Style zulegte besuchten wir noch an der Westküste von Auckland eine Gannet-Kolonie und verabschiedeten uns beim Sonnenuntergang am Meer gedanklich von einem traumhaften Land für Reisefreudige und Entdecker!


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Do

11

Jun

2015

Neuseeland Südinsel

Die Kontrollen am Flughafen in Neuseeland sind stärker als in unseren bisherigen Ländern. Wir mussten sogar in einem separaten Raum unsere Schuhe kontrollieren lassen. Dies nur, weil wir in Australien damit Wanderungen gemacht haben. Aus den Erfahrungen in Australien haben wir gelernt und uns vom Vermieter direkt am Flughafen abholen lassen. Während wir warteten merkten wir, dass die Temperaturen in Christchurch auf der Südinsel niedriger sind, als wir uns wünschten. Unser Camper war für Neuseeland im Tagessatz rund um die Hälfte günstiger als in Australien. Dafür war dieser aber mindestens doppelt so alt. So sah er auch aus. Der Innenbereich war jedoch ganz OK und größer, als wir dachten. Der Mitarbeiter war sehr nett und hat sich viel Zeit für unsere Fragen genommen. Wir hatten richtig viel zu tun um den Fehlerbericht auszufüllen, so viele Kreuzchen mussten wir auf der Fahrzeugskizze einzeichnen. Er meinte noch, dass wegen der langen Mietdauer von 59 Tagen extra neue Reifen und neue Batterien (1x Motor, 1x Innenraum) angebracht wurden. Wir fuhren mit einem guten Gefühl los. 


Christchurch ist eine Stadt, die sich im Wiederaufbau befindet. Hier hat es 2010 und vor allem 2011 schwere Erdbeben gegeben. 2011 sind hierbei viele Gebäude, vor allem im Stadtkern stark unter Mitleidenschaft gezogen worden, so dass sogar die Christchurch Kathedrale, die als Zentrum der Stadt galt, zum Abriss freigegeben werden musste. So gibt es noch viele Baustellen und die Stadt hat teilweise kaum Atmosphäre. Die Geschäftswelt musste improvisieren und so entstand eine Shopping-Mall, die rein aus Schiffscontainern errichtet wurde. Sie trägt den Namen Re-Start. Wir fanden die Idee super. Die Container sind sehr schön gestaltet und die Imbissstände in stylisch gestalteten Wohnwagen sorgen hier für eine besondere Atmosphäre. Dies war ein Zeichen dafür, dass es irgendwie immer weiter geht und es auch immer Mittel und Wege geben wird.


Wir nutzten die Zeit in Christchurch auch, um bestimmte Besorgungen zu erledigen, damit wir auf unsere geplanten Ausflüge vorbereitet sind. So musste zunächst winterfähige Kleidung her. Für die mehrtägigen Tracks benötigten wir Campingequipment, wie Zelt, Schlafsäcke, Gaskocher etc.. Nachdem die Checkliste abgearbeitet war und wir noch von einem netten älteren Pärchen die restlichen Essensvorräte eingelagert hatten, konnte die Erkundung der Südinsel starten. 


Wir fuhren also los in Richtung Timaru und dann nach Oamaru. Die Fahrt ging locker los. Aber dann kam dieses seltsame Geräusch… „Shit“ … ein Reifen ist platt. Dann muss das Ersatzrad wohl ran… Dann brach zum Überfluss auch noch der Wagenheber. Nach langem Hin und Her kam irgendwann der Pannendienst. Dieser hatte leider keinen Wagenheber dabei, obwohl wir dies in der Schadenmeldung erwähnten. Es handelte sich nicht um einen normalen Reifenplatzer, sondern das Ventil hat sich einfach aus dem Staub gemacht. Wir mussten also wieder zurück zum Vermieter, um uns dort einen neuen Ersatzreifen und Wagenheber zu besorgen. 


Unsere ursprünglich geplante Brauereibesichtigung in Timaru und das Whiskytasting in Oamaru hatte sich somit erledigt. Dafür besuchten wir einen kostenfreien Campingplatz direkt am Meer gelegen und herrlichem Ausblick. 

Wir besuchten die Moeraki Boulders. Das sind große runde Steine, welche sich direkt am Strand befinden. In Dunedin können wir die steilste Straße der Welt mit einer Steigung von 35% zu Fuß erklimmen. Unserem alten Camper wollten wir dies nicht zumuten. Manche Touristen sind dort mit Vollgas hoch gebrettert. Die armen Anwohner, welche dies täglich ertragen müssen. Es begann die Southern Scenic Route. Die Landschaft wurde immer schöner. Hügeliges Auenland, wie aus den Herr der Ringe und Hobbit-Filmen. In den Catlins und Umgebung machten wir ein paar Tageswanderungen und beobachteten dabei unter anderem Gelbaugenpinguine an der Curio Bay, besuchten eine Blowhole, die Purakaunui und Mc Lean Wasserfälle und die Cathedralcove. Die Blowhole ist eine Höhle mit einer Öffnung nach oben, während bei Flut das Meerwasser in diese gepresst wird und das Wasser nach oben schießt. Wir befanden uns fast am südlichsten Ende von Neuseeland. Entsprechend rauh und kalt war dann auch vor allem Nachts das Wetter.


Vorbei an Invercargill ging es in Richtung Te Anau. Die Landschaft dort ist unbeschreiblich schön, vor allem in den bergigen Regionen. Hier hatten wir den bislang schönsten Campingplatz mit direktem Blick auf den See zu einem unschlagbar günstigen Preis. Auch die Menge an Sandfliegen war hier glücklicherweise gering. Hier nutzen wir die Zeit um Etappen des Kepler Tracks zu wandern. Zuerst wanderten wir von Rainbow Reach nach Shallow Bay und nach Moturau (13 km). An einem anderen Tag liefen wir unsere bislang längste Tagesstrecke von 19,2 Kilometern. Es ging vom Startpunkt Control Gates bis zum Rainbow Reach. Auf diesen Strecken befanden sich Drehorte der Herr der Ringe Filme, die jedoch leider nicht explizit ausgeschildert waren. Auf einer Tour konnten wir in absoluter Dunkelheit Glühwürmchen wie kleine LEDs an den Wänden der Höhle verteilt sehen. Dies sind Fliegenlarven, die durch das Licht Insekten anziehen und dann zum eigenen Wachstum verspeisen.


Milford Sound war für uns das Highlight im Fiordland. Die Strecke dorthin mit 120 Kilometern ist das schönste landschaftliche Erlebnis, dass wir mit einem Auto gefahren sind. Auf dieser Strecke gab es so viele schöne Dinge zu sehen, so dass wir eine richtige Reizüberflutung hatten. Milford Sound selbst genossen wir mit einer Bootstour bis zum Meer und wieder zurück.


Auf geht es nach Wanaka, wobei wir gut Höhe machten und unseren Camper durch Serpentinen schleppten. Eine Kaffeepause mit Cornflakes legten wir zwischendurch in Arrowtown ein. Leider konnten wir in Wanaka die geplanten Wanderungen nicht durchführen, da dass Wetter uns einen Strich durch die Rechnung machte. Da das Camperleben bei sehr schlechtem Wetter keinen Spaß macht, nahmen wir in Twizel eine 2 tägige Auszeit und checkten in ein Motel ein, das einem Appartment ähnelte. Wir genossen diesen Luxus in vollen Zügen!


Mit neuer Kraft ging es zum Mount Cook. Wir informierten uns vorab über die dort herrschenden Wetterbedingungen. Mit dem Wetter hatten wir Glück, eine Übernachtung in der Mueller-Hut war wie geplant leider nicht möglich, da bereits ausgebucht. So entschieden wir uns spontan, den Hike an einem Tag zu laufen. Schnell stellten wir den Camper im Tal ab und begannen die Wanderung. Die Strecke begann nach ca. 20 Minuten Easy-Walk mit Treppen, die kein Ende mehr nehmen wollten. Waren diese endlich überwunden, wurde es noch schlimmer. Es zeigten keine Treppen mehr den Weg, sondern man musste sich nun über Geröll und Felsen den Weg von Wegmarkierung zu Wegmarkierung erkämpfen. Wir kamen an unsere körperlichen Grenzen, aber wollten unbedingt oben ankommen. Wir haben sogar eine Wolkendecke durchquert, die sich dann zum Glück sogar verzog. Der Ausblick war bereits jetzt einfach gigantisch. Oben angekommen waren wir richtig stolz, dies geschafft zu haben. Zur einen Seite der traumhafte Blick auf das Tal, zu anderen Seite der Wahnsinnsblick auf die Eisberge und den Gipfel des Mount Cook. Im Gegensatz zu vielen Wanderern, die Ihr Ziel (die Hut) für heute erreicht hatten, mussten wir wieder den ganzen Weg zurück bis zum Camper. Gestärkt, aber bereits jetzt mit müden Knochen bestritten wir den Rückweg. Zu Beginn war dieser auch noch relativ einfach, doch man musste sich stets konzentrieren, um nicht zwischen den Felsen stecken zu bleiben, oder auszurutschen. Mit der Zeit wurde der Abstieg zur Qual und wir waren immer noch nicht an den Treppen angelangt, die uns ca. die Hälfte anzeigten. Die Treppen gaben uns dann doch schließlich den Rest und wir waren überglücklich und total am Ende, als wir am Camper ankamen. Uns tat einfach alles weh, aber es war es absolut Wert. Zum guten Schluss mussten wir uns einreihen, um duschen zu können. Die Wartezeit dauerte mindestens eine Stunde.


Es sollte am nächsten Tag direkt weiter zum Lake Tekapo gehen. Doch spontan gönnten wir uns noch eine kurze Wanderung zum Tasman Gletscher. Unsere Beine dankten dies mit entsprechenden Schmerzen. Der Gletscher ist in den letzten 20 Jahren stark zurückgegangen. Auch hier merkt man sehr ansehnlich die heftigen Auswirkungen der Erderwärmung. Am Lake Tekapo belohnten wir unsere Beine, indem wir die dortigen Hot Pools besuchten.


Über den verregneten Arthur Pass ging es nach Greymouth an die Westküste und in den Norden nach Punakaiki, wo wir die Pancake Rocks inklusive Blowholes besuchten. Sehr sehenswert war auch die in der Nähe gelegene Foxriver-Cave. Das ist eine Höhle, die man nur auf eigene Faust mit Kopf- und Taschenlampe bewaffnet besichtigen kann. Eine richtige Gollumhöhle, dessen Besichtigung sehr abenteuerlich war. Je tiefer wir in die Höhle gelangten, desto höher stieg das Wasser und desto enger wurden die Wände, bis es irgendwann nicht mehr weiter ging. Wir erweiterten unsere Wanderung dann noch bis zum Ballroom-Overhang. Dies ist eine besonders geformte Felswand. Die Anstrengung dort hin, war es aber leider nicht Wert. Die Nacht verbrachten wir in einem Charlet mit Feuerstelle und einem Whirlpool, was wir uns zum Geburtstag von Steffi einfach mal gönnten. 


Zum Abschluss unserer Südinselreise besuchten wir den Abel Tasman Nationalpark. Wir schauten uns die Küsten, Strände an und liefen einen Abschnitt des großen Abel Tasman Tracks. Es war mittlerweile viel wärmer und es kam nochmal Strandurlaubsfeeling auf. Abel Tasman war die Reise wert, aber schaut selbst…


Unser einmonatlger Aufenthalt auf der Südinsel von Neuseeland war landschaftlich das bisherige Highlight auf unserer Reise. Würden wir alles Erlebte und Gesehene in diesen Blog aufnehmen, würde dies definitiv den Rahmen sprengen. Deshalb haben wir uns nun vielleicht zu kurz gefasst. Die Südinsel hat sehr viel zu bieten und ist definitiv eine Reise wert. Für Wanderer ist dies das Paradies und wir haben noch nicht einmal ansatzweise das gesehen, was man alles hätte sehen können. Wir sind gespannt, ob die Nordinsel dies noch toppen kann. Im nächsten Blog erfahrt Ihr mehr.


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Do

28

Mai

2015

Australien - Von Broken Hill bis zum Great Barrier Reef

Der Aufenthalt in Wilpena war intensiv und schön und hätte auch ein bis zwei Nächte länger sein können. Doch nun sollte es weiter gehen nach Broken Hill. Broken Hill ist eine Silberminenstadt im Outback und liegt wieder mehr in der Wüste als Wilpena. So wurde die Landschaft wieder kahler und es wurde richtig heiß. Mit unserer Road-Trip-Playlist fuhren wir zunächst nach „Peterborough“. Am Eingangsschild entdeckte René, dass heute dort ein Rodeo stattfindet und so warfen wir unsere Pläne über Board und kauften uns Tickets für die Veranstaltung. Auf dem Rodeo-Gelände, dass ein riesiges Steppenfeld war, konnten wir auch kostenlos die Nacht verbringen. Mit dem am Vortag bereits zubereiteten Nudelsalat und unseren Campingstühlen ging es aufs Feld. Die Atmosphäre war so, wie man sich einen Rodeo vorstellt. Das ganze Dorf schien vor Ort zu sein. Darunter viele Cowboys und Cowgirls mit entsprechenden Outfits. Zum ersten Mal hatten wir richtig viele Australier auf einen Fleck. Dafür hätten wir in Asien nur auf die Straße gehen müssen. Das Rodeo an sich war sehr interessant. Über mehrere Stunden wurde Bullenfangen, Bullenwrestling, mit Pferden auf Zeit um Tonnen rennen, Bullriding und der Ritt auf wilden Pferden vorgeführt. Wir genossen unseren Nudelsalat, ein Draft und die Freiheit, spontan an dieser Veranstaltung teilnehmen zu können. Im Anschluss spielte eine Liveband Countrymusik. Wir kamen uns vor, als wären wir auf einer Mottoparty/Karnevalsparty. Nur, dass die Leute hier wirklich so gekleidet sind. Und so hatten wir unsere ganz persönliche Karnevalsfeier. Wir hatten uns in die Nähe zu anderen Campervans gestellt. Direkt neben uns befand sich ein Zelt in dem ein stark angetrunkener australischer Typ randalierte. Er schrie gefühlte 100 Mal „Fu**…“ und warf Dinge durch die Gegend. Auch schlug er die ganze Zeit gegen sein Auto. Bei ihm befanden sich noch ein anderer Typ und ein Mädel. Als der andere Typ den Platz verließ wurde es ruhiger und wir konnten nun endlich schlafen. Um 6.30 Uhr wurden wir von einer Explosion geweckt. Wir haben die Druckwelle richtig gut spüren können. Dann kam eine Gruppe von angetrunkenen Jugendlichen, die gefühlte 100 Mal „Gooooood Moooorning“ schrien. Ab diesem Punkt entschieden wir, ohne Frühstück aufzubrechen. 


Wir fuhren dem Sonnenaufgang und Broken Hill entgegen. Durch den ganzen Trubel und die lange Fahrt waren wir recht geschafft in Broken Hill angekommen. Aber eine Pause in unserem Camper war nicht möglich, da die Sonne hier einfach zu extrem war. Man konnte es nicht aushalten. Wir suchten nach einem Plätzchen, aber egal wo wir uns aufhielten, schaffte uns die Sonne weg. Selbst im Pool merkte man, dass die Sonne einfach nur brannte. Wir verschwanden unter die Dusche, einfach weg von der Sonne und warteten auf den Sonnenuntergang. Glücklich über die abendliche Kühle beobachteten wir den außergewöhnlichen Sternenhimmel. Es ist Wahnsinn, wie klar der Himmel dort ist und wie viele Sterne man hier sehen kann. 


In Silverton, eine verlassene aber eine aus dem Film „Mad Max“ bekannte Silberminenstadt, wollten wir im historischen Silverton-Hotel zu Abend essen. Zuvor schauten wir uns den nicht weit entfernten „Mundi Mundi“ Lookout an, der auch im Film „Mission Impossible“ gezeigt wurde. Das Außergewöhnliche an diesem Ort war die Krümmung der Erdkugel, die man am Horizont erkennen konnte. Wir konnten dies auch auf dem riesigen Plateau erkennen, bevor wir von Fliegen regelrecht überrannt wurden. Wir versuchten dennoch den wunderbaren Sonnenuntergang zu genießen. Trotz der verspeisten Fliege, die Steffi leider nicht mehr ausspucken konnte, wollten wir nun im Silverton-Hotel etwas Essen gehen. Wir nutzen noch schnell die letzen Strahlen der Sonne um Fotos vom Hotel zu schießen. Als wir dann reingehen wollten war das zuvor innen beleuchtete Hotel plötzlich dunkel und es war ganz still. Merkwürdig, da sie erst in 1,5 Stunden schließen sollten. Hier hatte wohl jemand keine Lust mehr auf Gäste. Wir ärgerten uns über diese Art und Weise und machten uns auf den Weg zurück in die Stadt. Nun war es sehr dunkel und dann passierte es. Ein Känguru wechselte hoppelnd die Straßenseite. René reagierte im letzten Moment mit einer Vollbremsung. Nach diesem Schock fuhren wir sehr konzentriert und mit Schneckentempo weiter. 


Mittlerweile sind wir voll und ganz in Australien angekommen und genießen alles Neue auf unserem Road-Trip. Wir übernachten bzw. frühstücken sehr oft an den schönsten Plätzen, mit denen wir nie gerechnet hätten. Wir werden von sehr schönen Sonnenaufgängen geweckt und genießen die Sonnenuntergänge in vollen Zügen. Manchmal bekommt es Steffi zwar noch mit der Angst zu tun, wenn wir abends auf einem total verlassenen und dunklen Platz übernachten, doch dann wird sie durch einen herrlichen Sternenhimmel abgelenkt und beruhigt sich dadurch wieder. Nun ja, das traumhafte freie Campen hat auch seine Kehrseite. Das Duschen findet meist an öffentlichen Plätzen statt. So duschten wir am Strand, benutzten die Duschen der Trucker auf Tankstellen, bei MC Donalds, Saving Clubs (Rettungswachen), sonstige öffentliche Duschen oder wir gingen einfach im Meer Baden. Das ist auf jeden Fall eine Umstellung aber das Schöne was wir dadurch erleben konnten macht dies somit halb so schlimm ;-)


Von Broken Hill aus ging es zu den Blue Mountains. Diese liegen in der Nähe von Sydney. Unsere bislang längste Fahrstrecke. So mussten wir einen Rastplatz aufsuchen, der lediglich als Übernachtungsplatz galt. Da die meisten Menschen in Australien an der Ostküste leben, wurden die Städte von Mal zu Mal größer und die Landschaft auch wieder grüner und bergiger. Während unseres Aufenthaltes in den Blue Mountains spielte das Wetter so gar nicht mit und es schüttete teilweise wie aus Eimern und hörte nicht mehr auf. Im Outback, hielten wir es nicht aus vor Hitze und hier wiederum war es recht kühl und feucht. Um uns die Blue Mountains dennoch bei schönem Wetter anschauen zu können, verlängerten wir unseren Aufenthalt. So hatten wir einen Tag, an dem wir uns die „Katoomba-Falls“ und die „3 Sisters“ anschauten. Die „3 Sisters“ bestehen aus einer Bergformation, die durch drei nebeneinander liegende Felssäulen zum Weltnaturerbe ernannt wurde. 


Als Nächstes ging es zu einem Campingplatz, der in einem Nationalpark mitten in Sydney liegt. Ein Vorschlag von Mario, ein alter Klassenkamerad, der nun in Sydney lebt und arbeitet. Sydney ist eine traumhaft schöne Stadt, die nun zu unseren Lieblingsstädten gehört. Wir hatten wunderbares Wetter und so schlenderten wir über die Harbour Bridge, spazierten durch das Viertel „The Rocks“ (erste Siedlung von australischen Gefangenen) und schauten uns den Hafen und von dort aus die berühmte Oper von Sydney an. Wir beobachteten das Treiben der Menschen im Park. Die Atmosphäre war sehr schön und obwohl es Australiens größte Stadt ist, wirkt irgendwie alles ziemlich entspannt. Wir trafen Mario nach 10 Jahren am Darling Harbour in seinem Stammlokal und verbrachten einen netten Abend mit alten und neuen Geschichten. Wir vergaßen ganz die Zeit und so passierte es, dass wir keinen Zug mehr bekommen konnten und somit das erste Mal Couchsurfing bei Mario ausprobierten. ;-) Das war unsere Rettung. 


Wir (natürlich auf Wunsch von Steffi) schauten an einem anderen Tag „50 shades of grey“ im Kino. Es fehlten hier aber die Nachos und Freundinnen. Irgendwann merkten wir aber nicht mehr, dass der Film auf Englisch war. Es war richtig cool noch einmal im Kino gewesen zu sein.


Wir trafen uns auch mit Swapna, die für 2 Jahre in Sydney arbeitet. Nach einem Abendessen, zeigte sie uns das Nachtleben von Sydney. So besuchten wir die Opera-Bar. Hier hat man einen tollen Blick auf die Oper und die Harbour Bridge bei Nacht. Leider machte eine Fledermaus auf Swapna groß und das nur, weil René ein Opossum fotografieren wollte. Sie „trug“ es mit Humor ;-) Auch dieser Abend verging viel zu schnell, doch dieses Mal verpassten wir nicht den letzten Zug :)


Auch der Aufenthalt in Sydney hätte durchaus länger sein können. Aber wir mussten uns weiter auf den Weg machen. Unser Ziel ist der Ort Bundaberg an der Ostküste über Brisbane. Also noch eine ganz schön weite Strecke. Wir fuhren also von Sydney in Richtung Norden die Ostküste entlang. Unser erster Stopp war das Örtchen „Byron Bay“, eine absolute Surferhochburg. An jeder Ecke konnte man Surfläden, junge Surfer sowie alte, durchlebte Surfer beobachten. Viele waren mit diesen typischen alten Surfer-Campervans unterwegs. Wir verbrachten den Tag am Surfer-Beach. Die Strömung war sehr stark und wir versuchten uns gegenseitig von der Strömung nicht wegreißen zu lassen. Das war garnicht so einfach, obwohl wir nur bis zur Hüfte im Wasser standen. Unser Rastplatz an diesem Abend war sehr überfüllt und wir konnten gerade noch einen Platz bekommen. Das war heftig, hier wurden sogar Zelte, Raclettes, Gasherde usw. aufgestellt. Auch stand uns gegenüber ein Camper, der günstige Haarschnitte anbot. Morgens, stand plötzlich ein Frühstückswagen auf dem Platz. Es fehlte hier also an nichts …


Mit ein paar schönen Kaffee-Stopps an der Gold Coast und vorbei an Brisbane ging es zum Rainbow Beach. Das ist ein Naturschutzgebiet genau am Strand gelegen, von wo aus man auf Fraser Island schaut. Wir suchten uns einen 2WD-Platz gleich am Meer. Und prompt blieben wir im Sand stecken. Die Räder drehten durch. Die Nachbarn waren aber gleich zur Stelle und halfen beim Anschieben. Nachdem wir dann richtig standen, erkundeten wir noch etwas die Halbinsel. Wir trafen auf einen Fischer, der gerade einen riesigen Fisch in der Hand hielt. Er erzählte uns den Sinn des Lebens und vermasselte Steffi gleich die Freude aufs morgige Plantschen. Krokodile und Haie würden sich neuerdings hier aufhalten und schuld sei nur der Klimawandel. Er konnte auch einen deutschen Satz, worauf er sehr stolz war und mit uns einschlug: „Sollen wir ein Wildschwein jagen?“ Dieser Satz passte so perfekt zu seinem Erscheinungsbild :D

 

Nach einem kleinen Lauf am Strand, entdeckten wir einen noch schöneren Platz am Meer. Hier waren auch die Wellen wieder um einiges stärker und so brauchte Steffi keine Angst vor Krokodilen zu haben. Noch schnell ein Bad im Meer und wir wechselten den Platz. Hierbei passierte uns jedoch, dass wir uns richtig fest fuhren und jeder Versuch des Befreiens es nur noch schlimmer machte. Uns blieb nichts anderes übrig, unseren einzigen Nachbarn um Hilfe zu bitten. Bevor wir ihn ansprechen konnten, kam er schon mit einem Abschleppseil angelaufen. Sehr hilfsbereite Leute hier. Ruck zuck hingen wir am Seil und wurden durch den großen Geländewagen aus dem Sand gezogen. Dabei wurde leider die Stoßstange des Campers beschädigt. Während wir den restlichen Tag am Meer verbrachten, kam unser Nachbar nochmal zum Einsatz, indem er einen fest gefahrenen Geländewagen aus dem Sand ziehen musste. Wir ließen den Abend am eigenen Lagerfeuer bei Würstchen und Salat ausklingen. 


Es gibt doch tatsächlich keinen Ort, wo nicht irgendeine Plage herrscht. So wurden wir beim letzten Frühstück von kleinen Fliegen angegriffen. René meinte sogar, dass sie pieksen würden. Wir machten uns aber keine weiteren Gedanken. Später waren unsere Arme und Beine von vielen kleinen Flecken übersät, die sich zu größeren Flecken entwickelten und starken Juckreiz auslösten. So haben wir das erste Mal Erfahrungen mit Sandfliegen gemacht. Diese Erfahrung muss man aber nicht unbedingt machen.


Dann ging es nach Bundaberg in Queensland, unserer letzten Station in Australien. Von hier aus wollten wir das Great Barrier Reef ertauchen. Die Wahl des Tauchspots fiel auf die Koralleninsel „Lady Musgrave-Island“. Das Boot hierfür startet vom Hafen der Stadt „Town of 1770“, wo James Cook mit seiner Mannschaft damals anlandete. Es ist weltweit der einzige Ort, dessen Namen nur aus Ziffern und nicht aus Buchstaben besteht. Steffi war sehr nervös, da dies der erste Tauchgang nach unserer Prüfung war. René hatte jedoch dafür kein Ohr. Er musste sich voll und ganz auf die 90-minütige Fahrt konzentrieren, um bei relativ starkem Seegang nicht seekrank zu werden. Da das Schiff sehr prompt auf die Wellen reagierte, fühlte es sich an wie auf einer Achterbahn. Mehrere Fahrgäste mussten sich übergeben. Pünktlich zum Kaffee und Kuchen ging es René dann schon wieder besser :) 


Für uns ging es nach Ankunft direkt in den Taucherbereich, wo wir unser Equipment ausgehändigt bekamen. In Steffis Taucheranzug befand sich eine Kakerlake… iiiihhh… Steffi bekam einen Schock und schrie laut auf, als diese an ihrem Bein hoch krabbelte :) Den nächsten Schock bekam sie, als unser Instruktor mitteilte, dass sich im Gewässer auch Riffhaie befinden. Der erste Tauchgang verlief an der Riffwand und ging 17 Meter tief. Der Verlauf ging jedoch ein wenig in die Hose. Steffi bekam zu Beginn keinen negativen Auftrieb (sie ging also nicht unter). René machte sich Sorgen und wurde unruhig. Dadurch war seine Atmung unruhig und intensiv. Dies hatte zur Folge, dass René und Steffi ziemlich früh wieder aufsteigen mussten, da René bereits nach 30 Minuten statt eigentlich nach 45 Minuten am Reservedruck angekommen war. Dennoch konnten wir kurz vor Aufstieg einen Mantarochen sehen. Das war sehr außergewöhnlich für uns. Auch die Korallen waren sehr schön und wir konnten viele bunte Fische beobachten. Der 2. Tauchgang erfolgte im Inneren Bereich des Riffs. Dieses Mal lief es viel besser und wir konnten uns bei 6 Meter Tiefe auf die Unterwasserwelt ganze 44 Minuten konzentrieren. Viele bunte Korallen und Fische sowie am Ende auch relativ große Fische direkt unter der Station konnten wir sehen. Bei beiden Tauchgängen konnte man aber leider auch die Folgen der Umweltverschmutzung und des Klimawandels erkennen. Wer das Great Barrier Reef in seiner farbenfrohen Pracht noch erleben möchte, sollte sich beeilen. Wissenschaftler behaupten, wir seien die letzte Generation. 


Dann war unsere Zeit in Australien auch leider vorbei. Es ging zurück nach Brisbane, wo wir den Camper problemlos zurück geben konnten (René konnte die Stoßstange erfolgreich mit Politur wieder in Stand setzen). Australien war für uns eine neue und aufregende Erfahrung. In den 6 Wochen und 6.480 Kilometern haben wir Australien von verschiedenen Seiten kennen gelernt. 


Nun sind wir auf Neuseeland gespannt und freuen uns auf die etwas kühleren Temperaturen.


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Fr

15

Mai

2015

Australien - Richtung Flinders Ranges

Nachdem wir die letzten aufregenden Tage verarbeitet hatten, konnte unser Roadtrip mit einem neu erworbenen Audio-Kabel und einem groben Plan weitergehen. Wir haben uns an das Camperleben gewöhnt und genießen die neue Freiheit in vollen Zügen. Unser nächster Stopp führte nach Warrnambool. Hier legten wir uns zur Walbeobachtung auf die Lauer. Uns war schon bewusst, dass die Wal-Saison (Mai bis Oktober) noch nicht begonnen hatte, aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Nachdem wir leider kein Glück hatten, fuhren wir weiter nach Cape Bridgewater und schauten dort einer Robbenkolonie bei ihrem Tun zu. Auf dem Weg dorthin hatten wir das Glück und wurden von einem Wallaby begrüßt. Es war sehr ängstlich und so schossen wir lediglich ein Foto und zogen weiter. Wir überquerten die Staatsgrenze und befanden uns nun in South Australia. Kurz vor der Grenze wurden wir durch Schilder mehrfach darauf hingewiesen, kein Obst oder Gemüse einzuführen und dies in bereit gestellten Containern zu entsorgen. Einfach verrückt. Wir waren gerade einkaufen und sahen es nicht ein, die Lebensmittel zu vernichten. Wir gingen das Risiko ein, erwischt zu werden. Das war aber nicht der Fall. Durch die Grenzüberquerung fand sogar eine Zeitverschiebung um eine halbe Stunde statt. Hier sieht man die gewaltige Größe des Kontinents. Wir sind jetzt bereits über 1.000 Kilometer gefahren. Es ist einfach unvorstellbar, wie lang die Straßen sein können. Die Gegend verändert sich immer wieder. Von Steppen über Graslandschaften und Getreidefelder bis hin zu riesigen Wäldern. Riesige Viehbestände auf den Feldern. In Mount Gambir schauten wir uns den Blue Lake an, der wirklich richtig blau war! Hahndorf war für uns als Deutsche eine lustige Sehenswürdigkeit. Der Ort war ganz im Deutschen Stil aufgebaut! Es gab dort ein Hofbräuhaus und Läden mit ausschließlich Produkten aus Deutschland. Adelaide schauten wir uns nur aus der Ferne vom Mount Lofty aus an. Dank tollem Wetter hatten wir einen grandiosen Ausblick.


Um zum Weingebiet Clare Valley zu gelangen, fuhren wir durch ein noch größeres Weingebiet mit dem Namen Barossa Valley. Rebstöcke so weit das Auge reicht! In Clare Valley verbrachten wir ein paar Tage um dort ein paar australische Weine zu testen. So machten wir uns an einem Tag samt Lunchpaket zu Fuß auf und besuchten ein paar zuvor von René ausgewählte Winzer. Die Wanderung bestritten wir nicht alleine. Viele aufdringliche Stubenfliegen begleiteten uns den ganzen Weg entlang. Es standen insgesamt 4 Winzer auf dem Plan. Der erste Winzer hieß "Crabtree" von 1984. Ein kleiner Betrieb, der damit warb, alles von Hand herzustellen. Wir probierten einen Riesling, den der durch Glockenschlag gerufene, sehr nette Mann uns empfohlen hat. In dem schönen Hof mit Blick auf die Weinfelder genossen wir unseren ersten Riesling. Der Winzer „Shut the Gate“ war unsere zweite Anlaufstelle. Durch den ersten Wein war die Wanderung dorthin im Nu vorbei. Mit einem älteren Pärchen probierten wir einen Riesling und einen Rosé, den wir in einem schön gestalteten Garten des Winzers genossen haben. Wir hätten hier besser nur einen Wein getrunken. Den nun wurde der Weg zum 3. Winzer umso schwieriger. Dank unseres Lunchpaketes kamen wir wieder schnell zu Kräften. Als wir am „O’Leary Walker“ ankamen, deutete die lange Einfahrt bereits darauf hin, dass dies kein kleiner Hersteller ist. Der Verkaufs- und Verköstigungsraum machte auch einen professionellen Eindruck. Wir entschieden uns dort erneut für einen Riesling und hatten einen tollen Ausblick auf riesige Weinfelder. Trotz gegönnter Käsedip-Platte entschlossen wir, die letzte Weinstation ausfallen zu lassen. Wir hatten genug ;-)


Sobald die Sonne untergeht, versammeln sich genau vor unserem Camper auf einem laubfreien Baum hunderte von Rosakakadus, die alle wie wild durcheinander zwitscherten. Die letzten drei Abende haben wir sie beobachtet und es stellte sich ein Muster heraus. Sie versammeln sich mit und mit auf diesem Baum und werden sichtlich immer nervöser. Kurz bevor die Sonne ganz verschwindet, fliegt ein großer Schwarm von einem anderen Baum los und bei erreichen unseres Baumes schließen sie sich zusammen, drehen 3 Runden und fliegen dann zu einem weiteren Gemeinschaftsbaum, wo sie dann übernachten. Einfach herrlich, sie dabei zu beobachten. Endlich können wir die Zeit mal richtig sinnvoll nutzen :-)) 


Mit diesen tollen Eindrücken in der Tasche ging es weiter direkt in den Norden ins Outback in die Stadt Leigh Creek. 500 Einwohner in einem Ort, der in den 80er Jahren durch Braunkohleabbau umgesiedelt wurde. Durch dieses Kohlerevier werden 40% der Stromversorgung vom Staate „South Australia“ sichergestellt. Jeden Tag wird ein Zug mit 2,6 Kilometern Länge gefüllt und in Richtung Port Augusta geschickt. Vorbei an Port Augusta wurde die Umgebung immer wüstenähnlicher. Es kam vor, dass wir Stunden lang fuhren, ohne das irgendjemand uns entgegenkam, oder sich hinter uns befand. Hin und wieder konnte man verweste Kängurus, Emus und Ziegen am Straßenrand liegen sehen. Diese Straße verschwand am Ende des Horizontes und durch die Hitze wirkte alles verschwommen. In den kahlen Bereichen konnte man hin und wieder kleinere Sandwirbelstürme sehen. Es ist ein sehr beeindruckendes Gefühl, alleine und verlassen durch das Outback zu fahren. Trotz großer Vorräte an Wasser und Nahrung war der Gedanke beängstigend, auf dieser Strecke liegen zu bleiben. Aber es ist alles gut gegangen und wir erreichten den gemeinnützigen Campingplatz am Rande des Ortes. Wir lernten gleich Scotty und seinen Hund Fog kennen. Scotty ist ein alter, abgemagerter, von Wunden gezeichneter, liebenswerter Rinderhirte, der im Outfit eines Rangers uns begrüßte. Wenn die Saison für die Rinder vorbei ist, lebt er in einem Wohnwagen auf dem Platz mit einer Fliegenplage und einer riesigen Schlange als Nachbar. Wir brauchen aber keinerlei Angst zu haben… Die Schlange würde den Campingplatz nicht überqueren, aus Angst vor Greifvögeln. Er war sichtlich überrascht, als wir für 5 Nächte buchten. Ja, wir möchten 5 Tage im Nichts verbringen. Nur wir, das Outback, die absolute Hitze und ab und zu das Freibad im Dorf. Auf dem Campingplatz sowie im Freibad waren wir die überwiegende Zeit alleine. 


Nachdem wir vergeblich versuchten, die unbefestigte Straße zu überwinden um zum Aroona Dam zu gelangen, fragten wir bei der Info nach einer alternativen Route. Am Ende war es Scotty, der uns zusicherte, dass wir auch mit einem nicht 4WD diese Straße befahren können. Wir sollten nur die Geschwindigkeit von 15 km/h nicht überschreiten. Also machten wir uns auf den Weg dorthin. Die Fahrbahn war zwar teilweise mit großen Steinen versehen, aber wir kamen ohne einen Schaden an. Wir trafen einen netten Mitarbeiter vom örtlichen Energieversorger, der uns ein paar hilfreiche Tipps gab. So meinte er, dass wir den geplanten Rundweg nicht gehen könnten, da die Hinweisschilder einen Monat zuvor durch einen Starkregen weggeschwemmt wurden. Wir würden also verloren gehen. Toll! :) Gleichzeitig erzählte er uns dass sich dadurch wilde Ziegen auf dem Gelände befinden, die nun alle eingesammelt werden müssen. Wir schauten uns den wirklich schönen Stausee an und entschlossen, dennoch ein Stück zu Wandern. Wir hofften, Wallabys zu sehen und orientierten unsere Strecke an einem Fluss. Steffi platzierte noch rosa Bändchen als Wegmarkierungen zur Sicherheit. Auf der rechten Seite auf einem Hügel befand sich ein Feld. Dort lag eine verendete Kuh und ein totes Wallaby, welches sich anscheinend im Zaun verfangen hatte. Auf dem Berg stand ein Ziegenbock, der uns beobachtete. Steffi sagte noch zu René: „Schaue mal da! Eine Ziege!“ und winkte ihr zu. Darauf hin kam der schwarze Ziegenbock in einem rasanten Tempo den Berg herunter galoppiert, so dass Steffi Panik bekam und die Füße in die Hand nahm. René verstand die Welt nicht mehr und lief hinter Steffi her. René hatte Schwierigkeiten, mit Steffi mitzuhalten. Er hatte sie zuvor noch nie so schnell rennen gesehen. Als wir dann nach einer langen Geraden einen Berg hinunter und einen Fluss überquert hatten, stand der Ziegenbock bereits am Kopf des kleinen Berges. Er muss richtig aggressiv gewesen sein, sonst hätte er uns nicht eingeholt. Der Bock schaute uns von dort an nur noch an und lief wieder zurück den Berg hinauf. Steffi war fertig mit der Welt. René dachte, der Ziegenbock wolle nur schnell zu uns um zu sehen, ob er etwas zu Essen von uns bekommen würde. Doch die Gefahr, die Steffi sah, dass er uns aus seinem Gebiet rammen wollte, war auch nicht unwahrscheinlich. So liefen wir vorsichtig weiter den Fluss entlang. Und dann… was stand dort neben einem Baum? Ein Wallaby in freier Laufbahn. Wir schlichen uns Schritt für Schritt heran. Immer mit einem Auge in Richtung des Ziegenbergs. Irgendwann bemerkte es uns und hoppelte davon. Der Ärger mit der Ziege hatte sich dann doch noch gelohnt! 


Nachdem wir im Dorf nun bekannt und integriert waren, ging es schon weiter nach Wilpena/Flinders Ranges. Die Steppenlandschaft veränderte sich auf dem Weg dort hin mehr und mehr zu einem dichten Waldgebiet. Nun konnten wir Kängurus während der Fahrt auf den nahe gelegenen Feldern sehen (Wir hätten uns die Aktion mit dem Ziegenbock also sparen können). Im Nationalpark angekommen, überfiel uns eine Horde Moskitos. Da waren uns die Fliegen aus dem Outback schon lieber. Wir wollten Wilpena für ein paar Wanderungen nutzen. Und so entschlossen wir uns, gleich nach Ankunft für ein kleine Runde (8 Kilometer). Die Wanderung beinhaltete zwei Aussichtspunkte von denen aus man Wilpena Pound sehr gut erkennen konnte. Wilpena Pound ist eine Bergformation, die ein natürliches Amphitheater bildet. Im Inneren ist teilweise dichter Wald und teilweise Grasband vorhanden. Auf dem Weg konnten wir wieder Wallabys und Ziegen in freier Wildbahn beobachten. Ab und zu standen sie unmittelbar vor uns. Am ersten Aussichtspunkt kam ein Insekt zum Vorschein, welches wir nicht unbedingt sehen wollten. Eine riesige Spinne hat ihr Netz gespannt. Mit entsprechendem Sicherheitsabstand konnten wir dennoch die Aussicht genießen. 


Im Nationalpark sind einige Kängurus unterwegs. So war es nicht unüblich, dass mehrere Kängurus vor deinem Camper frühstücken, während du frühstückst. So war es jedenfalls bei uns. Für heute hatten wir uns eine Wanderroute ausgesucht, die 14,6 Kilometer lang ist und 1.150 über den Meeresspiegel ragt. Die Dauer war für 6 Stunden angesetzt. Der Name der Route lautet „St. Mary Peak“ und wird uns noch lange in Erinnerung bleiben. Mit Broten, genügend Trinkwasser und 50er Sonnenmilch eingecremt machten wir uns auf den Weg. Nach ein paar Metern trafen wir ein Pärchen aus Frankreich. Sie waren sich unschlüssig, welche Route sie gehen sollen. Ihre Fragen waren mehr auf „nice view“ bezogen als auf die Frage der Dauer und Machbarkeit. Sie sahen beide nicht sehr sportlich aus. Es gab auch noch eine längere Route mit 21,5 Kilometern. Nachdem wir erwähnt haben, dass wir den Outside-Trail wandern und das dieser schon sehr anstrengend zu sein scheint, meinte er nur: „14 oder 21 Kilometer … das spielt keine Rolle…“ … So so. Wir nahmen es hin und dachten nur: „Lass sie mal machen…“. Wir haben auch gesehen, dass sie nur eine Flasche Trinkwasser dabei hatten. Wir machten uns weiter auf den Weg. Die Strecke begann recht einfach. Ein breiter Waldweg. Die Sonne war bereits am Morgen so stark, dass wir uns entschieden, viele Trinkstopps zu machen. Wir hatten insgesamt 6 Liter dabei. Bei unserem ersten Trinkstopp wurden wir von den Beiden glatt überholt. Sie hatten sich für die gleiche Route entschlossen. Sie legten ein gutes Tempo vor und René und Steffi begannen damit, Wetten abzuschließen. Schaffen sie es oder brechen sie ab. René war sich relativ sicher, dass sie abbrechen werden, somit wettete Steffi dagegen. Der Verlierer muss Geschirr abwaschen inkl. abtrocknen. Eine neue Aufgabe seit dem Camperleben. Eine ganze Zeit lang war von den Beiden nichts zu sehen. Wir liefen trotz der Wette unser eigenes Tempo und genossen die schöne Landschaft. 


Nach ca. 5 Kilometern veränderte sich der Weg. Es wurde steiler und steiniger. Durch die Hitze war der plötzliche Aufstieg eine echte Qual. Der Weg veränderte sich so stark, dass wir teilweise klettern mussten. Wir legten nun öfter Stopps ein, bei denen wir unser Herz heftig schlagen hörten. Steffi wurde zeitweise schwindelig, so dass wir anfingen unser zuckerhaltiges Getränk zu uns zu nehmen. Wir hatten das Gefühl, nicht wirklich voran zu kommen. Alle 200 Meter kam eine Wegmarkierung. Im Gegensatz zu vorher benötigten wir nun mindestens die dreifache Zeit. Die Steigung und der Weg schienen kein Ende zu nehmen. Doch in der Ferne sahen wir die beiden Franzosen und dies gab uns einen Motivationsschub. Nach kurzer Zeit hatten wir sie eingeholt und bemerkten, dass sie sich stritten. Er, sehr ehrgeizig und sie, am Ende mit ihren Kräften. Auch als wir meinten, dass der Weg sehr anstrengend sei, sagte er sinngemäß: „Nicht für mich aber nur für sie…“ René schien sich seiner Wette immer sicherer zu werden. Die letzten 400 Meter bestanden nur noch aus Klettern und wir konnten keine Wegmarkierung mehr sehen. Unser Ziel war so nah und das war richtig schön. Die letzten Meter wanderten wir nun zu dritt. Er wartete nicht mehr auf seine Freundin. Leicht hatten wir das Gefühl, einen falschen Weg eingeschlagen zu haben. Dies stellte sich auch gleich als richtig heraus, als wir das Mädchen dann plötzlich vor uns hatten. Er gab Vollgas um als Erster am Gipfel zu sein und René hatte somit die Wette verloren. Erleichtert darüber, oben angekommen zu sein, aßen wir erst einmal unsere Brote, während die anderen fleißig Fotos schossen. Wir entdeckten in der Ferne dunkle Wolken. Nun machten wir auch Fotos und bewunderten den wahnsinnigen Ausblick. Dabei bekam René etwas Höhenangst und wir gingen an eine Stelle, wo wir festen Untergrund hatten. Die Aussicht war grandios. Man konnte im 360 Grad Winkel die Landschaft betrachten und die Kesselform von Wilpena Pound sehen. Leider konnten wir dies nicht lange genießen. Ein Gewitter zog auf. Steffi war das nicht geheuer und suchte einen Unterschlupf. Dann fing es auch schon an zu regnen und wir haben keinen passenden Unterschlupf gefunden. Mit den übergezogenen Regenjacken saßen wir an einem Felsen unter einem kleinen Baum, der uns etwas schützte. Doch der Boden wurde sehr rutschig, so dass wir uns nicht mehr richtig halten konnten, da wir dort hockten. René schaute nach einem weiteren Unterschlupf, aber leider lies sich nur eine Höhle finden. Dort bestand jedoch die Gefahr, auf gefährliche Tiere wie etwa Schlangen zu treffen. Die Franzosen nutzten den Regen, um deren Trinkflasche wieder auf zu füllen. 


Also beschlossen wir, den Rückweg anzutreten. Nun ging es bergab und alles war durch den Regen sehr rutschig geworden. Auch war es wesentlich dunkler als vorher. Nun blitzte und donnerte es genau über uns. Eine leichte Hektik war zu spüren und wir versuchten, uns zu beeilen und dennoch ruhig und sicher den Weg zu bestreiten. Teilweise war es so steil, dass wir auf allen Vieren den Berg herunter mussten und wären wir abgerutscht … Wir merkten auch gleich, dass wir ähnlich wie beim Hinweg den falschen Weg eingeschlagen haben. Doch nun hatten wir keinen Anhaltspunkt. Wir sahen nur Felsen, Bäume und Abgrund. Wir kletterten rein nach Orientierung. René voran… und wenn er einen festen Stand hatte, half er Steffi. Mit der Angst, vom Blitz getroffen zu werden, kam nun noch die Angst dazu, dass wir uns verlaufen haben. Die Steine wurden immer höher und dadurch schwieriger zu erklimmen. Die Sträucher wurden immer dichter. Die Gefahr, dass hier Schlangen oder Spinnen sein könnten wurde zur Nebensache. Als wir an einem Steinfelsen ankamen, über den wir nicht hinweg blicken konnten, kletterte René erst einmal alleine. Dabei zerriss seine Hose. Als René sah, was hinter dem Steinfelsen war, kam er zurück und sagte: „Hier geht es nicht weiter!“ René dachte nur: „Hoffentlich finden wir hier nochmal heraus!“, erwähnte dies aber nicht vor Steffi. Steffi bekam Panik und war kurz davor zu weinen. Als René dies merkte, sagte er nur: „Nein, auf keinen Fall! Du fängst jetzt bloß nicht an zu Heulen! Nicht jetzt! Das hilft uns nicht weiter! Wir müssen die Nerven behalten und schauen, dass wir so schnell wie möglich hier raus kommen! Wir gehen den Weg zurück und fangen oben von vorne an und suchen die Wegmarkierung!“ Steffi war froh, dass René die Nerven behalten hatte, aber gleichzeitig hatte sie das Gefühl, keine Kraft mehr für einen erneuten Aufstieg zu haben. Dies merkte man auch daran, dass sie nicht voran kam und René schien dies zu beunruhigen. „Schatz beeile dich etwas, wir müssen vor Dunkelheit hier weg sein!“ Steffi erwiderte sehr weinerlich: „Ich kann nicht mehr!“ und schaute sich um. „Wohin schaust Du die ganze Zeit, siehst Du irgendetwas?“… „Falls nicht, dann komm weiter!“. Steffis Blick war wieder auf den Gipfel gerichtet und konnte nun eine Wegmarkierung sehen. Voller Euphorie versuchte Steffi, René die Wegmarkierung zu zeigen doch er konnte sie nicht sehen (in Stolberg sagt man „Schäl“ dazu). Steffi hatte Angst die Orientierung zu verlieren, sobald sie vom Felsen abgestiegen ist, da dies nicht zu ihren Stärken zählt. Wir kletterten nach Steffis Orientierung und kurz bevor Steffi unsicher wurde und glaubte, die Richtung nicht mehr zu wissen, konnten wir Beide die Wegmarkierung sehen. Wir waren endlich wieder auf Kurs! 


Wir waren total erleichtert darüber, dass wir nun auf dem richtigen Weg waren, der um Einiges einfacher zu gehen ist, aber immer noch eine Herausforderung darstellte. Alles war aufgeweicht. Es hatten sich kleine Wasserstraßen gebildet und Klettern auf richtig rutschigen Felsen mussten wir auch noch. Wir gingen so schnell wir nur konnten, teilweise rutschten wir aus und klinkten um, weil unsere Konzentration nachließ. Der Weg bergab (über Felsen und Geröll) dauerte noch 1,5 Stunden und der Waldweg ebenfalls. Also noch 3 Stunden laufen. Wir merkten, wie unsere Kräfte schwanden. Wir versuchten uns mit dem Spiel abzulenken: Wer sieht zuerst ein Känguru. Wir waren klitschnass und mittlerweile froren wir. Als wir unseren Camper sahen, konnten wir unser Glück kaum fassen. Wir nahmen noch schnell eine warme Dusche, machten uns eine Schüssel Nudeln und gingen dann absolut fix und fertig aber froh ins Bett. Was für ein Tag! Diesen werden wir so schnell nicht vergessen.


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Mo

11

Mai

2015

Australien - Melbourne und Great Ocean Road

Die Ankunft am Flughafen in Melbourne verlief merkwürdig. Die Stewardessen forderten uns auf, nach der Landung sitzen zu bleiben. Sie betonten und wiederholten dies intensiver, als wir es gewohnt waren. Als trotzdem die ersten Passagiere aufstanden, wurden sie ganz nervös und baten alle erneut, sitzen zu bleiben. Dies war von der Regierung so angeordnet worden, meinten sie. Es verging einige Zeit bis sie alle aufforderten, Augen und Mund zu bedenken. Dann liefen sie die Gänge entlang, öffneten die Gepäckfächer und sprühten dort mit jeweils 2 Dosen hinein. Sie sagten nicht, was sie da genau machen und verschwanden anschließend. Dann passierte erstmal garnichts. René vermutete, dass sie nun bestimmt mit Spürhunden kommen, aber das war nicht der Fall. Es herrschte absolute Stille im Flugzeug. Dann kam nach ca. 10 Minuten auf einmal die Info, dass wir das Flugzeug verlassen können. Sehr seltsam! Erst im Anschluss konnten wir erfahren, dass im Kabinenraum großzügig Pestizide versprüht wurden, die ungewollte „Eindringlinge“, also landwirtschaftliche Schädlinge und Überträger von gefährlichen Krankheiten wie etwa Malaria-Moskitos fern halten sollen. 


In Melbourne war es bereits Mitternacht. Was wir gleich bemerkten war die Ruhe, die am Flughafen herrschte. Keine Hektik, alles lief gesittet ab. Ganz anders, als wir es die letzten Monate von Asien her gewohnt waren. Selbst die Taxifahrer sprachen uns nicht an. Kein Gerufe... Wir mussten selber einen Fahrer ansprechen und es gab kein Verhandeln, sondern nur Taxometer. Friss oder stirb.


Unsere erste Bleibe war ein IBIS Budget Hotel mit selbst-check-in am Automaten. Der Transfer und das Hotel haben uns dann direkt mal 100 AUD (70 €) gekostet. Hier herrschten gleich ganz andere Preise. Zum Glück holen wir direkt am nächsten Tag unseren Campervan ab - unsere Wohnung für die nächsten 41 Tage. Der wahrscheinlich längste Roadtrip unseres Lebens stand bevor. Unsere fahrbare Wohnung war ein rd. 6 Jahre alter Toyota Hiace, der einen viel komfortableren Eindruck machte, als wir erwartet haben. Wir konnten unser Glück kaum fassen, da wir eigentlich in der Kategorie „ausrangiert“ gebucht hatten. 


Mit großer Vorfreude ging es zum Aldi (sogar in Australien vertreten) um dort das erste Mal seit Monaten einzukaufen. Es ist schon erstaunlich, mit welcher Freude man solche Tätigkeiten durchführen kann. Die westliche Kultur schien uns für einen Moment fremd und dazu kamen diese Dimensionen. Hier ist alles um einiges größer als in Europa und erst Recht als in Asien. Die Straßen sind teilweise so breit, dass daraus locker eine mehrspurige Autobahn hätte entstehen können. Wir haben uns im Vorfeld nicht wirklich mit Australien und unsere Route auseinander gesetzt und wollten erstmal auf einen Campingplatz in der Nähe um die nächsten Tage zu planen. Dies stellte sich als nicht so einfach heraus. Wir nutzten hierfür eine App und fuhren den ersten Campingplatz an. Die hatten leider nur noch Plätze ohne Strom und diese zu einem sehr hohen Preis. Das Partner-Camp war uns ebenfalls viel zu teuer. Wir hätten nicht gedacht, dass man für einen einfachen Stellplatz mit gemeinschaftlichen Sanitäranlagen genau so viel bezahlen muss wie für ein Hotel der mittleren Klasse zu Hause. Es war noch früh, also ab zum nächsten Camp. Dieses lag genau in der Innenstadt von Melbourne. Das war richtig heftig. Gleich am ersten Tag mit dem Campervan durch die Millionenmetropole und das bei Linksverkehr. Dabei mussten wir darauf achten, nicht auf Mautstraßen zu geraten. Am Ziel aber sicher angekommen, stellten wir fest, dass es sich um ein Hostel handelt und nicht um ein Camp. Das nächste wurde herausgesucht und lag gleich am Meer. Uns kam es schon merkwürdig vor, da dort alles vorhanden sein sollte und auch noch kostenfrei. Das Plätzchen stellte sich dann auch als Rettungswache heraus, wo Strandbesucher Duschen und Toiletten nutzen konnten. Jedoch gab es hier keine Möglichkeit einen Camper abzustellen. Wir trafen zwei deutsche, die hier die Duschen nutzten aber in einer Parallelstraße illegal übernachteten. Das wollten wir aber gleich zu Beginn nicht riskieren und wir fuhren durch die Rushhour zum Campingplatz, der uns zu Beginn zu teuer gewesen ist. Am Platz angekommen war dieser bereits geschlossen. Uns blieb nichts anderes übrig, als auf einem Rastplatz am Highway illegal unsere Nudeln zu kochen und dort zu übernachten. Was für ein Start. Während Steffi schlief wie ein Stein, konnte René sich nur schwierig mit der Situation anfreunden. Eine Lösung musste her.


Am nächsten Morgen, erleichtert darüber in der Nacht nicht von Polizisten geweckt zu werden, frühstückten wir erst einmal und fuhren dann zur Rettungswache Duschen. Wir beschlossen, Melbourne zu besichtigen und uns frühzeitiger um einen Campingplatz zu kümmern. Melbourne ist eine sehr schöne Stadt. Sie wirkt trotz der Größe sehr ruhig und sauber. Wir genossen die Atmosphäre bei einem total überteuerten Kaffee ;-) 


Wir entdeckten auf dem Parkplatz einen Steinschlag in der Windschutzscheibe. Zum Glück, hatten wir spontan bei Abholung eine hierfür geeignete Versicherung abgeschlossen. Dieser Schaden musste jedoch gemeldet werden. Da unsere Auslandskarte noch nicht aktiv war haben wir über unsere deutsche Karte angerufen. Später stellte sich heraus, dass wir für die dadurch entstandenen Telefonkosten die Scheibe auch hätten reparieren lassen können. 


Die Suche führte uns dann am Nachmittag zu einem Campingplatz, der aus der Serie „Trailerparkboys“ von Comedy-Central hätte stammen können. Ein älterer Mann mit Muskelhirt, Trackerkappe, Hornbrille und kaum Zähne erzählte uns mit starkem Slang etwas über die Rezeption. Ein weiterer Mann, ebenfalls mit Muskelhirt und Tattoos, dafür aber mit Zähnen und einem Oberlippenbart wiederholte nur mehrfach: „Ruf da an, viel Glück und hör’ was der zu sagen hat“. Nachdem wir vom Park wegfuhren, merkte Steffi erst, wo wir gelandet waren „Die Leute hier sind aber merkwürdig und schön ist der Park auch nicht“. René hatte es gleich bemerkt und deshalb dort nicht angerufen. Die Suche ging also weiter. 


Erst einmal machten wir jedoch Rast am Meer und schauten den Anglern bei deren Hobby zu, während wir unser Essen im Campervan kochten. Wir suchten eine Telefonzelle auf, riefen bei einem Campingplatz an und buchten kurzerhand zu überteuerten Preisen für die kommende Nacht. Das war dann unser erster Campingplatz, den wir am späten Abend auffanden. Wir entschieden uns, am nächsten Tag zum Start der Great Ocean Road zu fahren, da wir dachten dort bessere Möglichkeiten für einen günstigen Campingplatz zu haben. Am nächsten Morgen passierten wir Torquay. Hier startet die Great Ocean Road. Nach Torquay fuhren wir zum Bells Beach - das Surferparadies, wo wir den Morgen verbrachten und die Surfer beobachteten, wie sie auf den meterhohen Wellen ihre Bretter schwangen. 


Unsere Reise sollte heute bis Lorne gehen. Wir machten auf dem Weg dorthin einen kurzen Stopp in der Touristeninformation um uns über die Übernachtungsmöglichkeiten zu informieren. Eine nette Dame wies darauf hin, dass die kostenfreien Campingplätze mittlerweile nicht mehr kostenfrei sind, da in der Vergangenheit zu viel Müll auf den Plätzen hinterlassen wurde. Die Polizei sei dort konsequent und kassiert 600 AUD Strafe pro Person ein. Gleichzeitig erwähnte Sie, dass gerade Sommerferien seien und der „Australian Day“ vor der Tür stehen würde. Wir kauften uns ein Buch über Campingplätze. Daraufhin haben wir eine Liste telefonisch abgearbeitet. Die meisten Plätze waren ausgebucht. Wir mussten erneut in den sauren Apfel beißen und wieder einen Platz zu überhöhten Preisen buchen. Wir sollten gleich einchecken und mussten somit ohne Abstecher nach Aireys Inlet fahren. Das ging uns mächtig gegen den Strich, da die Gegend und die Ortschaften so schön waren und definitiv einen längeren Aufenthalt verdient hätten. Wir haben nicht damit gerechnet, dass es so mühselig werden würde. 


Nachdem wir eingecheckt waren gingen wir erstmal zum Meer und überlegten wie es nun weiter gehen soll. Eins stand fest, jeden Tag diesen Hantier - No way! Wir planten für den nächsten Tag einen Campingplatz am Ende der Great Ocean Road zu buchen und die Great Ocean Road bis dahin im Schnellverfahren zu besichtigen. Um unseren Plan durchziehen zu können, besuchten wir gleich den Erskine Wasserfall bei Lorne. Wir fuhren von der Great Ocean Road ab und in den Otway Nationalpark. Hier tauchte das erste Schild auf … Kängurus die nächsten 10 Km. Und dann saß auch schon das erste am Straßenrand. Es stand erst wie angewurzelt da und hoppelte dann davon. Ein richtig weißes Köpfchen hatte es. Die Fahrt war sehr kurvenreich und steil. Der Weg zum Wasserfall führte mit Hilfe von Treppen quer durch den Dschungel. Der Wasserfall selber war sehr schön aber toppt den Kuang Si Waterfalls in Laos leider auch nicht. 


Wir starteten den nächsten Tag sehr früh, um die Great Ocean Road wenigstens einen kompletten Tag genießen zu können. Die Great Ocean Road ist eine der schönsten Strecken, die wir bis jetzt gefahren sind. Diese läuft von Torquay bis nach Allansford und ist ca. 250 km lang. Diese wunderschöne Strecke ist geprägt von malerischen Sandstränden und steil zum Meer hin abfallende Felsküsten. Ein Highlight waren die 12 Apostel, vom Meer geformte, aussergewöhnliche Felsformationen. Diese Sehenswürdigkeit gehört zu dem zweithäufigsten Fotomotiv in Australien. Sehr sehr schön ;-) Wir konnten auf der Strecke auch 2 freilebende Koalabären entdecken. Sehr süß diese Bärchen. Am Ende der Great Ocean Road konnten wir dann unseren ersten Campingplatz zu einem guten Preis finden und das relativ einfach und mit wenig Aufwand. 


Ein toller Great Ocean Road Day ging zu Ende … so kann es ruhig weiter gehen.  


 

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Mo

20

Apr

2015

Kambodscha

Nachdem wir in Bangkok am Flughafen für 2 Tage Overstay (Überschreitung der Visafrist) die Strafe bezahlt hatten, stand einer Ausreise nichts mehr im Wege. Die Strafe war um Einiges geringer als die Beantragung eines neuen Visums. Sie scheinen in Thailand öfters Overstays zu haben. Auf jeden Fall machte das große Büro und die Gelassenheit der Beamten den Eindruck. Wir haben Kambodscha mit ein paar Tagen Aufenthalt in Siam Reap als krönenden Abschluss unserer Asienreise gewählt. Im Zentrum stand natürlich der Tempelkomplex um Angkor Wat als das einzigartige Unesco-Welterbe. Wir reisten nur mit unserem Handgepäck. Unseren Rucksack haben wir am Flughafen abgegeben. Dies war auch um Einiges günstiger, als ein Gepäckstück aufzugeben. 


Nach kurzem Flug kamen wir am Flughafen an und waren wieder in einer leicht anderen Welt. Wir konnten einen kostenfreien Transfer zum Hotel verhandeln und unser lässig-cooler Tuk-Tuk-Fahrer nahm uns in Empfang. Das Tuk-Tuk sah hier auch wieder ganz anders aus, als wir dies gewohnt waren. Hier sind dies Roller, an denen eine Art Kutsche gespannt ist. Auch Äußerlich unterscheiden sich die Khmer stärker z. B. von den Thailändern oder Laoten. Unser Fahrer war super freundlich zu uns und brachte Steffis Müll sogar zu einem Mülleimer, der rd. 100 Meter vom Tuk-Tuk entfernt war. Während der Fahrt, konnten wir uns einen ersten Eindruck von Kambodscha verschaffen. Kambodscha wirkt im Gegensatz zu Thailand wieder etwas ursprünglicher. Auch im Hotel wurden wir sehr freundlich empfangen. Das Zimmer war super und so konnten wir uns auf die anstehende Erkundungstour freuen.


Am ersten Tag stand die Besichtigung auf eigene Faust per Fahrrad an. Zuerst mussten wir aber unseren Ankor Wat Pass erstellen lassen, bevor es losgehen konnte. Wir merkten gleich zu Beginn, dass wir heute viel zu strampeln haben. Wir sind über 40 Kilometer mit dem Fahrrad gefahren und haben dadurch ein Gefühl dafür bekommen, wie riesig dieser Komplex eigentlich ist. Es ist einfach nur gigantisch und es herrscht eine mystische Atmosphäre. In einigen Bereichen des Komplexes leben auch wilde Affen, was die Atmosphäre noch verstärkte. Für den nächsten Tag hatten wir eine Tuk-Tuk-Tour gebucht schließlich wollten wir aus der Besichtigung keine Sportveranstaltung machen. Der lässig-coole, nette Fahrer brachte uns zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten und natürlich auch zu Angkor Wat. Unser Fahrer ist zwar absichtlich eine alternative Route gefahren, jedoch waren wir dennoch Teil der Touristenmassen, die tagtäglich durch die Anlage geschleust werden. Es war immer eine Herausforderung, Fotos zu schießen, auf denen nicht 10 weitere Touristen im Bild standen. Der obere Teil des Angkor Wat, der nur über eine Treppe zu erreichen ist, war dermaßen voll von Menschen, so dass wir für den Abstieg ca. 1 Stunde benötigt haben. Dies waren jedoch lediglich rd. 50 Treppen. Hier herrschte auch wieder Kleiderordnung und wie schon in Thailand war Steffi unpassend angezogen, während René wieder adrett gekleidet war. So waren wir gezwungen Steffi ein T-Shirt zu kaufen. ;-) Auch beliebt sind die Ruinen in denen  Tomb Raider gedreht wurde. Hier wie auch in einigen anderen Teilen des Komplexes wuchern riesige Bäume mit deren Wurzeln über die Gebäude. Sehr beeindruckend. Leider mussten wir beobachten, dass viele Menschen dieses Wunder nicht mit entsprechendem Respekt behandelten. Sie kletterten an Bauteilen herum und fassten die Steinbilder an den Wänden an. Vor den Anlagen wurde man von Händlern überlagert, die versuchten ein Stück des Finanzstroms zu werden und die Preise waren vor allem hier total überzogen. Den vor Ort angepriesenen Sonnenuntergang können wir nicht empfehlen. Man schaut diesen mit 100 anderen Personen, was uns natürlich klar war, aber darüber hinaus sieht man keine Ruine vor oder hinter der die Sonne untergeht. Es ist ein Sonnenuntergang, den man sich von jeder anderen Stelle hätte romantischer anschauen können. 


Angkor Wat ist definitiv eine Reise wert. In diesem Blog wollen wir stärker die Bilder sprechen lassen. Wer einmal vor hat, diese Sehenswürdigkeit zu besuchen, sollte sich nur beeilen, da die Anlage durch die Witterung und weitere natürliche Einflüsse, sowie durch die Touristenmassen immer mehr zerfällt. Es werden zwar hier und da Sanierungsarbeiten durchgeführt, jedoch scheint man damit nicht richtig hinterher zu kommen.


Mit den überwältigenden Eindrücken in der Tasche schließen wir unseren Asienteil der Weltreise. 


Nun steht Australien vor der Tür. Dazu erzählen wir im nächsten Blog mehr.


 

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Do

16

Apr

2015

Südthailand - Besuch aus der Heimat

Die letzten Tage auf Krabi verbrachten wir damit, uns auf Maren, Sarah und Sebastian vorzubereiten. Wir fieberten regelrecht diesem Tag entgegen. Steffi versuchte wieder gesund zu werden (Neujahr, hatte es sie wieder erwischt) und René besuchte noch schnell einen Friseur und lies zum feierlichen Anlass nur einen Schnurrbart stehen ;) Wir fanden, das wir für die Ankunft am Flughafen irgendetwas vorbereiten sollten und da Maren ein wenig Angst geäußert hatte, irgendwo vergessen zu werden, beschlossen wir für die Begrüßung am Flughafen ein einheitliches Outfit, eine Pfeife und Thailand-Fahnen mit der Aufschrift „Welcome to Thailand“ zu besorgen. Gesagt getan. Aus einem einheitlichen Outfit wurden fünf Mützen. Irgendwie fallen diese seltsam klein aus?! Passt schon! :) Dann ging es vom Hotel aus zum Busbahnhof, der nur 5 Minuten entfernt war und mit dem Bus dann ab zum Flughafen. Unsere Mützen hatten wir uns bereits angezogen und zogen damit amüsierte Blicke an, da es sich bei den Mützen um Schulkappen handelte, wie wir später erfuhren. Am Flughafen angekommen, frugen wir gleich an der Info nach, wo das Terminal der Neuankömmlinge zu finden sei. Der Flughafen auf Krabi ist sehr klein und das Terminal war leicht zu finden. Hier versammelten sich auch gleich die ersten Chauffeure mit Namensschildern in der Hand. Unter ihnen müsste eigentlich auch unser Chauffeur sein aber den suchen wir später. Wir platzierten uns gleich ans Gitter. Wie bei einem Konzert wollten wir in der ersten Reihe stehen. Die Beamten am Schalter, die genau unter der Anzeigetafel gegenüber von uns saßen, amüsierten sich auch über unserer Aufmachung, denn mittlerweile hatten wir auch schon die Fahnen gezückt. Wir nutzen die Zeit und machten Fotos von uns während wir warteten. Steffi wurde immer nervöser. Wir waren etwas zu früh da aber besser zu früh als zu spät :) Die Anzeigetafel zeigte nun „Confirmed 18:45“. Jetzt dauerte es nicht mehr lange. Kurz vor 18:45 Uhr fiel die Anzeigetafel aus und wir konnten nicht mehr verfolgen, ob und wann die Maschine gelandet war. Ausgerechnet jetzt! Aber es dürfte ja nicht mehr so lange dauern … höchstens eine halbe Stunde. Wenn wir eins verlernt haben in den letzten 4 Monaten, dann ist es unser Zeitgefühl. Leute kamen und Leute gingen … nur die Drei waren nicht zu sehen. Nach über einer Stunde fingen wir langsam an, uns zu wundern. Steffi kam dann auf die Idee, ob es nicht evtl. noch ein weiteres Terminal geben könnte. Wir hofften und glaubten nicht daran. Das hätte uns der freundliche und kompetente Mann am Infoschalter doch bestimmt gesagt oder etwa nicht?! Wir gingen zum Schalter und fragten erneut nach. Als Antwortet bekamen wir leider genau das gesagt, was wir nicht hören wollten. Terminal 2 befindet sich auf der oberen Etage und dort ist die Maschine ihrer Freunde bereits gelandet und zwar um 18:45 Uhr. Was für ein Mist! Mittlerweile war sehr viel Zeit vergangen und wir rannten voll bepackt die Rolltreppe hoch und einen Gang runter. Am Terminal 2 war von den Dreien aber nichts zu sehen, weder Draußen noch Drinnen. Wir suchten die Toiletten ab, die Raucherecken und die Warteräume. Wir suchten nach unserem Fahrer. Auch von ihm war nichts zu sehen. Wir fragten auch hier am Schalter nach und wir bekamen bestätigt, dass die Maschine gelandet und die Passagiere hier angekommen sind. Die Drei waren an Board und das komplette Gepäck ist bereits abgeholt. Somit müssen sie hier sein. Wir suchten nochmals die Terminals und alle Außenbereiche ab. Wir ließen Maren ausrufen aber das hätten wir uns auch sparen können. Selbst wenn sie sich noch im Gebäude befanden, sie hätten es nicht verstanden. Wir wussten selber nicht, was die Frau da gerade für eine Sprache gesprochen hat und was sie ausgerufen hat. Wir gingen gleich wieder, obwohl ihre Durchsage beinhalten sollte, dass die Drei zum Terminal 1 kommen sollten. Sie schaute uns nur fragend an, aber wir reagierten nicht. Langsam machte sich Steffi aber auch René etwas sorgen. Es gab eigentlich nur drei Möglichkeiten. Sie befinden sich noch am Flughafen. Sie sind mit unserem Fahrer bereits zum Hotel, oder sie laufen ganz alleine, ohne zu wissen wo sich unser Hotel befindet, durch Krabi. Wir wollten den Flughafen nicht eher verlassen, bis wir uns sicher waren. Wir riefen sie an, aber niemand nahm ab. Wir suchten nach W-Lan und schauten im Netz nach der Telefonnummer des Hotels. Nach drei Nummern waren wir endlich durch und erfuhren, dass die Drei bereits eingecheckt waren und alles gut sei.


Da sind die Drei doch tatsächlich ohne uns mit unserem Fahrer zum Hotel gefahren. :) Und nun? Das Problem lag darin, dass das Hotel ausserhalb von Krabi lag und man es mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht erreichen konnte. Man konnte bis zum Pier fahren, musste dann aber mit einem Boot übersetzen. So machten wir es schließlich auch. Wir fuhren mit dem Shuttlebus bis zum Pier. Die gleiche Strecke die wir am Morgen mit dem Bus gefahren sind. :) Die Busfahrt war aber wenigstens spannend. Es ging Mitten durch einen Markt oder eine Art Kirmes. Es war fast kein Durchkommen und dauerte eine Ewigkeit. Wir konnten währenddessen die ganzen Stände vom Fenster aus begutachten. Am Pier angekommen war es bereits stockdunkel und es war weit und breit niemand zu sehen außer viele verlassene Longtail-Boote. Der einzige Weg zum Hotel führte nur noch über dieses Gewässer. Auf einmal konnten wir eine Taschenlampe sehen und Steffi nutze die Chance und rief „ Sooorryyy, do you have a longtailboot? und es folgte ein „YES“!  Der Mann, ein thailändischer Robinson Crusoe kam zu uns rüber und wir erzählten ihm was los sei. Er sagte gleich, dass er uns für 400 Baht fahren würde. Wir sagten 300 Baht und schon fing er an sich auszuziehen. Steffi dachte nur: „Hilfe, was tut er den jetzt?!“ Doch er erklärte gleich, dass durch die Flut er nun zum Boot schwimmen müsse und dies sehr kalt sei. Jetzt hatte Steffi wieder Mitleid bekommen, verhandelt zu haben :) Während wir warteten, überlegten wir ob wir das richtige tun? Wer weiß was das für ein Boot ist? Dazu kommt, es ist stockdunkel! Aber eine andere Möglichkeit hatten wir nicht. Er holte uns am Ufer ab und das Boot machte einen richtig guten Eindruck. Dennoch war es ein merkwürdiges Gefühl aber auch wiederum ein cooles im Dunkeln übers Meer zu fahren, vorbei an Karststeinfelsen in einem Longtail-Boot mit Robinson auf der Suche nach dem Pan-Beach-Resort. :) Er hielt genau am kleinen Hotelstrand. Die Anlage befand sich gleich am Meer und war recht übersichtlich. So konnten wir gleich die Strandbar/Restaurant sehen und ein paar Leute saßen noch davor genau am Strand. Wir hielten bereits nach unseren Dreien Ausschau und konnten dann auch Maren und Sarah sehen, während wir versuchten aus dem Boot zu steigen. So konnten sie unsere James Bond Aktion noch hautnah miterleben :). 


Wir fielen uns erstmal in die Arme und gleich fing das herrliche durcheinander Gequassele an, was Steffi so sehr vermisst hatte. Wir waren alle sehr aufgedreht. Wir erzählten uns die einzelnen Stories. Die Drei haben doch tatsächlich gleich unseren Fahrer gesehen und sind eingestiegen. Sie dachten sich noch „Ach wie nett, da haben die Beiden uns doch ein Taxi bestellt.“ Sie wunderten sich zwar etwas, das wir nicht wie vereinbart am Flughafen waren, aber das wird sich sicherlich gleich klären. Erst als wir nicht im Hotel und dort auch keine Info von uns hinterlegt war, fanden sie es merkwürdig. Doch dann kam auch kurze Zeit später unser Anruf. Ein super Auftakt. Kann es noch besser werden? ;) YES… Wir bekamen  als Entschädigung  Baguette und Cocktails :D 


Es war so schön die Drei endlich um uns zu haben. Steffi merkte trotz der schönen Dinge, die wir bis jetzt erlebt haben, wie sehr ihr das gefehlt hat. Als die Damen des Hotels uns signalisierten, dass sie gerne Feierabend machen würden, entschieden wir auch, ins Bett zu gehen. Es war schließlich ein langer und aufregender Tag für uns alle. Wir teilten uns ein Zimmer/Bungalow mit Maren. Dieser war so klein, dass es schwierig war aneinander überhaupt vorbei zu kommen. Es war herrlich mit anzusehen, wie Maren die Toilette inspizierte und feststellte, dass man hier mit einer Kelle, die man mit Wasser aus der Tonne, die direkt unter dem Waschbecken stand, füllen und damit dann sein Gemachtes wegspülen musste. Wie sie feststellte, dass man auch gleich auf dem Boden schlafen könnte, so dünn und hart die Matratzen hier sind. Sie bezweifelte hier schlafen zu können, war aber dann doch ruck zuck weg ;)


Der Morgen begann genau wie der Abend endete. Chaotisch aber Lustig. René und Sebastian konnten sich nicht entscheiden, wer nun als erstes bestellen sollte. Jeder überlies dem anderen den Vortritt und trotzdem fingen sie Beide 3 mal gleichzeitig an zu sprechen. Und jedes mal mussten wir tierisch lachen. Steffi bestellte Toast und frug die Kellnerin, ob es mit Toast sei. René bestellte Kaffee mit Tee anstatt mit Milch. Doch irgendwie schafften wir es unsere Bestellung zu platzieren ;-) Nachdem Frühstück planten wir erstmal die nächsten Tage. 


Wir entschieden uns dafür, eine Kajak-Schnorchel-Tour und eine kleine Wanderung zu machen, aber erst einmal war Entspannung am Strand angesagt. Das Sonnenbaden stellte sich aber nach kürzester Zeit als etwas schwierig heraus. Das Meer hatte sich ein ganz gutes Stück zurückgezogen. Nun konnte man auch eine Insel besichtigen, die bei Flut nicht zu erreichen war. Anstatt im Wasser zu plantschen machten wir spontan eine Wattwanderung. Neben der gemeinen Sandkrabbe haben wir auch viele Seesterne und Amphibienfische gesehen. Maren und Sarah hatten jedoch bedenken, dass das Wasser gleich wieder kommen könnte und kehrten um. Wir erkundeten noch etwas die Insel und dabei fand Sebstian einen schönen Anhänger für Sarah. 


Die geplante Wanderung war ein Besuch beim Supermarkt, der 5 km von unserer Unterkunft entfernt lag. Auf dem Weg dorthin konnten die Drei sich einen ersten Eindruck von der Lebensweise der Thailänder machen. Das Leben spielt sich wie auch in den anderen asiatischen Ländern überwiegend vor der Haustür ab. Ziegen und Hühner kreuzen deinen Weg und du triffst viele nette Locals die dich freundlich Grüßen. Wir entschieden uns, gleich bei einem Local-Food-Stand zu essen. Das volle Kulturprogramm. Das Essen war super lecker und super günstig und zum Glück hatte die Thailänderin mitgedacht und unsere Bestellung nach eigenem Ermessen korrigiert. Wir hatten letztendlich alle jeweils 2 komplette Mahlzeiten bestellt… wir dachten, es würde sich bei 1 Mahlzeit nur um eine Soße handeln. Das erklärte auch, den merkwürdigen Gesichtsausdruck, als wir die Bestellung abgaben. 


Im Anschluss suchten wir ein Tuk Tuk, konnten aber leider keins finden, was wirklich ungewöhnlich war. Unsere Köchin bot uns an, dass ihr Mann uns fahren könnte. Wohin müsst ihr? Pan Beach Resort! Für 100 Baht? Sebastian schlug gleich zu. Das war ein richtiges Schnäppchen :) Und schon saßen wir auf der Ladefläche seines Pickups. Wieder ein Highlight für die Drei :) Wir merkten aber gleich, dass wir irgendwo anders hinfuhren. Wir hofften, er würde einen anderen Weg kennen. War aber nicht so. Wir hielten am Pine Beach anstatt am Pan Beach. René lief gleich zum Fahrer und meinte, „Sorry, I have a map!“ und zeigte ihm gleich seine Map-App und der Mann fuhr zurück zum Restaurant. Nun wurde alles etwas merkwürdig, da ein weiterer Typ einstieg und wir ohne neues Verhandeln losfuhren. René blieb mit seiner Map vorne beim Fahrer. Am Hotel angekommen hat sich der Preis wie durch ein Wunder verfünffacht. Doch keine freundliche Geste, sondern wieder eine Touriabzocke, da dies für thailändische Verhältnisse ein viel zu hoher Preis war und der Fehler definitiv beim Fahrer lag. Aber gut… René handelte dennoch 300 Baht aus und somit war jeder zufrieden. 


Wir verbrachten die nächsten Stunden noch gemütlich am Meer und genossen das ein oder andere Chang. Wie es dann nun mal so ist, kam Sarah auf die Idee wir könnten ja alle noch ins Meer baden gehen. Gesagt getan. Klamotten aus und rein ins Meer. Steffi lief als letztes ins Wasser und beendete gleich den Spaß. Sie wurde von einer Qualle gestriffen. Das brannte sehr stark und bevor uns noch bessere Ideen eingefallen wären, gingen wir ins Bett. 


Am nächsten Morgen war aber alles wieder gut und wir machten unseren ersten geführten Ausflug … eine Schnorchel- und Kayaktour. Die erste Insel, die wir ansteuerten war ein reiner Schnorchelstopp. Leider war das Wasser durch die Strömung sehr trüb, so dass wir kaum etwas sehen konnten. Sarah war jedoch über das, was sie sehen konnte sehr begeistert. Es war ihr erster Schnorcheltrip. Beim nächsten Stopp konnte man schon weit aus mehr sehen und an einer Stelle war ein großer, zutraulicher Fischschwarm, der die ganze Zeit um uns kreiste. Wenn man eine Koralle in Richtung der Fische hielt, pickten mehrere Fische daran. Das war wirklich toll. 


Ein weiteres Highlight spielte sich beim Mittagessen ab. Ein wilder Affe gesellte sich im Nachbarbaum zu uns. Sarah hatte bereits von der ersten Minute an den Wunsch geäußert, einen wilden Affen zu sehen. Dieser ging gleich am 2. Tag in Erfüllung. Der Affe war tatsächlich so wild, dass er vom Guide mit einem Stock vertrieben werden musste, sofern er zu nah kam. Er aß mit uns gemeinsam Wassermelone und beobachtete uns. Sarah verabschiedete sich und wir machten uns auf zur Hauptinsel „Hong Island“. Steile Karststeinformationen, schneeweißer Sand, tropische Pflanzen und türkis glänzendes Wasser prägten diese schöne Insel. Maren konnte es nicht abwarten und betrat die Insel im Sturzflug. Sie blieb mit ihrem dicken Zeh zwischen einem der Kanister hängen und machte einen ordentlichen Abflug „Diver“. Zum Glück befand sich auf dem Pier eine Theke, sonst wäre sie auf der anderen Seite gleich wieder ins Wasser gefallen. Bis auf ein paar Schrammen und einem blauen Fleck ist nichts Schlimmes passiert und wir konnten unser Kayaktour beginnen. Wir sind um die Insel herum gefahren und haben an einem kleinen verlassenen Strand gehalten. Der Anblick, das Wasser und der Strand waren traumhaft. Hier gingen wir Schnorcheln und vergaßen dabei fast die Zeit. 


Das erste Inselhopping in Richtung Koh Jum stand an. Maren war gespannt, wie an jedem Tag und bei jedem Ereignis! Mit der Fähre ging es in Richtung Koh Jum. Die Fahrt war recht kurz, so ungefähr eine Stunde. An der Insel angekommen, hielt die Fähre nicht wie gewohnt an einem Steg, sondern Mitten auf dem Meer wo uns Longtailboote in Empfang nahmen. Maren war nervös, ob sie diesen Umstieg von der Fähre auf das Longtailboot ohne Zwischenfall überstehen würde. Alles verlief hektisch, da zuerst die Abreisenden samt Gepäck auf die Fähre mussten und dann waren wir erst dran. Alles verlief ohne Zwischenfall ;-) 


Wir wurden gleich vom netten Hotelpersonal in Empfang genommen. Wir merkten sofort, dass viele Angestellte nette Ladyboys waren. Die Eindrücke überschlugen sich. Die Hotelanlage und die Zimmer waren super. Ein richtiger Glücksgriff, den René da hatte. Doch dies schien Sarah nicht genug. Während Maren und Steffi, René und Sebastian beim Yoga (oder was das auch immer darstellen sollte) beobachteten, verdrückte sich Sarah in eines der Luxusresorts und gönnte sich stilgerecht ein Eis zum Ausgleich ihres Zuckerspiegels ;-) Im Anschluss genossen wir einen super schönen Sonnenuntergang am Meer. Das Abendessen hatte es in sich. Es war gut, aber selbst das Essen, welches nicht scharf sein sollte, hatte richtig Pfeffer.


Ein absolutes Highlight für uns Fünf spielte sich ab, als wir das Dorf „Baan Koh Jum“ besuchten und uns einen buddhistischen Tempel anschauen wollten. Den Tempel haben wir nicht gleich gefunden. An einem Haus, das nicht wie ein Tempel aussah stand ein Mönch, der uns zu sich winkte. Zuerst zeigte er uns vor seiner Tür niedliche kleine Hundewelpen. Dann bat er uns ins Haus, was letztendlich auch der Tempel war. Drinnen zeigte er uns zuerst eine Katzenmutti mit all ihren Babys und ehe wir uns versahen, befanden wir uns in unserer privaten buddhistischen Zeremonie. 


Er verteilte an jeden von uns Räucherstäbchen, die wir in einem Behälter mit Sand steckten, der sich vor seinem Buddha-Altar befand. Es wurde auf einmal ganz still im Raum. Er bat uns leise, auf die Knie zu gehen. Während wir knieten, sagte der Mönch ein buddhistisches Gebet auf. Dabei wurden die Einen emotional berührt und Andere bekamen Knieschmerzen. Dennoch merkten wir alle, dass wir hier gerade etwas ganz Besonderes erleben durften. Er rief uns einzeln zu sich nach vorne und legte uns, ohne uns dabei zu berühren, ein weißes Bändchen an, das er gleichzeitig auch segnete. Nachdem wir uns alle wieder in unserer ursprünglichen Position befanden, tränkte er längere Holzstäbchen ins Wasser und segnete uns mit diesem Wasser, in dem er dies über unseren Köpfen ausschlug. Nun haben wir Fünf eine gemeinsame Verbindung, die uns für die Zukunft Glück bringt, signalisiert durch weiße Bändchen, die uns an dieses tolle Erlebnis erinnern. Anschließend an diese emotionale Zeremonie zeigte er uns seinen Gebetstempel am Meer. Hier durften wir gemeinsam mit ihm Fotos machen. Ein wirklich sehr spiritueller Moment.


Mit vereinten Kräften stürmten wir daraufhin in die einzigen zwei Geschäfte des Dorfes und versuchten einige Schnäppchen zu erzielen. Auf dem Rückweg mussten wir uns dann vor einem aufziehenden Unwetter in Sicherheit bringen. Wir schafften es noch rechtzeitig in die Coco-Bar, wo wir einen tollen Abend verbrachten.


Um die bisherigen Eindrücke und den Alltagsstress aus der Heimat verarbeiten zu können, gönnten wir den Dreien eine kurze Pause, in der sie sich bräunten und massieren ließen. Wir nutzen die kleine Pause um etwas Schlaf nachzuholen, bevor es dann in das andere Dorf auf der anderen Inselseite ging. Nach 2 km machten wir eine Pause und gönnten uns eine kleine Stärkung. Hier erhielten wir den Hinweis, dass es in dem Dorf nicht viel zu sehen gibt, es dreckig sei und Touristen dort nicht so gerne gesehen werden. Wir änderten kurzer Hand unsere Route und gingen zur Westküste. Wir mussten über Stock und Stein durch den Dschungel, was gut anstrengend war. Am Ziel - ein kleiner Strandabschnitt - angekommen wurden wir von Zikaden lauthals empfangen. Hier fanden wir eine nette Bar mit richtig leckerem Essen und einer tollen Atmosphäre. Nachdem wir den Sonnenuntergang und das Essen genossen hatten, wollten wir den Heimweg antreten, jedoch nicht zu Fuß, da es mittlerweile stockdunkel war. Aber wer sollte uns zum Hotel bringen? Jedoch, in Thailand kennt jeder Jemanden der Jemanden kennt dessen Freund ein Tuk Tuk etc. hat. Kurzer Hand sprach René unseren Kellner an und siehe da, er kannte Jemanden. Leider konnten sie sich nicht auf einen Preis einigen und René blieb hartnäckig und lehnte das Angebot ab. Er hatte jedoch die Hoffnung, dass der Kellner einlenkt. Und glücklicherweise war es auch so, da wir eigentlich keine Alternative gehabt hätten. Die Rückfahrt auf der Ladefläche des Pickups war etwas ganz Besonderes. Wir konnten den ganzen Weg lang auf einen tollen Sternenhimmel blicken, der so anders ist als zu Hause. 


Die Zeit verfolg und das zweite Inselhopping von Koh Jum nach Koh Lanta stand an. Die Entscheidung, wo es als nächstes hingehen sollte war nicht einfach. Eigentlich wollten wir nach Koh Lipe oder Koh Kradan aber die Wettervorhersagen für alle Inseln waren nicht berauschend und wir entschieden uns für die kürzeste und günstigste Lösung. Der Abschied fiel uns nicht leicht, da wir die echt netten Ladyboys in unser Herz geschlossen hatten. So machten wir noch ein paar Erinnerungsfotos und sie winkten uns vom Strand aus noch lange zu. Dieses Resort „Andaman Beach Resort“ ist wirklich zu empfehlen. 


Die Fährenfahrt verlief erneut ohne Zwischenfälle ;-) In Koh Lanta angekommen wurden wir vom Chef persönlich abgeholt, wie sich später herausstellte. Das Hotel befindet sich noch am Klong Nin Strand, ist aber durch Felsen vom Hauptstrand getrennt. Auch befinden sich dort im Wasser viele große Steine und wir buchten direkt einen Transfer zur Bamboo-Bay. Hier soll der Strand sehr schön sein. Die Hotelanlage selbst war aber perfekt zum Chillen geeignet. Eine Beachbar und genügend Hängematten und Cabanas direkt am Strand. Die dort angebotenen Fruchtshakes waren super lecker und wir konnten in unserer Hängematte mit tollem Blick auf die Sonnenuntergänge gar nicht genug davon bekommen. 


Wir sind dann mit einem Pickup zur Bamboo-Bay gefahren. Dieser wird von vielen Reiseführern und Freunden empfohlen. Es ist wirklich sehr schön dort und wir suchten uns ein ruhiges Plätzchen ganz am Ende des Strandes. Hier befand sich ein Warnschild auf dem stand, dass man auf seine Sachen achten sollte. Ein Hund gesellte sich zu uns und wir fühlten uns direkt sicherer ;-) Irgendwann kam ein Mann aus dem Busch und stand auf einmal vor uns. Er frug, ob der Hund zu uns gehören würde und verhielt sich merkwürdig. Er schaute uns intensiv an, lief ein Stück den Strand entlang, kam zurück und verschwand wieder im Busch. Das kam uns sehr seltsam vor und wir wechselten mit Hund das Lager. War deswegen vielleicht das Warnschild? Die heutigen Wellen ließen leider kein Schnorcheln und/oder Schwimmen zu. Sie waren einfach zu heftig. René verletzte sich sogar dabei, war aber halb so schlimm! Er behauptete, manch ein Anderer hätte dies nicht überlebt :-D


Als die Sonne etwas schwächer wurde, kamen wilde Affen aus dem Busch und uns wurde gleich klar, warum diese Warnschilder angebracht wurden. Die Affen hatten es auf alles abgesehen, was unbeobachtet war. So konnten wir gerade noch einen Affen bei der Durchsuchung einer Tasche erwischen und verjagen. Richtig aggressiv diese kleinen Makaken. Wir machten noch schnell ein Foto von Sarah und den Affen und konnten dann auch schon den Rückweg mit einem humpelnden René antreten. 


Koh Lanta ist wesentlich größer als Koh Jum und deswegen liehen wir uns ein Auto aus. Hierbei konnten wir uns bereits mit dem Linksverkehr vertraut machen. Wir fuhren in den Norden „Saladan“ zum Shoppen und machten eine Wanderung im Nationalpark ganz im Süden der Insel. Auch hier lud ein schöner Strand zum Sonnenbaden ein. Hinterlistige Affen durften natürlich nicht fehlen. Etwas schwieriger als der Linksverkehr gestaltete sich das Tanken am Abend. Die Jungs waren der Meinung: „So viel können wir nicht verbraucht haben“. Also auf zum Flaschen-Benzin-Stand. Dieser ist zwar teurer, aber dafür an jeder Ecke zu finden. Und das rechnet sich bei wenig Verbrauch! Wir ließen den Tank zunächst mit 2 Liter (2 Flaschen) befüllen. Um zu schauen wie sich die Tanknadel verändert, fuhren wir ein Stück. Doch es tat sich nichts. „Kann doch eigentlich nicht mehr viel fehlen“. Also zum nächsten Stand und wieder befüllten wir den Tank mit Flaschen und fuhren los. Die Nadel bewegte sich keinen Zentimeter. Die Jungs zerbrachen sich die Köpfe… „Das kann doch nicht sein“. „Lass mal zur Automaten-Tankstelle fahren“. Nach einem Liter bemerkten sie, dass der Sprit total überzogen teuer war und brachen den Vorgang ab. Also Richtung Tankstelle. Die Tankstelle war jedoch geschlossen und wir mussten zum nächsten Stand und haben diesen fast leer gekauft. So viel zum Thema: „So viel können wir nicht verbraucht haben“. 16 Liter später war der Tank voll. Zur Verteidigung meinten die Beiden, dass sie die Klimaanlage in der Kalkulation nicht berücksichtigt haben. ;-) 


Da uns die Schnorchel-Tour nach Koh Hong gut gefiel, aber Steffi der Ansicht war, dass es noch schöner geht, buchten wir eine Tour zur Insel Koh Rok. Hierzu hat Sarah netterweise einen Gastbeitrag in unser Tagebuch geschrieben. Diesen werden wir an dieser Stelle einfach mal eins zu eins übernehmen ;-) …


Gemeinsam mit ein paar anderen wurden wir an der Anlage abgeholt und haben uns ein wenig geärgert, dass die anderen Touris weniger bezahlt hatten, was bedeutete, dass die „Gesichtsbaustelle“ uns etwas über den Tisch gezogen hatte. Aber was soll´s: „Malle ist nur einmal im Jahr!“ Bis zur Insel Koh Rok ging es mit dem Speedboat. Sarah´s Befürchtungen bestätigten sich leider etwas: Die Fahrt war nicht ohne, aber nicht so schlimm wie Jakarta… Gut, dass ein Teil von uns sich Schwimmwesten organisierte. Die einstündige Fahrt lohnte sich, wie sich schon am ersten Spot zeigte: Jede Menge kunterbunte, verschiedene Fische, diverse Korallen, eine ganz klare Sicht. Unter anderem konnten wir kleine Nemos sehen, Trompetenfische, Moränen, Krebse… Sarah verliebte sich Hals über Kopf in einen Neonfisch mit Lippenstift, durch den sie sich kurzzeitig von der Gruppe entfernte. Teil des Trips war auch ein Stop am Strand inklusive Lunch. Für Maren, Sarah und Sebastian der bisher schönste Strand. Feinster weißer Sand, blau-türkises klares Wasser - ein Traum! Dort entdeckten wir nicht nur eine Riesenechse, sondern auch einen verloren gegangenen Kanadier oder Australier, der uns an Alan aus „Hangover“ erinnerte. Nachdem wir uns schon reichlich sorgen gemacht hatten, waren wir erleichtert, als er wieder von seinem gelben Schlauchboot abgeholt wurde. Nach vielen Eindrücken und insgesamt 3 Snorkelings ging es zurück nach Koh Lanta. René ging es während der Rückfahrt nicht so gut. Scheinbar hatte er die Taucherbrille zu eng geschnallt, wodurch er Kopfschmerzen hatte. Vielleicht war ihm aber auch einfach nur warm :-) Zurück in der Anlage haben wir erstmal auf den Hängematten gechillt und später dort zu Abend gegessen. Wie an den vorherigen Abenden haben wir den Tag mit Bananenshakes an der Strandbar ausklingen lassen. Dabei haben wir uns unter anderem nochmal köstlich über den Kanadier amüsiert. Unsere Theorie: Er war schon vor 4 Wochen auf der Insel vergessen worden. Seine Billabong-Shorts wurden von den Affen geklaut, so dass er sich aus Bambusfäden eine viel zu enge Badehose nähen musste. Den Rücksack hatte er so eng geschnallt, weil er darin „Mr. Wilson“, seinen einzigen Freund aufbewahrte. Zu ihm hatte er abends immer voller Hoffnung gesagt: „Morgen … Morgen werden wir gefunden…“ Ein Tag mit „Happy End“ also…


Die erste gute Nachricht überbrachte uns Maren am nächsten Morgen. Es war die Geburt von Tim (Steffi´s Patenkind). Wir freuten uns riesig und Steffi ging direkt mit Maren zum Strand um dort seinen Namen in den Sand zu kreieren und davon ein Foto für die Eltern zu schießen. Am Strand entdeckten wir noch einen Hochzeitsantrag. Dieser war mit Steinen geschrieben und mit Muscheln liebevoll dekoriert. Erst mit dem zweiten Blick merkte Steffi, dass der Heiratsantrag ja auf Deutsch geschrieben war. „Oh wie süß“ sagten sie mehrfach und überlegten dabei die Steine für ihr Werk zu klauen. Das fanden sie dann doch nicht so toll und schossen davon ein Foto um Sarah damit zu veräppeln. Als Sarah und Sebastian uns abholten, spielte Sarah mit und meinte gleich: „Ja, das ist mein Antrag!“ Nun wussten wir nicht was wir glauben sollen. Dreht sie das Spiel nun um? Nachdem jedoch bei Maren die ersten Tränchen kullerten und Sarah dennoch dabei blieb, wussten wir, dass es kein Scherz war und fielen uns alle in die Arme. Sebastian hatte Sarah am Morgen einen Antrag gemacht und die Beiden waren gerade erst weg, als Steffi und Maren den Strand betraten. Wir konnten es gar nicht glauben und freuten uns riesig über die Geburt von Tim und über die Verlobung der Beiden. 


Der Transfer zurück nach Bangkok stand bereits an. Wir machten einen kleinen Zwischenstopp in Krabi wo wir in einem sehr abgelegenen Hotel untergekommen waren. Dort hatten wir ein 6-Mann-Zimmer. Dieses hatten wir extra gewählt, da es dort auch einen Pool gab und hier tobten wir uns die nächsten Stunden aus. Maren und Steffi genossen noch eine letzte Massage auf dem Zimmer bevor es dann nach ein paar Stunden Schlaf zum Flughafen ging. 


Wir hatten tatsächlich „One night in Bangkok“ und dies musste mit Programm gefüllt werden. Ein Glück war, dass wir bereits die Tortur des Transfers vom Flughafen zum Hotel erlebt haben. Daher konnten wir dieses Mal reibungslos und recht schnell am Hotel sein. Wer die Tortur aber nicht miterlebt hat, empfand vielleicht auch diesen Transfer als anstrengend?! ;-) Es hatte aber den Vorteil, dass die Drei sich einen ersten Eindruck von Bangkok machen konnten. Was wir zu Zweit leider verpasst haben, wollten wir nun mit den Dreien nachholen. Es war der Besuch des Präsidenten-Palastes. Am Palast spielte sich wieder die übliche Touristen-Falle ab. Angebliche Guides behaupteten, dass der Palast geschlossen sei, eine Zeremonie stattfindet oder wir die falsche Kleidung tragen, nur um uns in eine andere Sehenswürdigkeit zu locken. Wir fielen nicht darauf rein, mussten aber feststellen, dass Maren, Sebastian, Sarah und Steffi tatsächlich falsch gekleidet waren. Lediglich René war „adrett“ genug gekleidet. So mussten wir uns Hosen und Blusen ausleihen. Die Palastanlage war sehr groß. So kam es vor, dass wir teilweise nicht wussten, wo es lang geht und dies trotz Karte :-) Nachdem wir das letze Stand-Essen genossen hatten, gingen wir in einen Park. Als wir dort auf einer Wiese lagen und alle fast eingeschlafen wären, hat uns ein Parkwächter vertrieben. Also alle ab auf die Parkbank und den Asiaten beim Laufen zuschauen.


Die Khaosan Road nutzen wir in vollen Zügen ein letztes mal aus. Wir vertrieben uns die Zeit mit Shopping, Essen, Live-Musik und natürlich einer Fußmassage. Nun konnten sich auch die Drei von dieser Straße ein Bild machen und wir beendeten den letzten Tag mit einer guten Tat. Wir gaben einem Obdachlosen einen Teil unseres Essens und das restliche Kleingeld. Dieser war so dankbar, wie wir es selten erlebt haben. Ein sehr bewegender, abschließender Moment. 


Dann war es soweit und unsere Wege mussten sich leider wieder trennen. Für die Drei stand der Transfer nach Deutschland und für uns die Weiterreise nach Kambodscha an. Es war ein sehr trauriger Moment, da die letzten 2 Wochen wirklich sehr schön waren und die Drei uns nach 4 Monaten etwas Heimweh genommen haben. Uns hat es besonders gefreut, dass es ihnen so gut gefallen hat und sie uns ein kleines Stück auf unserer Reise begleitet haben. 


Dadurch konnten sie miterleben, wie besonders und außergewöhnlich diese Art der Reise ist und wir konnten durch sie dies wieder stärker wahrnehmen und schätzen. Dafür und für die  tolle gemeinsame Zeit danken wir euch sehr!!!!


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1 Kommentare

Mi

18

Mär

2015

Südthailand zu zweit

Unsere erste Station im Süden Thailands sollte Phuket sein. Nun haben wir 6 Wochen Inselhopping vor uns. Eine komplette Dauer von Sommerferien und diese komplett am Meer und anschließend geht es noch lange weiter. Never ending summer! 


Der Transfer ging bereits früh los. Um 4:30 Uhr morgens hieß es aufstehen und 10 Minuten später stand unser Taxifahrer vor dem Hostel und wartete. Die Thailänder sind in solchen Dingen überpünktlich. In dem ganzen Stress hat René seine auf dem Sunday-Market neu erworbene Sonnenbrille und die für uns so wichtigen Saugnäpfe für unsere Kosmetikbeutel liegen lassen. War zwar ärgerlich, ist aber passiert. Eine Anfrage, uns die Sachen in den Süden an ein Hotel zu senden scheiterte leider. 


Nach erfolgreicher Landung in Phuket konnten wir am Flughafen sehr günstig den Transfer zum Hotel buchen. Aber wenn die Preise so gering sind, hat dies meistens einen Hintergrund. So war es auch bei diesem Transfer. Auf halber Strecke sollten wir aussteigen und man wollte dort die Tickets nochmals prüfen. Dies war jedoch ein reiner Vorwand, um uns und den anderen Fahrgästen im eigenen Reisebüro weitere Transfers und Touren anzudrehen. Wir hörten uns alles an und lehnten freundlich ab. Dennoch gab es ein paar Mitfahrer, die dort etwas buchten. Wir wurden letztendlich direkt vor dem Hotel herausgelassen. Das war ein Service, mit dem wir garnicht mehr gerechnet hatten. Da wir noch nicht einchecken konnten, nutzten wir die Zeit, um unsere Reiseroute zu planen. Das war garnicht so einfach, da es unzählige Möglichkeiten beim Inselhopping in Südthailand gibt. 


Wir waren in Patong untergebracht. Das ist die absolute Touristenhochburg in Phuket. Zu Beginn haben wir uns dies aber noch nicht genauer angeschaut und sind mit dem Roller in den südlichen Teil von Phuket gefahren. Dort konnten wir in Karon und zum Sonnenuntergang am Promthep Cape tolle Ausblicke genießen. Als Zwischenstopp haben wir einen Abstecher zu einem kleinen Strand mit dem Namen „Yanui“ gemacht. Dieser war richtig klein, aber super schön. Das Wasser war noch wärmer als Badewannentemperatur und die Sonne gab alles, was sie zu bieten hatte. Einen bitteren Beigeschmack hatten die Gedenktafeln, die für die Tsunamiopfer von 2004 aufgestellt wurden. Unvorstellbar, das eine solche Katastrophe hier stattgefunden hat. Beruhigt hat uns, dass an allen Stränden große Masten angelegt wurden, die eine Verbindung zum Frühwarnsystem besitzen und mit Lautsprechern die Menschen vor Ort im Fall der Fälle warnen kann. Auch waren an den Stränden immer Schilder mit Evakuierungsrouten aufgestellt, durch diese man höher gelegene Stellen der Insel erreichen kann.


Besonders toll war der Sonnenuntergang am Promthep Cape. Der Aussichtspunkt war in einen leicht zugänglichen (dort waren die Menschenmassen unterwegs) und einen weniger leicht zugänglichen Punkt aufgeteilt. Den Weg zum Letzteren gingen nur wenige und so haben wir Stock und Stein sowie ganz schön steile Stellen überwunden, um einen tollen Platz für den Sonnenuntergang zu finden. Wir dachten, die perfekte Stelle für den Untergang gewählt zu haben. Doch zum Zeitpunkt, als der Sonnenuntergang auf dem Höhepunkt war, setzten sich Chinesen genau vor uns an den Abgrund. Manchmal muss man eben dreist sein ;) 


Am nächsten Tag haben wir uns auf die Suche nach einem Traumstrand gemacht, der nicht so überlaufen ist. Dann haben wir ihn schließlich gefunden. Der Bang Tao Strand nördlich von Patong erfüllte unsere Erwartungen an einen Strand in Thailand. Mehrere Kilometer lang, wenig Touristen, sauberer Strand und warmes Wasser. Also ab unter eine Palme und genießen was das Zeug hält. René hat sich sogar so sehr darüber gefreut, dass er kurzer Hand samt Geldbeutel (ist als schmaler Bauchgürtel doch schnell zu übersehen ;)) ins Wasser sprang. Die Geldscheine konnten bei diesem Traumwetter jedoch schnell trocknen. 


Wir hatten an den Strand direkt in Patong die Erwartung, dass es dort ähnlich zugeht, wie man es vom Ballermann kennt. Dies blieb jedoch aus. Vielleicht lagen wir an der falschen Stelle, aber es ging relativ gesittet ab. Wir beobachteten die Menschen vor Ort und trieben etwas Sport mit unserem Strandtennisspiel, was wir uns extra zugelegt haben. 


Dann ging es zur Bangla Road. Das ist eine berüchtigte Partymeile von Patong. Unsere Erwartung war ähnlich zur Khao San Road in Bangkok. Gleich zu Beginn wurden wir umlagert von Personen, die uns wieder eine Ping-Pong-Show andrehen wollten. Dort hieß es für uns: „Schnell weg, ein Foto am Eingangsschild machen und rein ins Geschehen“. Eine Bar nach der anderen und jede lockt mit GoGo-Tänzerinnen. Diese konnte man bereits beim Vorbeigehen beobachten, da alle Bars offen gehalten sind. Teilweise bewegten sie sich garnicht oder recht lustlos, aber es war ja noch früh. Zunächst wollten wir mal eine komplette Runde drehen, da die Straße auch nicht sehr lang ist. Wir entschieden uns für eine Bar und setzten uns so, dass wir das Geschehen auf der Straße und die Bar auf der anderen Seite sehen konnten. Dort tanzten mehrere Tänzerinnen mehr schlecht als recht, aber es war lustig anzusehen. Als wir weiter zogen, stoppten wir bei zwei Ladyboys, wovon einer sehr schwer als solcher zu erkennen war. Die waren sehr aufdringlich, als wir mit ihnen Fotos machen wollten. Der Spaß kostete uns dann mal soeben 200 THB. Nach kurzer Zeit stellte sich heraus, dass fast alle Frauen Ladyboys waren. Dies haben wir nicht bemerkt. Bei manchen hat man es erst auf den 3 Blick hin erkannt. Später sind wir noch in eine Diskothek gegangen und haben diesen Abend voller eigenartiger Eindrücke beendet. 


Nach mehrfachem Verschieben haben wir uns eine Kampfveranstaltung in der Disziplin Muay-Thai-Boxen angeschaut. Als wir am Boxstadion ankamen, war dies jedoch noch ungewöhnlich unbesucht, trotz 45 Minuten vor Beginn. Als wir dann die Tickets besorgen wollten, mussten wir erfahren, dass wir am falschen Stadion waren. Der zwielichtige Ticketverkäufer bot uns dann spontan an, uns zum richtigen Stadion zu fahren. Das ganze für 50 THB. René frug 3x nach. Doch er blieb dabei. Wir sagten kurzerhand zu. Dann kam ein Roller angefahren. Wir also zu Dritt und ohne Helm auf einem Roller zum richtigen Stadion. War nicht ganz ungefährlich, ist aber alles Gut gegangen. Wir hatten Tribünenplätze mit einer guten Sicht zum Ring. Nach kurzer Wartezeit begann die Show. Es waren insgesamt 7 Kämpfe an diesem Abend. Bei den ersten beiden Kämpfen traten jeweils Jugendliche gegeneinander an. Hier wurde bereits sehr ernsthaft geboxt. Im Stadion gab es eine Tribüne fast ausschließlich mit Thais besetzt, die Wetten platziert haben und sehr emotional und lauthals dabei waren, so wie man es aus älteren Filmen wie z. B. „Bloodsport“ kennt. Auch die Farangs wurden gefragt, aber nur die wenigsten wetteten mit. Im Stadion hing ein großes Schild mit der Aufschrift „Do not gamble!“. Doch das interessierte keinen. Zum Ende hin kam ein Polizist in das Stadion und lief zu der Thai-Tribüne. Man dachte, der nimmt die jetzt hoch, aber nein, er hat sich unter die Leute gemischt und das Spiel ging weiter. Beim dritten Kampf traten zwei Frauen gegeneinander an. Diese konnten es aber nicht und so sah es dann auch aus. Dann kam der erste internationale Kampf zwischen zwei Erwachsenen. Ein Franzose gegen einen Thailänder. Eigentlich machte der Thailänder den besseren Eindruck, doch der Franzose erwischte mit seinem Knie den Thailänder voll in die Niere, worauf hin er direkt K.O. ging. Es folgte ein Titelkampf. Um welchen Titel es aber ging, wurde nicht so richtig klar. Der Titelverteidiger wirkte viel durchtrainierter und professioneller als der Herausforderer. Aber der Herausforderer hat vollen Einsatz gezeigt und konnte mit guten Treffern sogar den Titelverteidiger zu Boden bringen. Der Kampf war sehr unterhaltsam und der Herausforderer konnte den Titel nach Punkten ergattern. Die weiteren 2 Kämpfe waren nicht weiter erwähnenswert, nur dass ein Schwede im letzten Kampf regelrecht von einem Thailänder im Ring verprügelt wurde. Es war besser als wir vorher gedacht haben, weil die Kämpfe nicht gestellt rüber kamen.


Unser erstes Insel-Hopping stand auf dem Plan. Es ging mit der Fähre nach Koh Lanta. Es ging vorbei an beeindruckenden Karststeinfelsen. Es ist wirklich beeindruckend, wie diese so groß und unberührt einfach aus dem Meer ragen. Es gab einen Zwischenstopp auf Koh Phi Phi. Die Insel machte vom Hafen aus gesehen einen sehr schönen Eindruck. So kauften wir direkt auf der Fähre terminlich „offene“ Tickets von Koh Lanta nach Koh Phi Phi und von dort aus nach Krabi. Auf Koh Phi Phi als Zwischenziel angekommen mussten wir das Boot wechseln, welches uns dann nach Koh Lanta brachte. Dort angekommen bemerkten wir, dass der Hafen von Koh Lanta sogar Hotels unmittelbar am Ufer hat. Das waren Holzhütten mit Liegeflächen und Hängematten, von denen man den Neuankömmlingen zuwinken konnte. Es existiert kein Strand, lediglich eine schöne Aussicht auf die gegenüberliegende Insel. Es war uns rätselhaft, wie man sich ein solches Hotel aussuchen kann. Nun gut. Bevor wir den Hafen verlassen konnten musste jede Person eine sogenannte „Müllsteuer“ von 10 THB bezahlen. Hierdurch sollte das vor allem durch Touristen verursachte Müllproblem finanziert werden. Wir ließen wieder alles relaxt angehen während die anderen Leute nicht schnell genug ins Tuk Tuk kamen. Wir waren mit die Einzigen, die alle Tuk-Tuk-Fahrer abwiesen und entschieden, die 2 Kilometer bis zum Hotel zu Fuß zu laufen. Auf dem Weg alle paar Meter die gleiche Konversation: „Tuk-Tuk?“, „No, thank you.“ Nach 5 Minuten Laufen legten wir erst einmal eine Kaffeepause ein. Es ist einfach herrlich, keinen Stress zu haben. Dann ging es weiter. Die Preise für den Tuk-Tuk-Transport wurden immer günstiger. Koh Lanta machte auf den ersten Eindruck keinen sonderlich guten Eindruck. Aber so war es bereits oft bei uns. Daher lassen wir uns überraschen, was noch kommt und vielleicht ändern wir unsere Meinung noch. Vorbei ging es an einem deutschen Restaurant. Dort steht auf einer Tafel ausgeschrieben „Schnitzel mit deutschen Soßen“... gespeichert. Da werden wir in den nächsten Tagen mal essen gehen soviel steht fest. 100 Meter weiter ist auch gleich unser Hotel ausgeschrieben. Noch besser. 


Das Hotel liegt unmittelbar am Strand und hatte per TripAdvisor eine gute Bewertung. Mit 28 Euro/Nacht war es das Günstigste, was wir finden konnten. Es liegt am Strand Klong Dao. Dies soll der am stärksten frequentierte Strand auf Koh Lanta sein. Wir haben extra darauf geachtet, etwas Unterhaltung im Umfeld zu haben, da wir einen längeren Aufenthalt auf der Insel geplant haben. Wir haben zunächst 3 Nächte gebucht. Das Zimmer war OK. Es war eine Holzhütte, die etwas klamm (feucht) war. Was jedoch garnicht ging, waren die Kopfkissen und die Matratze, was sich später herausstellen wird. René meinte zu beginn: „Krass, die passen sich genau dem Rücken an.“ Das war jedoch ein Trugschluss. Die Matratzen waren extrem durchgelegen und die Kopfkissen dafür umso härter. Wir entschieden bereits am 1. Abend das Hotel zu verlassen. Der Strand war zwar schön, aber nicht so schön, wie wir es uns unter einem thailändischen Strand vorgestellt haben. Sind unsere Ansprüche bereits zu hoch? Es ist etwas frustrierend, an einem neuen Ort anzukommen und festzustellen, dass es nicht den Vorstellungen entspricht. Zum Trost gönnten wir uns im deutschen Restaurant Schnitzel mit Kartoffelsalat. Das hat geholfen ;) 


Wir machten uns auf die Suche nach einem neuen Hotel. Daraus wurde eine Tagesaufgabe und wir entschieden uns für ein Hotel am Klong Nin Strand. Die restlichen Tage bis zum Wechsel in den Süden der Insel verbrachten wir damit zum Beispiel an einem Abend in die Indian-Bar zu gehen, die direkt neben unserem Hotel lag. Das Highlight war eine dort von einem Indianer durchgeführte Feuershow. Leider hatte er keinen guten Tag erwischt und ließ die Feuerkugeln und die Feuerstangen mehrfach fallen. Nach der Show konnte man sogar frische Verbrennungen an seinen Händen sehen. Es waren aber auch sehr gute Effekte dabei und es hat Spaß gemacht, ihm dabei zu zusehen. 


Wir entschlossen, uns über Weihnachten einen PADI Open Water Tauchschein zu gönnen. Wir wollten hierbei jedoch, was die Sicherheit angeht, auf Nummer sicher gehen und die Theorie und die Anleitungen durch den/die Lehrer/in in deutscher Sprache erhalten. Ein paar Tauchschulen fielen daher von vornherein raus. Die vorliegenden Angebote haben wir dann verglichen und haben uns für die Tauchschule „Blue Planet Dive“ entschieden. Dieser Tauchkurs beinhaltete einem 3 Tageskurs und 5 Tauchgänge (4 davon im offenen Meer). Es gab auch einen Theorieteil, der mit einer Prüfung abschloss. Dazu bekamen wir ein Buch mit 250 Seiten. So hatten wir am Tag unserer Anmeldung 4,5 Tage Zeit zum Selbststudium abzüglich der Theorie und der Praxisstunden in den 3 Tagen. Das bedeutete lernen, lernen, lernen. Wir cancelten einen geplanten Ausflug in den Norden der Insel und fingen an uns mit der Literatur auseinander zu setzen. Da das Wetter nun auch umschlug, fiel es uns leichter, die Zeit mit Lernen zu verbringen. Schön war auch, dass die Inhalte super interessant waren. Bis zum Beginn des Kurses haben wir bis spät abends die Theorie studiert. 


Am ersten Tag wurden wir also um 8 Uhr abgeholt. Unsere Tauchlehrerin Katharina stellte sich kurz vor und wir stellten zu Beginn am Ufer unsere Tauchausrüstung zusammen. An der Tauchschule angekommen, wurden die ersten 3 Teile der Theorie von insgesamt 5 Teilen gefühlt im Akkord durchgespielt. Es war nur ein Vormittag hierfür angesetzt, da im Nachmittag schon der 1. Tauchgang im Pool eines Resorts stattfinden sollte. Am Pool angekommen, haben wir zunächst gelernt, wie man die Einzelteile der Tauchausrüstung zusammen baut und wieder auseinander nimmt. Das mussten wir beide dann 5 Mal direkt hintereinander durchführen. Steffi hat es nur 4 Mal gemacht, weil sie ausnahmsweise mal langsamer war als René. Aber Katharina meinte, Steffi braucht das 5. Mal nicht mehr, da sie es einfach drauf habe. Es ging dann anschließend ins relativ kalte Poolwasser, wo wir das erste Mal mit einem Atemgerät unter Wasser geatmet haben. Das war ein komisches Gefühl und Steffi wollte direkt wieder nach oben. Warum dies so war, weiß sie aber selbst nicht mehr. Weitere Übungen wurden unter Wasser durchgeführt: Maske unter Wasser vom Wasser befreien, Maske unter Wasser wechseln, Atemgerät unter Wasser wieder finden, Tarierung usw.. Wir mussten auch unter Beweis stellen, dass wir Schwimmen können. Katharina verriet uns, dass es Taucher gibt, die nicht richtig Schwimmen können. Mit der Zeit wurde uns trotz eines Neoprenanzuges sehr kalt und wir waren froh, dass wir das Schwimmen nicht lange unter Beweis stellen mussten. Anschließend ging es zum Hotel und wir waren geschafft. Doch wir mussten mindestens noch den 4. Teil der Theorie bearbeiten. Also kamen wir erst spät ins Bett. 


Am 2. Kurstag, also Heiligabend haben wir glatt verschlafen. Dennoch konnten wir den Transfer rechtzeitig erwischen. Heute zu Weihnachten hatten wir unsere ersten beiden Tauchgänge im offenen Meer. Steffi war total nervös und hatte teilweise das Gefühl, nicht tauchen zu wollen. Das Boot, welches uns zum Tauchplatz an der Insel Koh Haa brachte bestand aus 2 Ebenen. Auf der 1. Ebene war das gesamte Tauchequipment untergebracht, wobei man sich auf der 2. Ebene aufhielt. Zu Beginn mussten wir unsere Tauchausrüstung in der 1. Ebene zusammen bauen. Dann konnten wir frühstücken, mussten währenddessen jedoch schon Prüfungsfragen zur Vorbereitung auf die Abschlussprüfung für die Teile 1-4 bearbeiten. Dann führte Katharina mit uns das Tauchbriefing durch. Hierbei wurde alles Wesentliche für den ersten Tauchgang besprochen. Dann ging es auch bereits los. Es wirkte eine angespannte und hektische Stimmung. Wir waren mehr mit uns selbst beschäftigt bis zum Punkt, wo wir einen gegenseitigen Sicherheitscheck durchführen mussten.


Dann watschelten wir in kompletter Montur zum Bootsende und sprangen wie geübt mit einem großen Schritt nach vorne ins Meer. Es herrschte Wellengang und wir füllten direkt unser BCD (eine Art Schwimmweste, die mit der Sauerstoffflasche verbunden ist) auf. Nach ein paar Übungen an der Wasseroberfläche begann schon der Abstieg. Steffi bekam hierbei Probleme mit dem Druckausgleich in den Ohren, so dass sie teilweise wieder kurz aufsteigen musste um es dann erneut zu versuchen. Auf einer Tiefe von 12 Metern haben wir dann weitere Übungen durchgeführt. Da alles neu war und wir ständig Übungen machten, konnte man auf das Eigentliche (die Unterwasserwelt) garnicht achten. Dazu kam, dass René´s Sicht starkt beeinträchtigt war, da die Taucherbrille ständig beschlug. Weiterhin war René zu Beginn vom Bleigewicht zu schwer. Dadurch sank er ständig in Richtung Boden. Steffis Gefühle waren hierbei sehr unterschiedlich. Teilweise war sie so beschäftigt, dass sie irgendwie nicht realisierte, was gerade passiert und wo sie gerade tatsächlich ist. Wenn sie daran gedacht hat, bekam sie teilweise Panik und musste sich wieder beruhigen. Das hat dann zum Glück immer sehr gut geklappt. Wir sind immer nahe beieinander geblieben, was uns gegenseitig beruhigte. Die Unterwasserwelt ist sehr beeindruckend. Wir sind mit Schildkröten und Fischen geschwommen und haben einen Trompetenfisch und Muränen gesehen. Beim Aufstieg war Steffi etwas zu schnell unterwegs, so dass ihr Tauchcomputer zu piepsen begann. Dadurch entstand bei Steffi etwas Panik. Katharina meinte jedoch, dass wir alles gut gemeistert hätten. 


Beim zweiten Tauchgang ging alles schon viel leichter von der Hand. Das Tauchen hat uns richtig angestrengt. So fühlten wir uns anschließend auch, als wir noch die Videos für die Teile 4-5 in der Tauchschule anschauen mussten. Die geplanten Skypetermine im Hotel haben nicht funktioniert und so haben wir bis 2 Uhr in der Nacht den Rest der Theorie gelernt. Das war nicht so toll. Dennoch war es ganz gut, dass wir über die Tage so gut beschäftigt waren. Es war schon ein seltsames Gefühl, Weihnachten nicht zu Hause zu sein. 


Am 1. Weihnachtstag war der letzte Tag des Tauchkurses. Auf dem Programm standen 2 Tauchgänge im Meer und die schriftliche Abschlussprüfung. Die beiden Tauchgänge waren wieder im allgemeinen einfacher, obwohl Steffi ein kleines Problem mit der Übung zum Notfallaufstieg hatte. Steffi bekam eine neue Taucherbrille, die jedoch auch immer beschlug. Daraufhin tauschten Steffi und Katharina unter Wasser die Brillen und Steffi konnte erstmalig die Unterwasserwelt richtig erkennen. Die Abschlussprüfung ist sehr gut für uns gelaufen. So können wir uns ab jetzt „Open Water Diver“ nennen. Nun dürfen wir in offenen Gewässern eigenständig bis zu einer Tiefe von 18 Metern tauchen. Yesss ;)


Als nächstes Ziel stand der Hop auf die Trauminsel Koh Phi Phi an. Als wir mit der Fähre in Phi Phi ankamen, merkten wir erst einmal richtig, was unter dem Begriff „Überlaufen“ wirklich zu verstehen ist. Es waren einfach nur massenhaft Menschen, die auf dieser Insel abgefertigt wurden. Hier präsentierte sich ein Partyvolk von einer nicht sonderlich schönen Seite. Auf dem Weg zur Unterkunft liefen wir durch Gassen, in denen sich eine touristische Einrichtung nach der Anderen aneinander reihte. Das Partyvolk war unterwegs, die Straßen waren lehmig und oft stand der Geruch von Abwasser in der Luft. Unsere Unterkunft lag zum Glück etwas außerhalb des Zentrums und bestand aus überwiegend Holzhütten. Unser Zimmer war klein aber in Ordnung. Wir machten uns direkt auf den Weg, um den belebten Teil von Koh Phi Phi (Don) zu erkunden. Zuerst ging es zum Hauptstrand Loh Dalum, der direkt gegenüber des Fährhafens liegt. Der Strand und die Landschaft waren traumhaft, aber absolut voll von Menschen. Der Service hier war auch bereits sehr abgestumpft und entsprechend unfreundlich. Mit diesen Eindrücken wollten wir schnell abschließen und zu Fuß einen abgelegenen Strand Ao Loh Moo Dee besuchen. Der Weg dorthin war länger als gedacht und durch die starke Hitze richtig anstrengend. Auf der Strecke kamen wir auch an einer Thai-Siedlung vorbei. Von Touristen war hier nichts zu sehen. Da waren ein paar Männer auf der Straße. Einer von ihnen hatte eine riesige Machete. Und da „Machete nicht twittert“ (Filmzitat: Machete II), kamen wir so ins Gespräch. Wir sahen ein kleines Grab, in dem eine tote Katze lag. Auf der gegenüberliegenden Seite lag eine relativ große Würgeschlange, die der Rache von Machete zum Opfer gefallen war. Sie erzählten uns, dass es deren Katze gewesen sei. Der Besitzer wirkte sehr traurig, sagte uns aber im nächsten Satz direkt: „You can make pictures, if you want!“. Das war eine traurige Situation, aber die Männer waren so freundlich, dass es auch wiederum schön war. Teilweise ist es einfach eine verkehrte Welt. 


Als wir dann endlich am Strand angekommen sind, hätten wir eigentlich garnicht mehr ins Wasser gemusst, da wir so schon klitschnass waren.  Der Strand war klein, aber traumhaft. Der Sand war wie Puder und das Wasser kristallklar. Leider ist aber auch hier der Tourismus angekommen. Der Bereich hinter dem Strand wurde planiert, bestimmt für ein weiteres Resort. Kurze Zeit später entschieden wir, wieder den Rückweg anzutreten. Doch dann ging es ungeplant nochmal zurück zum Strand, da Steffi sich in einem Schlammloch verfang und alles voller Schlamm war. Der Rückweg war super anstrengend, da zu starken Steigungen auch noch die enorme Hitze hinzukam. Die Richtung wählten wir so, dass wir an insgesamt 4 Aussichtspunkten vorbei kamen. Einen Aussichtspunkt mussten wir chanceln, da dieser absolut zugewachsen war. Schlimmer jedoch waren die hundertfach auftretenden Mücken, die sich dort richtig aggressiv über uns her machten. Genau an dieser Stelle hielt uns auch noch ein Mann auf, der uns mit Fragen löcherte. Da nahm René einfach in Kauf, mal kurz angebunden zu sein :) Am Hauptaussichtspunkt hat man einen tollen Überblick auf die Inselenge. Wir hatten Glück, denn nach kurzer Zeit zog ein heftiger Schauer über uns hinweg. 


Im Hotel angekommen, mussten wir erst einmal eine Abkühlung im Pool nehmen. Abends ging es dann zum Loh Dalum, wo sich das Partyvolk dann immer gerne aufhielt. In der ersten Bar wurden wir eine Stunde lang nicht bedient und wir gingen 10 Meter weiter zur Nächsten. Dort wurden wir bedient und kurz darauf fing dort eine Feuershow an. Direkt zu Beginn schleuderte der Künster mit 2 Feuerbällen so stark, dass ein Mann in der ersten Reihe Funken auf sein Oberteil bekam, welches dann hinüber war. Kurze Zeit später, nachdem die Künstler eigentlich laufend die Feuerbälle oder –stangen haben fallen lassen oder nicht wieder auffangen konnten, begannen sie damit, diese Feuerbälle oder –stangen über das Publikum hinweg zu werfen. Das war richtig gefährlich. Als dann sogar unbeteiligte Strandspaziergänger von den Feuergeschossen getroffen wurden, wurde es René zu viel und wir haben uns von der Veranstaltung vorzeitig verabschiedet. Wir sind dann zu einer Bar, die zwar auch eine Feuershow durchgeführt hat, aber bei Weitem professioneller. Man kommt nicht drum herum, jede Bar hat ihre eigene Feuershow. Dort haben wir an der Bar den Abend ausklingen lassen und das Verhalten der Leute beobachtet. Die Bars haben versucht, durch inszenierte Aktionen das Partyvolk an sich zu binden. Alles sah aber zunächst so aus, als ob dies rein zufällig passieren würde. Wahnsinnig war auch, dass das Personal der Bar ein „absolut reines Gewissen“ dabei hatte, uns entsprechende Mittel zum Kauf anzubieten. 


Nun stand „Die Tour“ bevor! Sollten wir nun den perfekten Strand erreichen? Ein Stück Paradies auf Erden erleben, so wie es im Film „The Beach“ mit Leonardo DiCaprio dargestellt wird. Im Film wird dieser Strand, der im Naturschutzgebiet der Insel Koh Phi Phi (Leh) liegt als eines der wenigen paradisischen Geheimnisse bewahrt, wo der Tourismus keine Kenntnis von hat. In Realität hat der Tourismus jedoch Kenntnis davon und der Strand „Maya Bay“ wird täglich mit hunderten Booten angefahren und man sieht vor lauter Menschen den Strand nicht mehr. Es gibt genau einen Anbieter, der das Recht hat, dort einen Ausflug mit Übernachtung anzubieten. Genau dieser Anbieter bricht mit dem Boot erst im Nachmittag zur Maya Bay auf, wenn die ganzen anderen Boote langsam beginnen, die Touristen wieder nach Koh Phi Phi (Don) zu bringen. Also gaben wir unsere großen Rucksäcke am Tourenbüro ab. In Summe waren wir an die 30-40 Personen. Es kam ein Amerikaner an, der super mitteilungsbedürftig war und alles ansprach, was bei 3 nicht auf den Bäumen war. Das nervte irgendwann so sehr, dass wir nicht nur inhaltlich, sondern auch räumlich etwas Abstand auf dem Dach des Bootes suchten. Wir hatten Glück, es waren noch genau 2 Plätze frei. Dort haben wir Daco und Natalie kennengelernt. Ein sehr nettes Pärchen aus Brasilien. Daco hatte ein Austauschjahr in Deutschland gehabt und konnte sich auch auf Deutsch mit uns unterhalten. Wir sind aber Natalie zu liebe überwiegend bei Englisch geblieben. 


Koh Phi Phi Leh liegt nur 20 Minuten Bootsfahrt von Koh Phi Phi Don entfernt. Das Boot hielt an der Viking Cave und machte kurz vor der Maya Bay einen Schnorchelstopp. Dort konnte auch Kayak fahren, wer wollte. René sprang, wie auch viele andere vom Sonnendeck des Bootes. Steffi stand dort gefühlte 30 Minuten und grinste, was das Zeug hält. Sie traute sich nicht und nahm dann die Treppen. Das Wasser war unbeschreiblich schön. Türkis und hunderte bunte, zutrauliche Fische. Doch dann passierte es. „Be careful, BE CAREFUL!!!“ hörte man nur. Die Kayakfahrerin aus Afrika war manövrierunfähig und haverierte auf René´s Hinterkopf. Steffi lachte... René nicht... :) Es ging zur Maya Bay. Unser Boot hielt etwas weiter entfernt vom Strand, aber bereits von dort aus konnten wir die Menschenmassen sehen, die das schöne Bild einfach zerstörten. Uns haben Longtailboote bis zum Strand gebracht. Dort angekommen, mussten wir den Strand suchen, der vor lauter Touristen fast nicht zu sehen war. Einfach Wahnsinn! Wir sind zunächst durch Dschungel zum anderen Ende der Insel gelaufen. Nein, die Klippe aus dem Film gibt es in Wirklichkeit nicht! In der Realität angekommen ging es zurück zu „The Beach“ und wir konnten beobachten, wie immer mehr Menschen von Booten abtransportiert wurden. Ein unbeschreibliches Gefühl, im Paradies angekommen zu sein, wurde immer stärker. Wir haben das in vollen Zügen genossen; im und am Wasser. Direkt hinter dem Strand gab es ein Camp. Es bestand aus einer Überdachung und einem Vorplatz aus Sand, dort waren großflächig Matten ausgelegt. Dort gab es dann sehr leckeres Chicken Curry, Reis und Gemüse. Nach einer Vorstellungsrunde bekam jeder einen „free-bucket“ das war ein großzügiger Longdrink in einem kleinen Eimer serviert. Unser Guide „Phi-Phi“ versuchte vergebens dann ein Trinkspiel durchzuführen. Er war zeitweise richtig wütend, als es nicht so lief, wie er es sich vorgestellt hatte. Er reagierte dann beleidigt. Der zusätzliche Umsatz durch den Verzehr weiterer „buckets“ war nämlich gefährdet. Das war aber sehr lustig, weil „Phi-Phi“ gut angetrunken war. Wir, wie auch weitere Teilnehmer haben sich anschließend ausgeklingt, um den restlichen Abend am Strand zu genießen. Die Gruppe zersplitterte sich und jeder machte das, was ihm gefällt. Glücklicherweise waren wir so eine große Gruppe, dass wir am Strand übernachten konnten, da es auf dem Boot nicht ausreichend Schlafplätze gab. So schlugen wir am Abend in der Mitte des Strandes die Schlafplätze (Matte, Kopfkissen und Schlafsack) auf und genossen die Ruhe, das Meer und die Landschaft, die durch den Mondschein angeleuchtet wurde. Es war richtig romantisch. Manchmal wurde die romantische Stimmung durch die Partypeople aus der Gruppe gestört, die meinten nochmal lauthals schwimmen zu gehen. Aber das war nicht weiter schlimm, denn wir waren in Genießerstimmung. Deco und Natalie gesellten sich später zu uns und Deco erzählte uns, dass er phosphorisierendes Plankton im Meer gesehen hätte und egal wie kalt uns sei, wir uns dies anschauen sollten. Also gingen wir ins Wasser und konnten unseren Augen nicht trauen. Bei jeder Bewegung im Wasser leuchteten hunderte kleine Blitze auf. So etwas haben wir bisher noch nicht gesehen. Anschließend unterhielten wir uns mit Deco noch über den Sinn des Lebens und schliefen glücklich ein. Als wir nachts mal aufwachten, schauten wir auf einen sternenklaren Himmel. Wir waren im Paradies angekommen. Wir haben uns für den nächsten Tag extra den Wecker auf 6 Uhr gestellt, damit wir noch Fotos machen konnten, bevor die nächsten Touristen kamen. Anschließend nahmen wir ein Bad in der größten Badewanne der Welt. Dann ging es auch schon wieder zurück. Nach einem kurzen Schnorchelstopp wurden wir zusammen mit Natalie und Deco sowie einem weiteren Pärchen mit einem Longtailboot zum Pier gefahren, damit wir die Fähre nach Krabi noch erreichen konnten. 


Am Pier war die Hölle los. Hunderte Menschen wurden an einem relativ kleinen Pier abgefertigt. Unsere Fähre hatte dann Verspätung und wir mussten dort in brühender Hitze und praller Sonne warten. Das war hart. Endlich in der klimatisierten Fähre angekommen, philosophierten Deco und René über die politische Situation in Brasilien, wärend Natalie und Steffi es vorzogen zu schlafen. In Krabi angekommen trennten sich leider unsere Wege. Haben uns vorgenommen, uns mal gegenseitig zu besuchen. Kurz bevor es zu den Transfers ging kam ein richtiger Platzregen. Wir mussten warten, obwohl uns zuvor ein Taxifahrer weiß machen wollte, dass unser Transfer bereits weg sei.


Als wir im Hotel waren, wurde es Steffi auf einen Schlag richtig schlecht. Sie hatte Kopfweh, Bauch- und Gliederschmerzen, Schwindel und Übelkeit zugleich. Als sie dies alles aufzählte und stöhnte, ergänzte Sie noch „aber vielleicht ist mir einfach nur warm.“ Als sie dies ausgesprochen hat, verfielen wir trotz dieser Situation erst einmal ins große Lachen. Wir hatten den Verdacht, dass Steffi sich am Pier vielleicht einen leichten Sonnenstich zugezogen hat. 


Am Silvesterabend gingen wir auf ein Festival, das fast ausschließlich von Locals besucht wurde. Es war eine Art Markt dort aufgebaut und es traten Künstler auf einer Bühne auf. Kurz vor Jahreswechsel ist wohl ein thailändischer Teenie-Star aufgetreten und die Jugendlichen machten Fotos und Videos mit deren Smartphones. Dann war es soweit. Der Countdown wurde gezählt und es gab ein kurzes Feuerwerk. Anschließend war nicht mehr viel los. Die Locals verließen in Windeseile die Veranstaltung. Merkwürdig, wie die Thais Silvester feiern :)


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Fr

06

Mär

2015

Nordthailand

Trotz unserer Vietnamerfahrung bestritten wir unseren Transfer von Ayutthaya nach Chiang Mai mit dem Bus. Dies war um die Hälfte günstiger, als wenn wir die Bahn genutzt hätten. Wir hofften hierbei auf eine wesentlich angenehmere Fahrt als von Laos nach Vietnam. Wir hatten Glück. Wir saßen ganz vorne. Was nur nervig war, war der Fernseher vor unserer Nase, worin die ganze Zeit thailändische Soaps liefen. Dies war so laut eingestellt, dass sogar Ohrenstöpsel nicht aushalfen. Chiang Mai sollte nicht unsere erste Station im Norden sein. Es ging gleich weiter nach Mae Rim. Der Ort liegt ca. 25 Kilometer von Chiang Mai entfernt und ist etwas ländlicher gelegen. Wir hatten hier ein super Angebot bei Agoda entdeckt und konnten einfach nichts anderes tun, außer zuzuschlagen. Eine Anlage bestehend aus Villen, die sogar eigene große Jacuzzis besitzen. Weiterhin hatte der Komplex zwei Swimmingpools, Fitnessstudio, Sauna und einen eigenen See, wo man fischen und mit Tretbooten fahren konnte. Hier wollten wir es die nächsten Tage aushalten. So schnappten wir uns am Busbahnhof einen Tuk Tuk Fahrer, handelten einen Preis aus und er brachte uns zum Hotel. Das Verhandeln in Thailand ist nicht so einfach wie in unseren bisherigen asiatischen Ländern. Man merkt, dass durch den starken Tourismus und durch die Leute, die jeden Preis direkt bezahlen die Händler sich nicht mehr so stark drücken lassen. Wir konnten dennoch einen guten Preis erzielen. Nicht nur der Tuk Tuk Fahrer staunte als er das Resort sah. Zuvor haben wir noch hartnäckig um umgerechnet 2 Euro gefeilt und nun setzte er uns in solch einer Anlage ab. Nach dem Einchecken wurden wir in unserem Backpackeroutfit stilgerecht mit einem weißen Golf-Caddy zur Villa gebracht. Wir hätten den Caddy jederzeit in Anspruch nehmen können. Zum Beispiel hätten wir uns auch zum Frühstück fahren lassen können. Das war uns dann doch zu viel des Guten :) Der erste Eindruck war hervorragend. Wir sprangen stilgerecht mit unserem Backpackeroutfit auf unserem Riesenbett herum und ließen den Jacuzzi laufen. Der Eingangsbereich, der größer war als manche Hotelzimmer, in die wir zuvor abgestiegen sind, wurde von Steffi umfunktioniert zu unserem neuen Ankleideraum. Wie herrlich. Auf den zweiten Blick war alles doch nicht mehr so hervorragend. Der Jacuzzi war undicht, die Düsen funktionierten nicht und das heiße Wasser lief so langsam, dass die Wassertemperatur bei vollem Becken nicht mehr vorhanden war. Der Bettbezug war fleckig, der Safe defekt und der Waschbeckenabfluss undicht. Stilgerecht in unserem Backpackeroutfit ging es dann mit der Mängelliste zur Rezeption. Prompt bekamen wir ein neues Zimmer. Zwar benötigte der Jacuzzi nun ca. 4 Stunden, um voll zu laufen, weil dort nur Tröpfchen heraus kamen, aber immerhin war das Wasser anschließend noch warm :)

 

Nachdem wir uns aus dem Jacuzzi befreien konnten, haben wir eine Wanderung zum Mae Sa Wasserfall gemacht. Das waren nur 6 Kilometer. Auf dem Weg dorthin haben wir verschiedene Attraktionen gesehen, die dort angeboten wurden. Dazu gehörten Insektenzoo, Orchideenfarm, Schlangenfarm, Affengehege und Tigergehege. Auch wurden dort verschiedene Erdbeerprodukte angeboten, die direkt aus der Plantage auf dem gleichen Gelände stammten. Hier legten wir gleich einen Stopp ein. Eine freundliche Frau brachte uns gleich den hausgemachten Erdbeersaft. Das war so lecker, dass wir gleich einen Karton davon orderten. Die Frau brachte uns noch Nüsse, die auch so lecker waren, dass wir eine ganze Tüte bestellten. Kurz danach merkten wir, dass diese ohne schweres Gerät nicht zu knacken waren :) Auch waren hier wieder Hunde unterwegs. Aber mit einem Stock bewaffnet fühlten wir uns sicher. Die Wanderung zum Wasserfall war in 10 Etappen aufgeteilt. An den einzelnen Etappen waren verschiedene Möglichkeiten um ein Picknick zu machen. Dies nahmen die Einheimischen vor Ort auch vielfältig in Anspruch. Reiskocher und weitere Gerätschaften durften hierbei natürlich nicht fehlen. Der Weg war leicht zu begehen und der Wasserfall würde von Etappe zu Etappe immer schöner. Auf der 10. Etappe, wo der Höhepunkt des Wasserfalls zu sehen war, machten wir noch eine kurze Pause und genossen die Aussicht. Auf dem Weg zurück trafen wir auf ein Hunderudel von ca. 6 Hunden, die in unsere Richtung liefen. Steffi lief direkt zu Einheimischen, die am Wegesrand standen. Die meinten aber, die Hunde würden nichts tun. Dennoch wollte Steffi sicherheitshalber erst einmal bei den Leuten bleiben. René schloss sich Steffi ohne großen Widerstand an :) Diese amüsierten sich köstlich - sie waren auch vorher nicht in Ayutthaya gewesen. Kurze Zeit später jedoch löste sich das Rudel wieder auf und alles war gut.

 

An einem anderen Tag haben wir einen Roller ausgeliehen. Der kam ohne Luft in den Reifen und 1,5 Stunden später als vereinbart. Wenn wir in Asien eines gelernt haben, dann ist es: Die Dinge einfach lockerer zu nehmen. Nachdem wir also die Reifen aufgefüllt haben, machten wir eine Rundfahrt durch das Mae Sa Tal. Hierbei teilten wir uns erstmals einen Roller, da Thailand im Vergleich zu anderen asiatischen Ländern schon etwas teurer ist. Das war natürlich unbequemer, aber dafür haben wir einfach mehrere Pausen eingelegt. Wir machten auch einen Stopp an einer Bar/Restaurant, wo wir das erste Mal Thai-Tee probiert haben. Der war für uns sehr speziell, da er zur Hälfte aus Tee und Milch bestand; dennoch sehr lecker. Wir hatten Lust auf Nudeln. Steffi bestellte sich „Spaghetti Carbonara“ und René „Spaghetti Green Curry“. Er betonte extra noch „ ... please not spicy!“ Es gibt grünen, gelben und roten Curry. Jedoch ist das beim Curry nicht wie mit dem Ampelsystem zu sehen, sondern genau umgekehrt, wie sich später herausstellte. Das war das schärfste Gericht ever, ever, ever! Alles brannte nur und René konnte nicht einmal aufessen. Da kam der Thai Tee mit dem Milchanteil wie gerufen. Da die Portionen sehr klein waren, bestellte René dann nochmal das leckere „Carbonara“ und konnte dann seinen Hunger endlich stillen. Während wir dort saßen lief eine Elefantenfamilie die Straße entlang. Das war ein ungewöhnliches Bild. Das ist Nordthailand. Wir nutzten die Ruhe und Abgeschiedenheit in unserem Resort, um die nächsten Dinge zu planen. Auch wesentliche Punkte für Australien und Neuseeland haben wir fest gemacht, da wir dort unseren Reisestil ändern werden. Aber dazu in den späteren Blogs mehr ;)

 

Wir haben uns entschieden, ein Elefantencamp zu besuchen. Hierbei war uns jedoch wichtig, dass die Elefanten dort möglichst artgerecht gehalten werden, um solche Veranstalter nicht zu unterstützen, die nur zur Belustigung von Touristen durch stundenlange Trekkings oder für Dinge wie Malerei, Tanz und andere akrobatische Vorführungen dressiert werden. Elefanten verbringen die meiste Zeit mit Fressen, da sie jede Menge Wasser und Pflanzen zu sich nehmen müssen. Dies wird durch solche Veranstalter absolut vernachlässigt. So haben wir einen Anbieter gefunden, der bei TripAdvisor sehr gut abgeschnitten hat. Wir wurden morgens vom Hotel aus abgeholt. Dies war nach kurzem Hin und Her dann doch möglich. Manchmal muss man einfach hartnäckig bleiben. Zusammen mit einer Französin, einer Irin und einem Iren waren wir mit 5 Pesonen eine sehr überschaubare Gruppe. In einem Zwischenstopp wurden jede Menge Bananen eingeladen. Diese waren jedoch nicht für uns bestimmt, sondern für die Elefanten. Das Camp war sehr ländlich und abseits gelegen. Es bot sich eine richtig schöne, natürliche Umgebung. Direkt zu Beginn bekamen wir ein Mahout (=Elefantenführer) Outfit, das aus einem Oberteil (Mischung aus Weste und Muskelshirt), einer Hose (7/8 Stoffhose, von hinten nach vorne gebunden) und einer Stofftasche bestand. Dann kam unser Guide. Er war sehr nett und erklärte uns zunächst alles über das Camp. Dort sind lediglich 4 Elefanten, die von ihren vorherigen Arbeitgebern (Circus und Trekking) gerettet wurden. Ein Elefant hat sogar vor lauter Stress nichts mehr gegessen und als er sich im neuen zu Hause wieder regeneriert hatte, wollte der vorherige Arbeitgeber ihn sogar wieder zurück kaufen. Dieses Geschäft ist zum Glück nicht zustande gekommen. In Vorbereitung unseres Treffens mit den Elefanten konnten wir unsere Stofftaschen mit Bananen füllen. Die Elefanten kamen mit ausgestrecktem Rüsseln auf uns zu und wir konnten nur kapitulieren und die Bananen herausrücken. Die Elefanten waren sehr zutraulich und wir konnten ohne Probleme in Kontakt kommen. Die „richtigen“ Mahouts waren auch vor Ort, damit die Elefanten wussten, dass wir nicht deren Feinde sind. Es waren 2 große Elefantenkühe und 2 jüngere männliche Elefanten. Einer der kleinen Elefanten verteilte Küsschen mit seinem Rüssel, was eine richtig feuchte Angelegenheit war. Dies konnte er wohl noch aus seiner Zeit im Zirkus. Nachdem die Bananen weg waren, ging es zu einem kleinen Schlammtümpel, in dem die Elefanten deren Haut vor Mücken und anderem Ungeziefer schützen. Hier hätten wir mit den Elefanten im Schlamm wälzen können, doch wir entschieden uns, sie lediglich dabei zu beobachten. Dann hieß es weiter haufenweise Getreide fressen für die Elefanten, während wir auch unser Mittagessen zu uns nahmen. Es gab richtig leckeres Thai-Essen und wir konnten innerhalb der Gruppe gute Hinweise für unsere Zeit in Australien bekommen. Elefanten essen normalerweise 20 Stunden am Tag, also war dies auch die Hauptbeschäftigung der Dickhäuter an diesem Tag. Während der Fütterung ist René´s Sonnenbrille verloren gegangen. Wir hatten Probleme, unseren super netten Guide beim Suchen der Brille zu stoppen. Das war wieder ein tolles Zeichen der außergewöhnlichen Hilfsbereitschaft der Thailänder. Anschließend ging es mit Macheten bewaffnet in den Urwald, um für die Elefanten Zuckerrohr zu ernten. Also ab auf die Ladefläche des Pickups und ab zum Feld. Es war garnicht so einfach, das Zuckerrohr zu ernten, da sich an den Pflanzen kleine Härchen befanden, die ähnlich wie bei Brennnesseln wirken. Steffi frug mehrfach, ob es dort auch Schlangen gäbe. Er meinte immer lachend: „Yes!“ aber verneinte es auch nicht. Wir sind zum Glück auf keine gestoßen. Zurück am Camp angekommen, waren die Elefanten nicht zu stoppen und machten sich über das Zuckerrohr her. Es ging zum Abschluss über Stock und Stein zu einem Fluss, wo wir zusammen mit den Elefanten in das eiskalte Wasser gingen und ein Bad nahmen. Ohne Steffis erneute Frage meinte der Guide von sich aus zu Steffi: „Yesss, here are snakes!“ und lachte wieder. Im Fluss führten die Elefanten sich auf wie kleine Kinder. Sie plantschten, ließen sich ins Wasser fallen und spritzten uns mit deren Rüssel mit Wasser nass. Und gleich begann eine riesige Wasserschlacht. Wir bespritzten die Elefanten, die Guides bespritzten uns und dann bespritzten wir uns alle gegenseitig. Das hat riesen Spaß gemacht und wir hatten das Gefühl, das Richtige getan zu haben. Dieses Erlebnis war unvergesslich für uns.

 

Am letzten Tag, bevor es nach Chiang Mai ging, haben wir uns im Angeln am großen Fischteich im Resort versucht. Für René war es das erste Mal. Wir liehen uns Angeln an der Rezeption aus und bekamen als Köder 4 Scheiben Toastbrot. René wollte sein Glück von einem kleinen Boot aus probieren. Er paddelte bis zur Mitte und da hatte Steffi bereits den ersten Fisch an der Angel. Das ging Steffi zu schnell und sie traute sich nicht, den Hacken aus dem Maul zu lösen. Der Hacken hatte sich mittlerweile durch die Augenhöhle gebohrt und er zappelte wie verrückt. René brüllte nur Steffi solle den Fisch nicht quälen und ihn befreien, aber Steffi konnte es nicht und René musste zur Rettung kommen. René befreite den Fisch unter Ekel und besorgte danach erst einmal ein Tuch und Toilettenpapier. René versuchte sein Glück nun auch vom Steg aus. Er versuchte sich im Tiefangeln, während Steffi die Angel auswarf und sich dabei ständig verhädderte. Sie wollte von ihrem Stil aber nicht abweichen und wir machte einen Wettbewerb daraus. Am Ende hatte Steffi 4 und René 5 Fische geangelt, wobei Steffi den Größten geangelt hatte. Wir mussten immer gegenseitig die Fische von der Angel lösen. Dabei spielten sich teilweise lustige Szenen ab, bei denen sich René selbst geangelt hat, oder ein Fisch im Ruderboot landete, als Steffi ihn zurück ins Wasser befördern wollte und René ihn dann aus dem Boot befreien musste.

 

Für Chiang Mai haben wir das Hostel gebucht, was uns unsere Freundin Jenny empfohlen hat. Das ist von einem Deutschen geführt und hier gibt es so manche Köstlichkeiten, die man in Deutschland so lieben gelernt hat. Vernünftiges Brot, Brötchen, Salami, Käse und natürlich Schnitzel und Currywurst mit Fritten. Letzteres haben wir uns nach Ankunft direkt einmal gegönnt. Am nächsten Morgen haben wir uns direkt einmal über das Frühstück her gemacht. Steffi hatte die Käseplatte mit Schmierkäse, Gouda, Saint Albert und Brötchen. René gönnte sich die Salami-Käse-Variante. Beides war einfach super lecker. Wir genossen jeden Bissen und das jeden Tag. Es war einfach schön, nochmal ein Stück Heimat zu spüren. Hier gab es auch deutsche Magazine und deutsches Fernsehprogramm. Dies nutzten wir gleich aus und schauten deutsches Fernsehen. Durch die Zeitverschiebung lief jedoch leider nur Mittagsprogramm.

 

Während unserer Zeit in Chiang Mai stand auch der Geburtstag des Königs an und wir besuchten am großen Marktplatz von Chiang Mai eine Zeremonie, in der gesungen wurde, Kerzen angezündet, Auszeichnungen verliehen und zum Finale ein Feuerwerk abgehalten wurde. Steffi bekam von einer älteren Dame auch eine Kerze geschenkt die wir anzünden konnten und somit waren wir mitten drin statt nur dabei.

 

Wir haben uns in Chiang Mai umgesehen und gerieten ein wenig in ein Motivationsloch. „Overtempelt“, so wie Renés Chef und Reiseberater :) es zu sagen pflegt ... sind wir schon lange aber nun fing es auch an, dass wir auch keine Lust hatten uns irgendwas darüber hinaus anzusehen. Wir drohten, ein wenig abzustumpfen und die Dinge nicht mehr so richtig genießen zu können. Glücklicherweise war dies aber nur eine kurze Phase, so dass wir den Besuch des Sunday-Marktes sehr schön fanden, obwohl wir uns dazu richtig überwinden mussten. Der Sunday-Markt war einfach riesengroß, wir meinen noch nie einen größeren Markt gesehen zu haben. Die Verkaufsstände waren sehr abwechslungsreich. Dies war bisher nicht immer der Fall. Die Verkaufsgegenstände waren schön und interessant anzusehen, sie waren richtig günstig (z. B. 30 Minuten Fußmassage für umgerechnet 2 Euro) und es gab leckeres, lokales Essen. Nach dem Essen, der Fußmassage und den Crepes ging es uns dann wieder richtig gut. Davon haben wir nie genug. :)

 

Am nächsten Morgen hieß es für uns früh aufstehen um eine Tour nach Chiang Rai und zum goldenen Dreieck zu starten. In der Reisegruppe war ein freundliches, junges Paar, dass so lange reisen möchte, wie das Geld ausreicht. Das ist auch ein interessanter Ansatz. Unser erster Stopp war eine heiße Quelle. Dort kam ein Hydrant aus der Erde, der heißes Wasser an die Oberfläche beförderte. Dieser war umzäunt. Wir haben wohl bereits sehenswertere Dinge betrachten können :) Dies war Mitten auf einem Rastplatz, worauf alles Mögliche zum Verkauf angeboten wurde. Wären da nicht ein paar Chinesen gewesen, die dies fotografierten, hätten wir es wohl glatt übersehen. Der nächste Stopp war der eigentliche Grund für den Ausflug. Trotz „overtempelt“ wollten wir uns den strahlend weißen Tempel, der von einem bekannten und wohlhabenden Künster Thailands konstruiert und errichtet wurde, nicht entgehen lassen. Das war bislang einer der schönste Tempel, den wir gesehen haben. Ein Erdbeben hat den Tempel leider in jüngerer Vergangenheit unter Mitleidenschaft gezogen. Eine der Spitzen hing herunter. Glücklicherweise sind jedoch keine Gerüste aufgestellt worden, so dass wir einzigartige Fotos machen konnten. Neben einer Buddhastatue war auch ein Mönch in diesem Tempel. Wir brauchten eine Zeit um zu erkennen, dass es sich bei diesem Mönch um eine Wachsfigur handelt. Diese war einfach täuschend echt. Die Wandzeichnung war sehr modern und man konnte kleine Elemente entdecken in denen z. B. Michael Jackson, Keano Reeves von „the Matrix“ und der Kung-Fu-Panda gezeichnet wurden. Ärgerlicherweise haben wir nur eine halbe Stunde für die Besichtigung bekommen. Wir hätten locker das Vierfache an Zeit dort verbringen können. Anschließend ging es weiter zum Dreiländereck von Thailand, Myanmar und Laos. Dort wurde im „golden Triangle“ im großen Stil Handel mit Opium praktiziert. Die Regierung will dem durch subventionierten Anbau von Blumenkohl etc. in diesen Regionen entgegen wirken. Auch da der Staat dies mittlerweile intensiv kontrolliert, ist der Anbau und Handel dort nicht mehr so intensiv. Teilweise wurde auf die Herstellung von Heroin oder Methamphetamin ausgewichen. Wir haben davon auf der Tour nichts mitbekommen, nur dass unsere Guidein meinte, wenn wir Opium haben möchten, sollten wir uns einfach an sie wenden. Sie lachte zwar danach, aber wer weiß ob an diesem Scherz nicht auch etwas Wahres dran war. Sie erzählte uns dann, das sie damals mit Gruppen im Rahmen von Mehrtagestrekkings tatsächlich Opium geraucht hat ... Sie lachte noch und meinte, dass man davon keinen „Hangover“ bekommen würde.

 

Am Dreiländereck angekommen, drehte sie uns eine Bootstour durch das Gebiet für 300 THB an. Diese stellte sich als absoluter Reinfall heraus. Wir sind den Mekong-Fluss kurz in Richtung der Birmanischen Grenze gefahren und dann haben wir einen kurzen Stopp in Laos eingelegt. Dafür wurde sogar nochmals Eintritt verlangt und das für einen Ort, der eigens dafür angelegt war, irgendetwas an Touristen zu verkaufen. Wir haben uns ein wenig darüber geärgert, uns darauf eingelassen zu haben. Dann ging es zur birmanischen Grenze. Dort hätte man sich ein Visum abholen können für 500 THB. Und was war sonst da? Außer Verkaufsstände für Touristen ... nichts. Abschließend ging es zu einem Longneck-Dorf, welches wir garnicht gebucht haben. Nur ein Teilnehmer der gesamten Gruppe ging dort hinein. Dort werden mit goldenen Ringen die Hälse von Mädchen bereits in Kindesalter gestreckt und mit der Zeit werden immer mehr Ringe dazwischen geschoben. Da die Tradition gegenwärtig fast ausschließlich für Touristen weitergeführt wird, wollten wir dies nicht unterstützen und sind am Auto geblieben. Diese Tour stellte sich leider als Kaffeefahrt heraus.

 

Als wir die nächsten Schritte planten, machten wir eine interessante Bekanntschaft mit einem älteren Herren. Als René unser Tagebuch schrieb sprach er uns an und sagte, dass er ganz begeistert darüber sei, dass wir ein Reisetagebuch führen. Er meinte, dass dies wichtig für die Entwicklung unser Schrift und unseres Ausdrucks sei. Es sei wichtig, dies als Paar zu tun, damit sich das Fundament einer Beziehung festigen kann und man sich weiterentwickelt. In der heutigen Zeit würden die wichtigen Dinge im Leben stark durch die Medien untergehen und daher sei ein solches Tagebuch wichtig. Wir sollten versuchen, zu uns selber zu finden und dem was wir schreiben ein Gefühl geben und das Geschriebene nicht zu sachlich gestalten. Er meinte auch, dass ein Jahr eine lange Zeit sei und wir uns in dieser Zeit verändern werden. Aber auch alle zu Hause werden sich verändern und wir werden dies merken, sobald wir wieder zu Hause sind. Er war das gesamte Gespräch über auf der totalen Gefühlsebene unterwegs. Zum Schluss brachte er uns einen Zettel. Bücher, die wir auf unserer Reise lesen sollen. Wir finden es sehr interessant, wenn Menschen mit Erfahrung über diese Themen sprechen. Steffi ist sehr auf die Bücher gespannt, da sie zur richtigen Leseratte geworden ist. Ob seine Vorhersagen letztendlich eintreffen werden? ... we will see!

 

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Sa

21

Feb

2015

Zentralthailand

In Bangkok angekommen, machten wir uns auf eigene Faust auf zum Hotel. Dieses befand sich in der Nähe der Partymeile „Khao San Rd.“, die etwa 35 Kilometer vom Flughafen entfernt war. Aus dem Lonely Planet und auch von Reisenden haben wir erfahren, dass viele Taxen die Touristen nicht zu ihrem eigentlichen Ziel bringen, sondern zu Händlern, Reisebüros etc. von denen diese Provisionen erhalten. Daher haben wir entschieden, mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. Im Vorfeld haben wir uns die nötigen Verbindungen herausgesucht. Zunächst mussten wir vom Flughafen aus mit der Bahn fahren, was auf Anhieb geklappt hat. Anschließend mussten wir den Bus nehmen und hier lief es dann nicht mehr so reibungslos. Bangkok ist riesig. Und hier eine Bushaltestelle zu finden, wenn man nicht einmal weiß wie diese aussieht, ist nicht gerade einfach. So liefen wir 2 Stunden voll bepackt in der Mittagssonne an einer riesen Kreuzung alle Möglichkeiten ab. Sind wir die eine Richtung 20 Minuten entlang gelaufen, ging es wieder zurück und es wurde die nächste Straße abgeklappert. Doch nirgends konnten wir eine Bushaltestelle finden. Wir fragten uns dann schließlich durch und stellten fest, dass wir nur zu Beginn 50 Meter hätten weiter laufen müssen. Die Leute, welche wir auf der Straße ansprachen, waren sehr freundlich und hilfsbereit. Ein Mädchen ging sogar von ihrem eigentlichen Weg ab, nur um uns zu helfen und fragte sich für uns bei Einheimischen durch. Auch sprechen hier alle viel besser Englisch. Die Tuk Tuks sehen moderner aus und die Fahrer sind nicht so aufdringlich, wie wir es bisher kannten. Sie fragen einmal nach und lassen einen dann in Ruhe. Den richtigen Bus erwischt, folgte die nächste Herausforderung. Mit dem ganzen Gepäck in den voll besetzten Bus einsteigen und die nächste Frage: „ ... wo bezahlt man nun?“. René sprach den Fahrer an, dieser sagte nichts und schaute nur eine Dame an. Diese meinte nur freundlich, dass wir uns setzen sollen. Ist die Fahrt nun umsonst, oder folgt ein Knöllchen bei der nächsten Kontrolle? Irgendwas ist doch hier faul... Im Endeffekt haben wir für die Busfahrt nichts bezahlen müssen und somit den Transfer für nicht einmal 2 Euro pro Person hinbekommen. Die Leute im Bus sagten direkt Bescheid, als wir unser Ziel erreicht hatten. Thailand machte direkt zu Beginn einen sehr guten Eindruck. Dann ging es für uns 3 Kilometer bis zum Hostel zu Fuß weiter. Transfertage sind die anstrengendsten Tage :) Für den Abend haben wir uns die Khao San Rd. vorgenommen. Auf dem Weg dorthin sind uns doch tatsächlich Dani und Benjo (die Beiden aus Laos) begegnet. Anderthalb Monate seit dem letzten Treffen in einer Millionenmetropole. Wir sind dann spontan zusammen etwas Essen und Trinken gegangen. Benjo und René haben von einem fliegenden Händler einen Skorpion getestet. Schmeckt nach faulem Anis, meint René. Diese Straße ist sehr aufregend. Viele verrückte Menschen auf einem Haufen. Nachdem du aus einer Vielzahl an Insekten al´a Dschungelcamp probiert und die hartnäckigen Frauen in der Tracht der Bergvölker abgewimmelt hast, kannst Du dich auf offener Straße massieren lassen, oder alternativ Lachgas zu dir nehmen. Dass wir uns dort eine Fußmassage gönnten, müssen wir nicht erwähnen ;) Tuk Tuk-Fahrer schnacksen einen an und wollen dich zu besonderen Tischtennisveranstaltungen fahren. (Wen es interessiert: Einfach mal „Ping Pong Shows“ googlen) :) Viele Ladyboys, sind zu sehen, die Bars/Diskotheken versuchen sich durch deren Musikanlagen direkt auf der Straße gegenseitig zu übertrumpfen. Wir haben dennoch eine nette Bar mit Live-Musik gefunden und konnten das Treiben gut beobachten.

 

Da Steffis Haare durch die vielen Sonnenstunden stark strapaziert wurden, nutzen wir Bangkok für einen Frisörbesuch. Nach intensiver Recherche haben wir einen Frisör gefunden, der die Haare genauso geschnitten hat, wie Steffi es wollte und dennoch war es falsch. René konnte die Aufregung nicht nachvollziehen, Steffi dafür umso mehr. Schnell musste auf einmal ein Glätteeisen besorgt werden. Also auf zur Shopping-Mal Danach retteten wir den Tag mit einem Sonnenuntergang am Wat Arun Tempel, der bei Dunkelheit schön angeleuchtet wird.

 

Nach 3 Nights in Bangkok machten wir uns auf den Weg in das ca. 60 Kilometer entfernte Örtchen Ayutthaya. Im Hostel wird ein Bus für 300 THB p. P. angeboten. Das erscheint uns zu teuer. Wieder entnehmen wir aus dem Lonely Planet, dass ab der Siegessäule in Bangkok Minivans für 60 THB p. P. nach Ayutthaya fahren. Also mit dem Linienbus auf zur Siegessäule. Wir mussten zweimal umsteigen, konnten dann aber tatsächlich für 60 THB p. P., wobei unser Gepäck auch als eine Person gezählt wurde, zum Ziel gelangen. Wir konnten dadurch länger schlafen, die Siegessäule sehen und mehr als die Hälfte sparen. Es scheint so, als hätten wir langsam den Dreh raus ;) Da Ayutthaya nur 60 Kilometer von Bangkok entfernt liegt, waren wir recht schnell dort. Wir wurden gleich von einer Dame auf einem Fahrrad abgefangen und hatten sofort unsere Unterkunft mit Pool. Ayutthaya ist eine kleine Stadt, mit gerade einmal so vielen Einwohnern wie Stolberg. Aber dafür um einiges schöner :) Die Stadt ist voll mit und umgeben von Tempeln und Ruinen. Es gibt dort einen riesigen Park, kleine Flüsse und richtig kleine Seen. Elefantentouren werden angeboten und so kann es sein, dass dir Elefanten im Park entgegen kommen. Dies war auch bei unseren Ausflügen der Fall. Die nächsten Tage verbrachten wir damit, die Stadt mit dem Fahrrad zu erkunden und am Pool zu liegen. Um auch die weiter entfernten bzw. schwer zugänglichen Sehenswürdigkeiten sehen zu können, buchten wir eine Bootstour. Diese begann auch direkt sehr speziell. Ein Pickup holte uns ab und da die Gruppe recht groß war, musste auch die Ladefläche als Sitzfläche dienen. Ein Longtailboot mit großem Motor holte uns dann am Ufer ab. Es ging zügig los. Bevor wir den ersten Stopp erreicht haben, gab es einen Knall und der Motor war aus. Unser Bootsführer sagte nur „Accident, accident“ und wir trieben auf dem Fluss rum. Durch unsere Erfahrungen und das bereits Erlebte waren wir sehr gelassen. Wir überlegten, ob wir schwimmen könnten. Ja, wir könnten im Notfall schwimmen und somit war für uns alles OK :) Der Bootsführer paddelte uns dann aber zum Ufer, wo wir nach ein paar Minuten von einem anderen Boot abgeholt wurden. Wir stiegen dann von einem Boot ins nächste. Für uns war dies kein Problem. Jedoch hatten wir ein älteres Paar an Bord. Der Mann mit Beinproblemen und dessen Frau war etwas wackelig auf den Beinen. Mit einem riesen Tempo steuerten wir die erste Sehenswürdigkeit an. Im Fluss befanden sich hunderte Katzenfische, die richtig groß waren und gerade gefüttert wurden. Unser Bootsführer musste natürlich genau da durch rasen. Die Fische schreckten auf und spritzten uns alle richtig nass. Für alle Sehenswürdigkeiten waren maximal 15 Minuten Zeit. Viel zu kurz bemessen. Die Ausstiegsmöglichkeiten wurden von Mal zu Mal schwieriger. Das ging soweit, dass der ältere Mann nach dem 1. Stopp nicht mehr aus dem Boot stieg. Das Highlight war eine weitläufige Tempelanlage, die schon eher einer Ruine ähnelt, umgeben von einem Park und einer sehr gepflegten Grünanlage. Dies war richtig schön anzusehen, da die Sonne auch gerade unter ging.

 

Ein fader Beigeschmack an Ayutthaya sind die hier streunenden Hunde. Diese sollen sehr aggressiv sein und einen anbellen :) René hat sich ausführlich damit beschäftigt. Googelt man Ayutthaya und Hunde, folgen Berichte, wo auch vom Beißen die Rede ist. Tatsächlich sieht man sie an jeder Ecke massenhaft herumliegen. Geht die Sonne unter, werden die Hunde aktiv. Nichts für uns, daher waren wir die meiste Zeit auch mit dem Fahrrad unterwegs :) René war schon so hundefixiert, dass er in einer Situation, in der Steffi ihn zu überfahren drohte und „Achtung“ schrie, René vor lauter Schrecken fast vom Fahrrad gefallen wäre. Er meinte, Steffi sollte nur noch „Achtung“ rufen, sofern Hunde in Sicht sind. Dass Steffi ihn fast vom Fahrrad gekickt hat, war hierbei zweitrangig :) So wurde René auch am folgenden Tag durch Thomas verstärkt, der uns auf die aggressiven Hunde ansprach und sich dann spontan unserer Fahrradtour anschloss. Wir fuhren zuerst in den Geschichtspark, auch dieser war voller Ruinen. Das Highlight war jedoch das am meisten verehrteste Buddhabildnis Ayutthayas. Dort wird der Kopf einer Buddhafigur vom Wurzelgeflecht eines Baumes umrahmt. Nach weiteren Anlagen ging es zum Schluss zum Wat Yai Chai Mang Khon. Auf dem Weg dorthin befanden wir 3 uns auf einmal mit den Fahrrädern auf der Autobahn, da wir mit Renés Navi gefahren sind. Thomas fand die Aktion nicht ganz ungefährlich. Aber Hauptsache nicht alleine an den Hunden vorbei :)

 

Wir haben den Aufenthalt in Ayutthaya auch dafür genutzt, unsere verbleibende Zeit in Thailand zu planen. Die Planung stellte sich als nicht so einfach heraus, da viele Hotels und auch die Flüge in den Süden des Landes wegen der bevorstehenden Hochsaison sehr teuer waren. Nun haben wir aber einen roten Faden. Bevor wir in den Süden ziehen, bereisen wir zunächst jedoch noch den Norden Thailands. Hierzu im nächsten Block mehr.

 

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Fr

05

Dez

2014

Vietnam

Dem Transfer nach Hanoi, Vietnam über die Laotische Grenze Nam Can sahen wir gelassen entgegen, da es mit einem Sleeping Bus dorthin gehen sollte. Die Dauer der Fahrt war mit 24 Stunden angesetzt. Mit einem Tuk Tuk ging es dann zum Bushof. Beim Einchecken am Ticketschalter merkten wir, dass unsere reservierten Sitznummern nicht existierten. Das erste unwohle Gefühl kam auf. Hoffentlich kein Sitznachbar, der sich alle 30 Sekunden irgendetwas hoch zieht. Wie hätte man da schlafen sollen. Zu diesem Zeitpunkt hätte niemand gedacht, dass es noch schlimmer kommen könnte.

 

 

Um Punkt 18 Uhr durften wir mit 5 weiteren Touristen in den Bus steigen. Zuvor hatten die Busfahrer alle unsere Fragen ignorant belächelt und abgewiesen. Glücklicherweise konnten wir uns die Plätze frei aussuchen. Uns Touristen wurde jedoch der obere, hintere Bereich zugewiesen. Die Liegeplätze bestanden aus einem Sitz, der sich fast komplett nach hinten umklappen ließ und einem Fußbereich, der in den Vordersitz hinein reichte und auf gleicher Höhe der Sitzfläche war. Hier kam uns unsere Körpergröße zu Gute. Die 5 Anderen hatten weitaus mehr Probleme mit deren Liegeposition. Zuerst scherzten wir alle noch rum und amüsierten uns über die Liegeplätze und die Discobeleuchtung, die aus bunten LED-Leuchten den gesamten Bus schmückten. Er wirkte dadurch eher wie ein Partybus, als wie ein Sleeping-Bus.

 

 

Ein Vietnamese nach dem anderen telefonierte lauthals, was nicht wirklich tragisch war, da wir noch nicht vor hatten zu schlafen. René hatte eher mit der Fahrweise des Busses zu kämpfen. Die Strecke war sehr kurvig und der Blick aus der Frontscheibe war aus der ungewöhnlichen Liegehöhe noch seltsamer. René's Magen gefiel dies überhaupt nicht. Aber mit der Zeit gewöhnte er sich auch daran. Im Vorfeld haben wir im Internet über die Sleeping-Busse nichts Positives gelesen. Besonders das Verhalten der Busfahrer wurde dort bemängelt. Steffi bekam dies gleich zu Beginn der Fahrt deutlich zu spüren, als sie nach kürzester Zeit merkte, dass sie nochmal zur Toilette muss. Sie ging nach vorne und sagte Bescheid. Darauf hin kam nur ein lautes Stöhnen und ein Gemecker auf Vietnamesisch. Doch Steffi blieb hartnäckig. Daraufhin hielt der Busfahrer einfach mitten auf der Hauptstraße an. Es war zwar bereits dunkel, dennoch fuhren laufend Fahrzeuge vorbei. Steffi war durch die Parkposition gezwungen, entweder direkt vor dem Bus, auf der Straßenmitte, oder direkt hinter dem Bus den Kaffee weg zu bringen. Sie entschied sich für hinter den Bus, von wo aus Sie den herannahenden Fahrzeugen nett zuwinken konnte. Aber es war einfach zu dringend. Die Busfahrt war dadurch geprägt, dass der Bus ständig anhielt. Dies jedoch nicht, um Pausen einzulegen, sondern um Personen zusätzlich einsteigen und andere wiederum aussteigen zu lassen. Und jedes Mal wurde die Discobeleuchtung angeschaltet, so dass an Schlaf nicht zu denken war. Auch wurden Stopps eingelegt, bei denen wir nicht deuten konnten, was da gerade passierte. Es gab Stopps, wo gefühlt ganze Bananenernten in den Kofferraum verladen wurden. Das Highlight war jedoch das Verladen von Massen an ca. 5 Meter langen Holzlatten, die allesamt mit Seilen auf das Dach des Busses befestigt wurden. Es war mittlerweile Mitternacht. Neben lauthals telefonierenden Vietnamesen, Handymusik, Diskobeleuchtung, ständigen Stopps folgte nun nach jeder Unebenheit der Straße (in Laos keine Seltenheit) ein Schlaggeräusch der Bretter auf das Busdach. Als wir bei einem Stopp mal nach Draußen gingen, wurden wir vom Busfahrer angehupt und in aggressiver Gestik wieder zurück gepfiffen. Ab diesem Punkt schwenkte unsere Laune um.

 

 

Als der Bus in der Nacht fuhr und die Meisten bereits schliefen, kam der Hammer. Einer der Busfahrer kam hektisch nach hinten gestürmt, rüttelte unsanft unseren irischen Vordermann mit einem aggressivem "go, go, go" aus dem Schlaf. Dieser noch ganz schlafbenommen wusste nicht, wie ihm geschah als der Busfahrer mit der Taschenlampe vor seinem Gesicht herumfuchtelte und weiterhin "go, go, go" rief. Daraufhin setzte sich der Ire zur Seite und der Busfahrer suchte mit der Taschenlampe Irgendetwas zwischen den Sitzen. Als er nicht fündig wurde, wiederholte er die gleiche Aktion bei zwei Französinnen und verschwand darauf hin ohne einen Ton im unteren, hinteren Teil des Busses. Einfach nur seltsam!!! Diese Fahrt war zäh wie Gummi. Der Bus stand um 5 Uhr an der Vietnamesischen Grenze, obwohl diese erst um 7 Uhr öffnete.

 

 

Die Mittagspause am Folgetag war in einer Raststätte, die einfach nur schäbig war. Man ging durch die Küche zur Toilette, wo ein völlig verkümmerter Hund angekettet war. In der Küche stand ein Gefäß, in dem unter anderem auch ein Hühnerkopf lag. Wir verzichteten auf eine Mahlzeit. Als wir nach 26,5 Stunden Busfahrt ankamen, hatten wir Kopfschmerzen, waren schlaftrunken und dachten erst, es wäre nur ein weiterer der gefühlten 50 Stopps, die der Bus gemacht hat. Als wir Touris aussteigen, waren nur noch wir da. Nur weil unsere Rucksäcke auf dem Boden lagen, wurde uns klar, dass wir in Hanoi angekommen sind! Muss man nicht erlebt haben, aber im Nachhinein lachen wir darüber.

 

Unser Hotel in Hanoi war recht modern und eher westlich orientiert. Das außergewöhnliche war jedoch die Lage. Das Hotel befand sich inmitten eines lokalen Lebensmittelmarktes, indem von morgens bis abends ein reges Treiben herrschte. Auf dem Markt wurden zum Beispiel lebende Kröten, die im Dreierpack mit Schleifen aneinander gebunden waren, verkauft. Krebse, Aale und weiteres Seafood sowie Spanferkel wurde auf offener Straße angeboten. Ach ne, das war gar kein Spanferkel. Als wir dies genauer betrachteten, war es ein Hund, der wie ein Spanferkel zubereitet wurde. Jedesmal wenn wir das Hotel verließen, war es so, als ob wir in eine andere Welt eintauchten. Das war faszinierend. Wir konnten dem Treiben stundenlang zuschauen ohne Langeweile zu bekommen.

 

Hanoi hat sich angeboten, um das 2-Monats-Visum für Thailand zu beantragen. Was die Beantragung des Visums angeht, darin sind die Thailänder sehr fix. Fixer als wir erwartet haben. So hatten wir bereits zum Fertigstellungstermin (das war schon der Folgetag) einen Ausflug geplant. Am Tag nach dem Ausflug war ein thailändischer Feiertag, so dass wir unseren Hanoi-Aufenthalt verlängern mussten. Das war schade, da wir eigentlich so schnell wie möglich an die Küste wollten.

 

Unser Ausflug war eine 2-Tages-Tour zur Ha-Long-Bucht. Diese Bucht besteht aus über 3.000 Kalksteininseln, die aus dem Wasser ragen. Sie gehört zu einer der 7 Naturwunder und wurde zum UNESCO-Welterbe erklärt. Noch heute leben dort Menschen in sogenannten "schwimmenden Dörfern". Da uns dieser Ausflug wichtig war, haben wir dieses Mal mehr Wert auf Qualität gelegt. Das hat man bereits beim Tranferbus, unserem Guide und dem Schiff bemerkt. Es gab sogar während des Transfers eine Vorstellungsrunde. Ein Paar aus München sowie Mutter und Tochter aus Zürich mit Wurzeln in Vietnam waren unter anderen mit an Bord. Mit den Vieren sind wir gut ausgekommen und haben die meiste Zeit zusammen verbracht und nette Gespräche geführt. Am Hafen angekommen, wurden wir zunächst mit einem Zubringer zum Hauptboot gebracht. Das Hauptboot "Carina" bestand zum größten Teil aus Holz und es war sehr schön und sauber. Das Wetter war perfekt. Unser Guide meinte, dass die Touren an den vergangenen Tagen nicht solch ein Glück hatten. Der Ausblick war traumhaft. Wir genossen diesen erst einmal gemütlich auf den Liegen des Sonnendecks. Auf der Tour gab es in den 2 Tagen massenhaft zu Essen. Das Essen bestand überwiegend aus Seafood. Darunter Tintenfisch, Krebsfleisch, das im Panzer serviert wurde, Riesengarnelen und sämtlicher anderer Fisch. Die Mahlzeiten bestanden aus mehreren Gängen, die im Akkord geliefert wurden.

 

 

Das Programm war zeitlich straff getaktet. Nach dem Essen ging es zu einem schwimmenden Dorf. Hier konnte man wählen, ob man das Dorf mit einem Kayak, oder einem angetriebenen Bambusboot erkundet. Wir waren die Einzigen, die sich für das Kayak entschieden. Wir hatten mittlerweile ja Übung im Kayakfahren :) Das schwimmende Dorf war recht klein und umgeben von Kalksteininseln. Es war beeindruckend, zu sehen wie die Menschen auf dem Wasser leben. Ein Boot versorgte das Dorf mit Trinkwasser, welches aus Regenwasser gewonnen wird. Es gab eine Schule und jedes Haus hatte seine eigenen Fischfangbecken. Die Ruhe und der Ausblick vom Kayak aus waren einfach herrlich. Die Freundlichkeit der Einwohner war noch sehr authentisch im Gegensatz zum Bergdorf in Laos.

 

 

Auf dem Boot wieder angekommen, konnte man auf dem Sonnendeck die Ruhe genießen, oder einen Sprung ins Wasser machen. Wir haben uns für das Sonnendeck entschieden. Nun gab es Vietnamesischen Rotwein und Früchte unter dem Motto einer "Sundeckparty". Nach dem Abendessen haben wir uns am Tintenfischangeln versucht. Dafür leuchtete ein Scheinwerfer ins Wasser, um die Tintenfische zu locken. Nachdem bereits Mehrere aufgaben, beschlossen wir zusammen mit Sabine, dass unser Ziel sei, mindestens einen Tintenfisch zu fangen. Es war sehr langwierig und wir vertrieben uns die Zeit indem wir herumalberten "Beschäftigungstherapie für Touris". Nach ungefähr 2 Stunden hat René endlich einen Tintenfisch geangelt und war unser Held :-) Danach hat uns Sabine Einiges über Vietnam und ihre Arbeit erzählt und wir haben den Tag auf dem Sonnendeck ausklingen lassen. Im Zimmer, nachdem wir für 5 Minuten das Licht aus hatten, hörten wir auf einmal ein lautes Kratzen an unserem Nachttisch. René suchte alles ab, aber wir fanden nichts. Wir beruhigten uns damit, dass es wahrscheinlich eine Holztermite (auf einem Holzschiff:)) war, die dann aber den Rand hielt.

 

 

Für 6:30 Uhr wurde ein Tai-Chi-Kurs angeboten. Wir bekamen uns trotz Erholung nicht aufgerafft :) Zum Glück ... denn letztendlich hat wohl auch wegen eines morgentlichen Schauers niemand der 9 Kabinen daran teilgenommen. Nach dem Frühstück besichtigten wir eine Höhle, die von den Franzosen sinngemäß "Surprising cave" genannt wurde, da damals immer mehr und größere Bereiche überraschenderweise entdeckt wurden. Ein Blickwinkel im Inneren erinnert an alte Sciencefictionfilme. Anschließend fuhren wir wieder zurück zur Bucht und lernten, wie Frühlingsrollen zubereitet werden. Diese haben wir auch später serviert bekommen. Die restliche Zeit nutzte Steffi unter einem falschen Vorwand (Relaxen) für ein Fotoshooting. Dann ging es zum Rücktransfer. Es waren zwei wunderschöne Tage, die ihr Geld definitiv wert waren!

 

 

Den letzten Tag in Hanoi haben wir mit etwas Geschichte verbracht und haben uns das historische Militärmuseum angeschaut. Dieses hat die Kriegsgeschichte Vietnams in verschiedenen Epochen und getrennt durch verschiedene Gebäude gezeigt.

 

In der Altstadt von Hanoi haben wir ein Strandtennisspiel für unseren nächsten Ort am Meer gesucht. Dies ist dort relativ einfach, da die Straßen auf bestimmte Waren spezialisiert und auch den Namen der Ware tragen. Zufällig haben wir auch Sabine getroffen, die uns beim Dolmetschen geholfen hat. Die Welt ist halt klein :-)

 

 

Mit dem Flieger ging es am nächsten Tag nach Da Nang, wo es schöne Strände geben und relativ ruhig sein soll. Wir planten dort einen längeren Aufenthalt, da wir das Meer vermissten und wieder mehr Lust auf sightseeing bekommen wollten. Obwohl wir am Flughafen einen Festpreis mit dem Taxifahrer für den Transfer zum Hotel vereinbart haben, schlug er uns bei Ankunft noch irgendwelche Zusatzkosten auf. Wir waren angepisst und diskutierten noch eine Zeit lang hin und her. Aber um an unsere Rucksäcke zu kommen, mussten wir bezahlen. Das war nicht viel, uns ging es aber ums Prinzip. Neben dem Hotel befand sich eine riesige Baustelle und die Hotelfrau war der englischen Sprache nicht mächtig und wir machten uns auf zum nächsten Hotel. Dieses lag in 1 Kilometer Entfernung. Während wir an der Strandpromenade von My Khe entlang liefen, zogen beängstigende Unwetterwolken auf, so dass wir unser Tempo erhöhten.

 

 

Am Hotel angekommen konnte Steffi direkt gut und nachhaltig verhandeln, da wir direkt für 11 Nächte gebucht haben. Dadurch war der Aufenthalt in diesem Hotel günstig für diese Kategorie. Das Hotel lag unmittelbar am Meer. Die Zimmer waren schön, aber das Highlight war die eigene Terrasse mit Blick und direktem Zugang zum Meer. Hier lässt es sich aushalten. Gerade eingecheckt fing es an, wie aus Eimern zu schütten. Gutes Timing. Wir bestellten Pizza aufs Zimmer, da bei diesem Wetter kein Hund vor die Türe geht. 30 Minuten später standen 2 durchnässte Jungs mit der Pizza vor der Tür :) Am nächsten Tag war vom Weltuntergangswetter nichts mehr zu sehen. Wir hatten richtig schönes Strandwetter, obwohl die Wettervorhersage es schlechter dargestellt hatte. Also gleich die Badesachen an und ab ins Meer. Unsere eigentlich geplante Tour zum ATM kann noch warten (Dieser liegt einige Kilometer von uns entfernt, daher eine „Tour“). Zuerst einmal die lang ersehnte Meeresluft und die Wellen genießen. Am Strand angekommen, sahen wir viel Müll, der vom Meer angeschwemmt wurde. Dennoch rannten wir auf die Wellen zu. Als uns das Wasser bis zu den Knien stand, sahen und spürten wir überall Müll. Wir wichen schnell auf den Pool aus und planten, beim nächsten Mal einen anderen Strandabschnitt zu besuchen, da der Strand sich über mehrere Kilometer erstreckt. Da wir den längeren Aufenthalt nutzen wollten, um weiter Sport zu treiben, nutzen wir gleich den Pool aus und schwammen unsere Bahnen. Im Nachmittag wollten wir dann zum ATM joggen (3 Kilometer). Das sollte genug Sport für einen Tag sein. Aus geplanten 3 Kilometern wurden aber auf einmal 10 Kilometer, was das Joggen für uns zu einem gefühlten Marathon werden ließ. Und über uns wieder diese pechschwarzen Wolken, die jeden Moment hätten ausbrechen können. Klitschnass (nicht vom Regen ;)) kamen wir in unserem Hotel an. Wieder einmal fix und fertig.

 

Zwei Tage später erfuhren wir, dass es einen ATM und einen Supermarkt in unserer Nähe gab. Na toll. Wir machten uns also auf den Weg und schauten uns dabei die Gegend ein wenig an. Hier wird sehr viel gebaut und alles ist sehr weitläufig. 1,5 Kilometer bis zum nächsten Supermarkt ist schon eine Strecke :) Die Küste wirkt wie ausgestorben. Man merkt, dass wir uns in der Nebensaison befinden. Im Supermarkt angekommen, passierte es dann. René hob den Einkaufskorb hoch und verspürte gleich einen starken Schmerz im Rücken und „zack“ ... Rücken verdreht. Die Schmerzen strahlten direkt in sein linkes Bein. Kein gutes Zeichen. Der Rückweg war für uns Beide die reinste Qual. René stöhnte bei jedem Schritt und Steffi musste den kompletten Einkauf schleppen, der aus einem vollen Rucksack und zwei prall gefüllten Einkaufstüten bestand. Doch René war zu stolz um mit einem Taxi zurück zu fahren. Er konnte ja noch gehen... noch!  René warf sich eine Tablette ein und wollte seinen Rücken im Pool durch Wassergymnastik entspannen. Dort klappte es auch ganz gut, jedoch übertrieb René ein wenig, so dass er anschließend nicht mehr gehen konnte. Da Steffi ihn nicht tragen konnte, machten wir eine Polonäse durch die Hotelanlage. Nun wurde uns klar, dass es schlimmer ist, als wir zunächst angenommen haben. Die folgenden Tage verbrachten wir ausschließlich auf dem Hotelzimmer und lebten vom Zimmerservice.

 

Wir ließen Wärmepflaster besorgen und hofften auf schnelle Besserung. Wir nutzten die Zeit für Dinge wie z. B. unseren Blog zu schreiben. Als René Fortschritte machte, ging es wieder in Polonäse zum Frühstück. Gefolgt von Poolgymnastik und abendlicher Polonäse zum Hotelrestaurant verstrichen die Tage. Uns gingen die Schmerztabletten aus und wir baten die Rezeption um Besorgung neuer Tabletten. Das waren dann 15! Tabletten pro Tag, die René dann brav eingenommen hat. Immer noch besser als ins Krankenhaus zu müssen. Es wurde jedoch von Tag zu Tag besser und René konnte sich immer besser bewegen. Steffi hat sich am Wakeboarden versucht und auch eine Welle gut erfasst. Wir schauten den Fischern zu, wie diese tagtäglich mit einem Fischernetz auf die Jagt gingen. Sobald der Fang an den Strand gezogen wurde, wurden die Angler hektisch und sortieren im Akkord die Fische aus. Die größeren Fische werden direkt am Strand verkauft. Nun wurde uns auch klar, woher der Müll kam, der am Strand herum liegt. Neben den Fischen wird auch viel Müll aus dem Meer gezogen und dieser wird dort liegen gelassen. Das erklärt auch teilweise die vielen Ratten. René hatte die ruhige Zeit genutzt, um mit einem Spanischsprachkurs zu beginnen. Teilweise regnete es auch tagsüber sehr stark, so dass wir auch gesund viel Zeit auf dem Zimmer verbrachten. Ein Tapetenwechsel musste her. So freuten wir uns auf den nächsten Ort Hoi An, der nicht weit entfernt war (25 Kilometer).

 

Es war Pech, aber wiederum Glück, dass die gesundheitliche Einschränkung gerade in Da Nang passierte. Die meisten Mitarbeiter des Hotels verstanden nur die Hälfte und bei jeder Bestellung bekamen wir etwas Anderes serviert. Als Steffi einmal äußerte, dass eine Katze aus dem Hotel wohl sehr hungrig sei, wollte die Kellnerin ihr eine Katze schon als Mahl servieren. Wir bestellten Milchshake und bekamen Eis. Wir bestellten Fritten mit Hähnchen und bekamen ein komplett wie eine Fritte frittiertes Hähnchen. Dennoch waren sie immer sehr höflich und sehr fürsorglich. Sie haben sich vor allem in der Zeit der Verletzung rührend gekümmert. Auch die Anlage und die Dauer des Aufenthaltes waren perfekt für solch ein Missgeschick. Selbst ihren privaten Roller boten sie uns an, als es René wieder besser ging und sie freuten sich sichtlich (authentisch) darüber, wenn René Fortschritte machte.

 

Gerade einmal 25 Kilometer von Da Nang entfernt liegt Hoi An. Dies ist die wohl atmosphärischste Stadt in Vietnam lt. Lonely Planet. Die Altstadt wurde von UNESCO zur Welterbestätte ernannt. Gleich am ersten Tag machten wir uns daher mit dem Fahrrad auf zur Altstadt. Zu Recht hat sie diese Auszeichnung bekommen. Die Altstadt ist wunderschön, mit ihrer Architektur, den Restaurants, Bars und unzähligen Schneidereien direkt am und um das Flußufer herum. Bunte, traditionelle Boote liegen am Ufer und bei Dunkelheit sorgen tausende, bunte Laternen für eine außergewöhnliche Atmosphäre. Wir haben uns gleich in die Altstadt verliebt und somit viele Abende in den Restaurants und Bars verbracht. Wir haben gleich zu Beginn eine geführte Tour für lokale Köstlichkeiten gebucht, da wir die letzten Tage in Da Nang ausschließlich vom Hotelrestaurant gelebt haben. Weiterhin wollten wir sicher gehen, dass wir keinen Hund, oder Katze serviert bekommen.

 

Wir begannen an einem Laden, der bereits seit 20 Jahren erfolgreich Baguettes herstellt und zubereitet. Dies konnte man gut beobachten. Die Baguettes gingen massenhaft weg wie warme Semmel. Es waren kontinuierlich rd. 10 Kunden dort. Wurde Einer bedient, kam direkt der Nächste. Genau das Richtige für uns. Wir bekamen einen halben „Queenslander“. In diesem Baguette war von Allem etwas drin. Das war super lecker und wir besuchten diesen Laden gleich zwei weitere Abende. An den weiteren Ständen gab es frittierte Reisschälchen mit Wachteleiern, Sardellen in einem weichen Teig, Austerncreme auf Totillas (Brot), und Nachos mit Gemüse und Garnelen. An einem vegetarischen Restaurant aßen wir nicht mehr besonders viel, da wir bereits satt waren und noch Platz für die weiteren Stände brauchten. Da dort alle Plätze jedoch besetzt waren, saßen wir mitten im Wohnzimmer der Eigentümer, wodurch wir Teil des Familienlebens wurden. In diesem Raum standen Bett, Altar, Esstisch und Spieleecke und alle Familienmitglieder waren versammelt. Ein kleines Mädchen zeigte uns, was sie alles kann und genoss das Blitzlichtgewitter aus Steffis Kamera. Das war eine besondere Atmosphäre. Als Nachtisch gab es Bier und in Bananenblättern eingewickelter Reis mit einer angeblich süßen Füllung. Teilweise war dort jedoch auch Schweinefleisch drin, was sich erst später herausstellte.

 

Hoi An ist auch außerhalb der Altstadt ein sehr nettes Pflaster. Mit einem Fahrrad lässt sich die Stadt super erkunden. So fuhren wir vielmals durch Felder und schauten zum Beispiel den Wasserbüffeln beim Faulenzen zu. Außerdem war der Strand An Bang nur 2 Kilometer von unserem Hotel entfernt, der auch super mit dem Fahrrad zu erreichen war. Dieser war viel sauberer als der Strand in Da Nang, so dass wir dies umso mehr genießen konnten.

 

Um zu uns selbst zu finden :) haben wir Yoga ausprobiert. Die Yogastunde wurde im Freien auf einem Steg abgehalten, der traumhaft an einen Teich umgeben von schönen Reisfeldern inkl. Büffeln lag. René war froh, dass er nicht der einzige männliche Teilnehmer war. Die Yogastunde begann mit einer Entspannungsphase, in der wir die Augen schließen und auf unser Körpergefühl achten sollten. Danach folgten die klassischen Yogafiguren, die unsere Gelenkigkeit extrem herausforderte. Es war sehr lustig, dennoch wollten wir ernst bleiben. Wir waren die einzigen Anfänger im Kurs, was Stephanie (unsere Yogalehrerin) berücksichtigte und uns teilweise alternative Haltungen vorschlug. Bei der abschließenden Entspannungsphase hat man tatsächlich einen Unterschied zum Beginn gemerkt. Das war auf jeden Fall nicht Steffis letzte Yogastunde :)

 

Auch in Vietnam durfte natürlich eine Spa-Anwendung nicht fehlen. Wir wollen es uns ja gut gehen lassen. Dieses Mal sollte die Massage aber auch wirklich erholsam sein. Also suchten wir bei Tripadvisor ein Spa aus, dass nur 300 Meter von unserem Hotel entfernt war und gute Bewertungen hatte. Neben der traditionell vietnamesischen Massage buchten wir Bodyscrub, eine Gesichts- und Augenbraunbehandlung und ein Haarschnitt. Hier konnte Steffi wieder gut verhandeln, so dass es für uns ein richtiges Schnäppchen war. Die Anwendungen waren durchweg sehr angenehm und diesmal erfolgte kein Gequatsche der Masseurinnen untereinander. Es wäre ein voller Erfolg gewesen, wenn da nicht Rene´s Haarschnitt gewesen wäre. Keine Ahnung warum – die Asiaten haben eigentlich alle die eigenen Haare recht gut geschnitten. Dieses Mal konnte Steffi nichts mehr ausbessern. Das musste einfach rauswachsen.

 

Zum Abschluss ging es nach Ho-Chi-Minh-Stadt - auch noch Saigon genannt. Da wir in dieser Stadt nur einen ganzen Tag zur Verfügung hatten, haben wir diesen mit einem Ausflug zum Mekong-Delta verplant. Die Tour begann mit einer schönen, hetzigen 2-Kilometer-Wanderung bei ca. 30 Grad zum Mövenpickhotel, da der Anbieter nicht bereit war, uns in unserem Hotel abzuholen. Die Entfernung war nicht das eigentliche Problem. Vielmehr war es das Überqueren der 4-spurigen Straßen mit diesem wahnsinnigen Verkehr. Schweißgebadet kamen wir gerade noch pünktlich am Hotel an um dann 20 Minuten auf den Transfer zu warten ;( 5 weitere Teilnehmer wurden quer durch die ganze Stadt an deren Hotels eingesammelt. Unverschämtheit ;-)

 

Die erste Station ging zu einer Fabrik, die aus Eierschalen Gemälde und sonstige Dinge produziert. Dann ging es weiter zu einer Pagode, die auf dem Gelände zwei riesige Buddha-Statuen beinhaltete. Dort hatten wir ganze 15 Minuten für die Besichtigung Zeit. Dann ging es zu einem Mekong-Hafen. Von dort aus sind wir mit einem Boot zu insgesamt vier Inseln angefahren. Auf der ersten Insel wurde Honig gewonnen und daraus wurden Getränke, Süßigkeiten und Cremes hergestellt. Vor allem die Creme sollte die Potenz steigern und aphrodisierende Wirkung haben. Ist klar :) Anschließend ging es mit einem Paddel-Longtail-Boot in eine der schmalen und dicht bewachsenen Adern des Mekong wieder bis zu unserem Hauptboot. Dieser Wasserweg war voll von diesen Paddelbooten. Die rechte Seite fuhr mit Touristen in die eine Richtung. Die linke Seite fuhr mit den leeren Booten zurück, um wieder neue Touristen aufzunehmen. Dabei hat es ein paar Zusammenstöße gegeben. Ein anderer Teilnehmer meinte, dass er vor 3 Jahren die gleiche Tour gemacht hat. Damals fuhren nur ein Zehntel der Boote diese Strecke.

 

Die nächste Insel war ähnlich wie die Honiginsel, nur hier drehte sich alles um die Kokosnuss. An einem weiteren Stopp konnte man sich mit einer Würgeschlange ablichten lassen. René, der eigentlich bereits vor freilaufenden Cevapcicis (Insider) wegläuft, hat sich das Ding um den Hals gewickelt. Beim Essen hat sich unser Guide verdrückt. Keiner wusste so richtig wo er steckte, obwohl er uns noch zeigen wollte, wie es mit den Frühlingsrollen und den weiteren Einzelteilen unseres Essens funktioniert. Wir fingen einfach an, was gut so war. Steffi konnte mit dem Gelernten beim Zubereiten der Frühlingsrollen auftrumpfen. Als unser Guide wieder zu uns kam, war offensichtlich, was er getan hatte. Er hatte seinen Horizont von innen oder durch äußere Einflüsse extrem erweitert. Mit ihm war eigentlich nichts mehr anzufangen.

 

Die Tour an sich war eigentlich ganz Ok. Auf dem Rückweg haben wir uns nett mit Raphael, einem tiefseetauchenden brasilianischen Anwalt unterhalten, der uns heiß auf Brasilien gemacht hat. Mal sehen...

 

Am Besten hat uns die Ha-Long-Bucht und Hoi An gefallen. Im Nachhinein hätten wir lieber Vietnam gekürzt und wären dafür länger in Laos geblieben. Das, was wir sonst von Vietnam gesehen haben hat uns im Vergleich zu den bisherigen Ländern nicht vom Hocker gehauen.

 

Wir befinden uns gerade in Nordthailand. Wir fühlen uns richtig gut und erholt. Wir genießen im Moment jeden Augenblick und lassen es uns auch gerade richtig gut gehen. Also nichts mit „back to basic“ :) Wir gehen die Tage sehr gelassen an. Wir sind heute auf den Tag genau 3 Monate unterwegs. Uns kommt die Zeit bereits viel länger vor. Endlich ist ein Monat nochmal ein Monat. Wir freuen uns auf all das was noch vor uns liegt. Die Planung unserer weiteren Route nimmt viel Zeit in Anspruch. Damit haben wir im Vorfeld nicht gerechnet. Aber es macht Spaß und die Vorfreude ist umso größer. Am meisten freuen wir uns auf den Besuch unserer Freunde in Südthailand und die folgende Zeit in Australien und Neuseeland, wo wir die beiden Länder mit einem Campervan bereisen werden. Hierdurch erhoffen wir uns das absolute Gefühlt von Freiheit. Auch können wir uns glücklich schätzen, dass wir uns untereinander super verstehen, obwohl wir 24/7 zusammen verbringen. Gestern war der erste Advent - für uns gerade kaum vorstellbar. Diese Zeit verbindet man mit Familie, Freunden und kalten Temperaturen. Das fehlt hier einfach.

 

 

Uns freut es immer sehr, eure tollen und netten Kommentare zu lesen. Vielen Dank dafür! Es freut uns auch, dass euch teilweise der Blog gefällt. Das motiviert zum Weiterschreiben :)

 

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4 Kommentare

Do

06

Nov

2014

Laos

Nach einer herzlichen Verabschiedung von Eka, die uns wie „Papa“ verabschiedete, indem Sie solange winkend auf der Straße stand bis wir um die Ecke bogen. Ein Stück Heimatgefühl kam auf. Wir starteten den wahrscheinlich heftigsten Transfer unserer Reise. Zuerst ging es 1 Std. mit dem Bus zum Flughafen Denpasar. Von hier aus ging es zuerst rd. 2,5 Stunden nach Singapur, wo wir nun rd. 8,5 Stunden auf unseren Anschlussflug warten mussten. Der Flughafen machte uns die Wartezeit aber sehr leicht. In diesem Flughafen-Komplex gab es nichts, was es nicht gibt. Bislang der beste Flughafen, den wir gesehen haben. Von Singapur ging es 1,5 Stunden weiter nach Bangkok. Nun war es Mitternacht und unser nächster Flug nach Vientiane ging erst um 9:45 Uhr, somit noch einmal eine Wartezeit von rd. 9,5 Stunden um dann um 11:00 Uhr in Vientiane anzukommen. Und das alles um einen günstigen Transfer zu haben. Wäre er auch gewesen, wenn wir nicht leider bei der Buchung von zwei Flügen vergessen hätten Gepäck aufzugeben und wir dafür knapp die Hälfte des eigentlichen Flugpreises nachzahlen mussten. Diese kleinen Patzer nehmen wir mittlerweile einfach hin. ;-)

 

Wir haben erst einmal 5 Tage in Vientiane verbracht. Vientiane ist für eine Hauptstadt sehr ruhig. Nicht nur der Verkehr (kein Hupen, kein Drängen) sondern auch die Menschen lassen es alles etwas ruhiger angehen. Im Vergleich zu Indonesien sind die Menschen etwas zurückhaltender, was zuerst einen ignoranten Eindruck verlieh, aber auf dem zweiten Blick erscheinen die Menschen sehr offen, freundlich und hilfsbereit. Unsere erste Bleibe war ein Backpacker Hotel, wo die Zimmer recht grenzwertig waren und die Gäste etwas spezieller ;-) So verweilten viele Ur-Backpacker (>45 Jahre) dort. Wir entschlossen gleich schlafen zu gehen, da wir in den letzten 36 Stunden nicht viel davon bekommen hatten. Doch wir wurden von einem Franzosen abgefangen. Er war Ski-Lehrer und stoned. Dadurch verzögerte sich unser eigentliches Vorhaben um einige Stunden, aber es war sehr amüsant. Am nächsten Tag haben wir uns ein neues Hotel gesucht, was sich als richtige Entscheidung herausstellte. Für nur 1 Euro am Tag mehr hatten wir bessere Zimmer und sogar Frühstück inbegriffen. Danach machten wir uns auf zur vietnamesischen Botschaft um ein Visum zu beantragen. Dies war der eigentliche Grund für unseren langen Aufenthalt in Vientiane. Wahrscheinlich war am Abend etwas zu viel Rausch vom Franzosen auf uns übergeschwappt. Laut Tafel waren wir eine halbe Stunde zu spät an der Botschaft. Eine Stunde Pause. Wir haben die Wartezeit im Park verbracht und sind dann wieder zur Botschaft um nun festzustellen, dass die Botschaft beim ersten Versuch doch geöffnet hatte und nun noch 2 Stunden geschlossen hat. Haben auf eine falsche Tafel geschaut. ;-) Alle guten Dinge sind drei. Die Beantragung war recht einfach nur leider mussten wir eine Expressvariante wählen, die mal wieder mehr kostete. Auch den Zeitraum für Vietnam mussten wir festlegen. Wir hatten uns entschieden die Aufenthaltsdauer in den asiatischen Ländern etwas zu kürzen. Daher beantragten wir das Visum bereits für Mitte Oktober. Dies stellte sich im Nachhinein als Fehler heraus, da Laos unsere Erwartungen übertroffen hat. Neben Sightseeing haben wir durch den Kauf von Tageskarten ein Fitness-Studio mit Sauna und Spa besucht, um Sport stärker in den Alltag unserer Reise einzubauen. Das Studio war 4 km von unserem Hotel entfernt und um das Sportprogramm noch etwas auszudehnen, liehen wir uns Fahrräder aus. Teilweise nutzten wir das Studio so intensiv, dass der Heimweg nur noch mit letzter Kraft möglich war. Auch haben wir hier eine neue Art der Massage kennengelernt. Als wir uns ausgezogen hatten und uns gerade hinlegen wollten, kamen die Masseurinnen und schauten uns total erschrocken und entsetzt an. Da sie kein Wort Englisch sprachen, deuteten sie nur mit den Fingern auf einen Art Schlafanzug. ;-) Die erste Massage mit Klamotten, aber dafür wieder totales Gequatschte. Haben uns vorgenommen, uns zukünftig nur noch mit Ohrenstöpsel massieren zu lassen.

 

Während unseres Aufenthalts in Vientiane endete die buddhistische Fastenzeit, sowie die Regenzeit. Hierzu finden auf dem Mekong Ruderbootsrennen und eine Mischung zwischen Flohmarkt und Kirmes am Ufer statt. Dort reihen sich große Verkaufsstände aneinander und man hat das Gefühl, nur der Stand mit der stärksten Musikanlage gewinnt. Man kann sein eigenes Wort nicht verstehen, dafür aber einige Schnäppchen machen. So hatte René ein Beerlao-Poloshirt für 2 Euro erworben und freute sich tierisch, dass er nun Größe XL trägt. Dies musste natürlich gefeiert werden und wir genossen das ein oder andere Beerlao in einer Bar am Flussufer und ließen uns später mit einem Tuck-Tuck zum Hotel fahren. Schon bei der Auswahl des Tuk-Tuks meinte Steffi: „Lass mit diesem Fahrer verhandeln. Er sieht aus, als könne er das Geld gut gebrauchen.“ Sein Tuk-Tuk machte den gleichen Eindruck. Als wir am Hotel ankamen, gab dieses dann auch den Geist auf. Während wir uns Gedanken machten, schien der Fahrer es gewohnt zu sein und nahm das Tuk Tuk genau vor unserem Hotel auseinander.

 

Wir haben uns nun häufig an den Straßenständen und auf Märkten unser Abendessen zusammengestellt. Hierbei haben wir verschiedene Dinge ausprobiert, ohne uns darüber Gedanken zu machen. Auch Fleisch gehörte dazu. Das schmeckte auch alles ganz gut. Nachdem wir jedoch an einem Nachmittag zufällig gesehen haben, wie unser Lieblingsstand genau gegenüber von unserem Hotel das Fleisch zubereitete, verging uns der Appetit. In der Mittagssonne bereitete ein Mann das rohe Fleisch zu, dieses war umgeben von hunderten Fliegen, die es auf das Fleisch abgesehen hatten. Von dort an war Fleisch erst einmal von unserer Speisekarte gestrichen.

 

Mit dem Visum für Vietnam in der Tasche machten wir uns auf den Weg nach Vang Vieng. Es ging bereits um 8 Uhr los und da Vang Vieng nicht weit entfernt war, war die Fahrt auch recht angenehm. Zwar etwas holprig aber dafür wurde die Landschaft immer unberührter und schöner. Am Busbahnhof angekommen, machten wir uns zu Fuß auf den Weg zum Hotel. Wir suchten uns nun immer ein Hotel im Vorfeld aus, welches uns bei Booking.com o. ä. gefällt und schauen uns dieses dann vor Ort an und verhandeln dann auch vor Ort. Zum Glück sagte uns bereits das erste Hotel zu und wir entkamen nur knapp einer heftigen Naturdusche. Innerhalb von Minuten schüttete es wie aus Eimern und dann war alles vorbei und die Sonne strahlte wieder. Das kennen wir in diesem Maße nicht aus Deutschland.

 

Als wir die Speisekarte des Hotels öffneten, freuten wir uns riesig. Es gab Baguettes mit Käse. Wir bestellten diese gleich und versuchten unsere Erwartungen etwas zu zügeln. Wir konnten uns nicht vorstellen, dass es nach 5 Wochen tatsächlich leckere Baguettes mit vernünftigem Käse geben würde. Wahrscheinlich wieder Toast mit Schmierkäse und hier nennen Sie es einfach nur Baguette. Aber unsere Erwartungen wurden übertroffen. Baguettes mit Gauda und sogar Mayonnaise. Richtig lecker, was für ein Traum. Zwei Stunden später bestellten wir gleich noch zwei Stück ;-)

 

Vang Vieng ist umgeben von Regenwald und Karstgesteinen. Das ist richtig schön anzusehen, besonders wenn die Wolken an den Hängen entlang gleiten und die Sonne dahinter untergeht. Vang Vieng ist ein kleiner Durchgangsort mit gerade mal 25.000 Einwohnern. Er gilt als Ort für ausgelassene Party- und „Tubing“-Exzesse. Unter „Tubing“ versteht man, dass Flussabwärts treiben auf einem aufgeblasenen Autoreifenschlauch. Hierbei sind sogar bereits mehrere Menschen im Rausch ertrunken, da die Strömung des Flusses unterschätzt wurde. Zwischen unserem Hotel und Zentrum befand sich eine riesige asphaltierte Strecke auf der nichts gebaut wurde. Später stellte sich heraus, dass es sich hierbei um einen Flughafen der Amerikaner im Vietnamkrieg handelte.

 

Wir beschlossen, am ersten Abend unseren Aufenthalt zu planen. 3 Übernachtungen hatten wir gebucht und diese mussten mit Programm gefüllt werden. Wir entschieden uns gegen Tubing und gegen die kompletten Tagestouren und wählten eine halbtägige Kajaktour. Mit der Kajaktour ging es auch am nächsten Morgen los, gleich nachdem wir unser neu liebgewonnenes Käse-Baguette genossen hatten. Wir hatten echtes Glück, da sonst niemand an diesem Tag die Kajaktour gebucht hatte. So ging es nach einer Minute Einweisung mit unserem Guide zusammen aufs Wasser. Kurz schien es so, als ob wir uns bei dieser Tour die Köpfe einschlagen würden. René gab hinter Steffi Anweisungen doch Steffi paddelte was das Zeug hielt ganz frei nach ihrem Sinn. So kam es auf jeden Fall René vor. Dabei hatte Steffi einfach nur ständig Rechts mit Links verwechselt und glaubte, sich an seine Anweisungen zu halten - wie sich später erst herausstellte. Doch für René tat Steffi immer genau das Gegenteil. René wurde etwas forscher und meinte: „Schatz, warum kannst du nicht einfach mal das tun was ich sage?“ Steffi verstand nur Bahnhof und erwiderte hektisch: „Das mache ich doch, jetzt hör auf zu diskutieren und paddel, sonst setzen wir gleich auf.“ Der Fluss wurde immer schneller. René schrie: „So wie du paddelst werden wir definitiv auf Grund laufen!“ Da war es auch schon passiert, aufgesetzt. Wir schafften es aber relativ schnell, das Kajak wieder auf Kurs zu bringen und das gleiche Spiel ging von vorne los. René: „Schatz, erst rechts dann links“. Steffi: „René, dass mache ich doch!  Jetzt höre bitte auf, mich die ganze Zeit zu kommandieren! So macht es keinen Spaß! Du kannst gleich alleine paddeln und ich schaue mir die Landschaft an. Schau, erst rechts... ohhh, jetzt weiß ich wo der Fehler liegt. Falsches Rechts. Sorry! Jetzt aber...“ zu spät, das zweite mal aufgesetzt. Unser Guide lachte sich halb tot, aber als wir dann wussten wo der Fehler lag, klappte es gut. Die Landschaft auf der Stecke entlang des Flusses war einfach nur atemberaubend schön. Etwas Vergleichbares haben wir bislang in live noch nicht gesehen. Das Gefühl konnte man mit dem ersten Mal Grand Canyon damals in den USA vergleichen. Links und Rechts am Flussufer befanden sich Bars mit Anlegestellen für Kayaks und vor allem für die Tubes. Diese waren jedoch alle kaum besucht. An einer Tubing-Bar haben wir einen Stopp eingelegt und konnten andere Kayaktruppen beobachten.

 

Nach ca. 2,5 Stunden war alles vorbei und wir kehrten glücklich ins Hotel zurück. Beim Abendessen haben wir 3 interessante Menschen kennengelernt. Ein deutsches Pärchen und ein Österreicher. Die haben sich jeweils ein Quad gekauft und erkunden nun damit das Land. Sie planen sogar, damit über die Grenzen zu fahren. Jedoch hatten Sie auch schon mehrere Pannen beheben müssen und erzählten uns die sehr interessanten Stories. Das Angebot, Abends noch zusammen in eine Bar am Fluss zu fahren, nahmen wir spontan an. Auf den Quads zur Bar zu fahren machte richtigen Spaß, so dass wir kurz überlegten, uns auch welche zu besorgen. Haben die Idee aber schnell wieder fallen lassen. Die Bar lag sehr abgelegen und war nur durch eine alte, wackelige Holzbrücke zu erreichen. Irgendwie scheint hier in der Nebensaison nicht viel los zu sein. Wir waren die Einzigen und hatten somit Hängematten und das Lagerfeuer für uns alleine. Was will man mehr? Es war ein lustiger und netter Abend und wir sind wieder gut im Hotel angekommen. Sie boten uns an, uns am nächsten Tag zur „Blue Lagune“ mit zu nehmen. Am nächsten Morgen haben die 3 jedoch länger geschlafen und wir haben entschlossen, mit Fahrrädern zur Blue Lagune zu fahren. Steffi hatte noch eine bleibende Erinnerung vom Vorabend. Sie wurde von Außen durch die Hängematte inkl. Hose von Mücken attackiert. Ihr Hintern (der als Einziges nicht mit Antimückencreme behandelt wurde) ähnelte dadurch der Landschaft von Vang Vieng. Gezählte 14 Stiche! Die Blue Lagune liegt 7 Kilometer von unserem Hotel entfernt und ist eine kleine Badebucht. Wir liehen uns 2 Citybikes mit Körbchen aus, die nur halb so viel kosteten wie 2 Mountainbikes. Also insgesamt 2 Euro gespart. Wie teuer war ein Citybike? ;-) Nach 1 Kilometer merkten wir, dass vom Gelände her wir lieber die Mountainbikes genommen hätten. Vom Sattel her waren wir jedoch froh, dass wir die Citybikes hatten. Die Strecke war landschaftlich sehr schön und wir fuhren an mehreren Höhlen, Bauernhöfen und kleinen Dörfern vorbei. Auf halber Strecke kam ein Junge, der gerade im Fluss spielte, auf uns zu. Er schrie „Foto, Foto, Foto“. Wir machten ein Foto. Dann schrie er „Money, Money, Money“. Auf einmal verstanden wir kein englisch mehr und machten uns schnell vom Acker. Die kleinen Kinder bekommen früh beigebracht, wofür Touristen gut sind. An der Blue Lagune angekommen, war sofort Eintritt fällig, obwohl wir auf dem Weg dorthin auch schon Wegezoll zahlen mussten. Der Wegezoll muss nur von Nichtlaoten bezahlt werden. Hier wird längst umgesetzt, was in Deutschland noch diskutiert wird. Der Bereich der Lagune bestand aus Cabanas, einer größeren Rasenfläche, einem Verkaufsstand und einem natürlichen Wasserbecken mit ca. 4 Metern Tiefe. Dort konnte man auf einen Baum klettern und direkt ins Wasser springen, oder sich wie Tarzan an Seilen ins Wasser schwingen. Auch Wasserschaukeln waren dort. Nice place.

 

Nun stand der Bus-Transfer nach Luang Prabang auf dem Plan. Luang Prabang war bis zur Abschaffung der Monarchie die Königsstadt in Laos und zählt heute noch als Kulturhauptstadt. Weiterhin gehört die Stadt zu einer der Lieblingsstädten von Johanna, unserer Weltreisepatin, daher war die Vorfreude und die Erwartung recht hoch. Die Fahrt von Vang Vieng war in Summe eigentlich ganz angenehm. Es gab kleinere Dinge, über die wir mittlerweile nur noch lachen. Eine Frau hat sich mehrfach im Bus übergeben und bei einer Rast es nicht bis zur Toilette geschafft. Sie pflasterte den Weg zum Mittagssnack mit allerlei Köstlichkeiten und der Geruch regte den Hunger richtig an. Keinem scheint dies gestört zu haben, so blieb auch alles dort liegen, wo es war. Spannender war jedoch, dass neben uns in der Reihe ein Mensch mit voraussichtlich chinesischen Wurzeln saß, der ungelogen alle 30 Sekunden die Nase mit aller Kraft hoch zog. Dies war so laut, dass René dies trotz relativ lauter Kopfhörer noch gut hören konnte. Auch den Schleim mit voller Lautstärke und Kraft aus dem Halsbereich an die Erdoberfläche zu katapultieren scheint vor Ort niemand zu stören. Anfangs haben wir uns darüber noch aufgeregt. Mittlerweile macht es uns fast nichts mehr aus. Scheint somit ganz normal zu sein, da hilft auch kein böser und angewiderter Blick. Auch die Landschaft in Richtung Luang Prabang kann sich sehen lassen. In Luang Prabang am Bushof angekommen, waren es ca. 3 Kilometer bis zum geplanten Hotel. Wir ließen uns nicht auf den Preis der Tuk-Tuk Fahrer ein und immer mehr Leute wurden weggekarrt, bis wir mit drei weiteren Leuten alleine dort standen. Dann bekamen wir auf einmal die Zusage, den Transfer zu unserem Preis zu erhalten. So waren wir und die dreisten Drei dann diejenigen, die im Vergleich zum Rest nur die Hälfte bezahlen mussten. Davon durften die Hochpreiskunden natürlich nichts wissen. Im Hotel bzw. Hostel angekommen, haben wir erstmalig erlebt, dass ein Hotel ausgebucht war. Aber René hätte nicht gut schlafen können, wenn er nicht mindestens noch 2 Alternativen im Ärmel gehabt hätte. Das nächste Gästehaus war gerade mal 100 Meter hiervon entfernt. Dort sind wir dann auch für die gesamte Zeit in der Stadt abgestiegen. Hier haben wir gemerkt, dass die wahre preisliche Schmerzgrenze immer dann erreicht ist, wenn man sich kurz vor Ausschecken dann doch noch nach Rücksprache mit dem Chef auf unseren Preis einlässt. René findet, dass er hierbei noch viel von Steffi lernen kann. Beim Verhandeln kennt Sie keine Gnade und Sie gewinnt fast ausschließlich. René hätte an der ein oder anderen Stelle längst eingeschlagen, da fing es für Steffi erst richtig an. J Dennoch ist sie im Nachgang davon überzeugt, dass der ein oder andere noch etwas mehr Nachlass gegeben hätte.

 

Direkt zu Beginn haben wir einen glücklichen Zeitpunkt erwischt. Da das Ende der buddhistischen Fastenzeit war, ließen die Einwohner von Luang Prabang und auch Touristen eines Abends kleine Blumenboote mit Kerzen auf dem Mekong schwimmen. Teilweise wurden auch größere Boote mit vielen Kerzen schwimmen gelassen. Auch wurden massenhaft brennende Laternen steigen lassen. Diese sind wegen Brandgefahr mittlerweile in Deutschland verboten. In Laos aber noch lange nicht. So störte es auch Niemanden, als sich mehrere Laternen in Bäumen verfingen um später komplett brennend in die Menschenansammlungen zu stürzen. Dabei kamen René Heimatgedanken an ein schönes Erlebnis in der Eifel zum Jahreswechsel. Kleiner Insider muss auch mal sein J. Daher besorgten wir direkt auch eine Laterne. Soll Glück bringen. Der Himmel sah später so aus, als hätten sich neue Sterne gebildet. Einfach schön.

 

Unsere Erwartungen an diese Stadt wurden übertroffen. Die Atmosphäre ist geprägt durch Ruhe und Besinnlichkeit. Es gibt viele schöne Cafes, Restaurants und Geschäfte. Auch der Nachtmarkt hat eine sehr angenehme Atmosphäre. Dort kann man sich in der Essensgasse für 1 Euro an vielseitigen Buffets satt essen, leckeren Kuchen genießen, in Bars einfach die Leute beobachten oder sich allerlei handgefertigte, schöne Dinge kaufen. Luang Prabang hat uns das Feeling einer Weltreise gegeben, wonach wir gesucht haben. Die Sicht auf Dinge ändert sich bei uns Beiden. Unser Erfahrungsschatz scheint sich intensiv zu erweitern, nur bekommen wir das nicht mit. Wir lernen auch immer mehr das zu schätzen, was wir zu hause haben und was uns so weit weg einfach fehlt.

 

Bei einer fußläufigen Erkundungstour haben wir verschiedene Dinge besichtigt. Darunter war auch ein Fußabdruck von Buddha, der sich in einer kleinen Versenkung befand. Eines ist uns nun klar. Buddha muss sehr groß gewesen sein. Wir hatten uns vorgenommen, den bei Touristen und Einheimischen sehr beliebten Kuang-Si-Wasserfall eigentlich mit dem Fahrrad zu besichtigen. Das sind 30 Kilometer für die einfache Strecke. Als wir nicht damit rechneten und uns ein Tuk-Tuk Fahrer ein sehr gutes Angebot machte, so dass wir individuell entscheiden konnten, was wir uns anschauen und wie lange wir vor Ort sind, haben wir zugeschlagen. Letztendlich waren wir auch froh über diese Entscheidung. Diesen Weg hätten wir mit dem Fahrrad ohne lange Rehabilitationsphase von mindestens 2 Tagen nicht überstanden. Der Ausflug war sehr schön und wir haben den ganzen Tag am Wasserfall verbracht. Das war bislang der größte und schönste Wasserfall, den wir gesehen haben.

 

Eines Morgens hieß es für uns „früh aufstehen“, damit wir den Almosengang der buddhistischen Mönche beobachten konnten. Dieser findet täglich um 05:45 Uhr statt. Die Einheimischen und teilweise auch Touristen knien am Straßenrand mit Essen (überwiegend Reis) und warten auf die Mönche, die in Reihe dort vorbei gehen und die Almosen empfangen. Buddhistische Mönche müssen nach sehr strengen Regeln leben und in jeglicher Form enthaltsam sein. Dies vor allem auch bei materiellen Bedürfnissen. Sie dürfen z. B. kein Geld besitzen um sich Essen zu kaufen. Das gesammelte Essen muss weiterhin von den Mönchen spätestens bis 12 Uhr verspeist sein, da der Glaube es verbietet dies später zu verzehren. Neben den tollen Bildern, die sich uns hierbei boten war sehr bemerkenswert, dass am Straßenrand teilweise auch betende Einheimische knieten und sich ein leeres Behältnis vor ihnen befand. Als die Mönche dort vorbei liefen, gaben sie einen Teil der gesammelten Almosen in die Behältnisse der Armen.

 

Wir haben eine Führung in einer „Living Land Farm“ gebucht, da wir uns dafür interessiert haben, wie das Grundnahrungsmittel der Asiaten hergestellt wird. Diese Veranstaltung stellte sich als absoluter Glücksgriff heraus. Die Gruppe bestand aus einem sehr netten Guide, einem Ehepaar aus UK fast im Rentenalter und uns. Direkt mit Bambushüten ausgestattet wurde uns zunächst erklärt, wie aus den geernteten Reiskörnern der Samen für die Zucht ausgewählt wird. Dazu wird ein Behälter mit Wasser so lange mit Salz angereichert, bis ein Ei darauf schwimmen kann. Dann werden die Samen in das Wasser gegeben und diejenigen, die oben schwimmen sind für die Saat nicht geeignet. Der gute Samen wird dann mit klarem Wasser abgewaschen. Der schlechte Samen wird als Tierfutter verwendet. Da auf den Reisfeldern auch viele Ratten und Schlangen, Krebse etc. unterwegs sind, zeigte uns der Guide, wie die Tiere mit fast schon historischen Fallen gefangen werden. Alle oben genannten Tiere werden dann zusammen mit Reis gegessen. Der gewählte Samen wird in ein separates Feld gepflanzt, damit Setzlinge entstehen. Als nächsten Schritt wird ein Feld für die Saat vorbereitet. Dazu helfen ein Wasserbulle und ein Pflug. Wir konnten mal eine Runde mit dem Bullen drehen und merkten direkt, dass dies sehr harte Arbeit ist. Wir steckten knietief im Schlamm. Im nächsten Schritt haben wir die Setzlinge gepflanzt, die immer mit 25 cm Abstand per Hand gepflanzt werden. Vorbei an den verschiedenen Wachstumsphasen konnten wir dann den Reis ernten. Dort mussten wir immer aufpassen, wo wir mit unseren blanken Füßen lang gingen. In einem Fußstapfloch befand sich ein gemeiner Krebs, in dieses Steffi um haaresbreite getreten wäre. Der Reis wird in Laos in der Regel 2x im Jahr geerntet. Der geerntete Reis wird nach 2 Tagen Trocknung ausgeschlagen und anschließend vom Boden aufgesammelt. Ein Teil wird gegessen und ein weiterer Teil gilt für die nächste Ernte als Saatgut. Mit einem Stampfer wird der gesammelte Reis von der Hülle geöffnet und über Siebtechniken voneinander getrennt. Das Korn wird dann im Wasser aufgelöst, bevor es dann in einem Bambuskorb ca. eine halbe Stunde unter Wasserdampf gekocht wird. Fertig.

 

Während der Fertigung entstehen Abfallprodukte, die aber kein Abfall sind. So wird beispielsweise das Wasser, in dem der Reis aufgelöst wird als Shampoo genutzt. Zum Abschluss gab es ein Essen mit Reisprodukten und dazu gab es Reiswein. Als Exkurs haben wir Saft frisch aus Zuckerrohr gepresst. Es war alles super lecker und wir fuhren mit einem tollen Gefühl zurück zum Hotel.

 

Direkt für den nächsten Tag hatten wir einen inhaltlich umfangreichen 2 Tagestrip inkl. Übernachtung in einem Bergdorf gebucht. Wir versprachen uns vor allem viel vom bevorstehenden Besuch eines Bergdorfes, wo die Bewohner noch größtenteils ohne Strom sehr ursprünglich lebten. Der erste Tag begann mit einer  einstündigen Elefantentour. Hierbei saßen wir zunächst auf einer Art Bank aus Holz auf dem Rücken des Elefanten. Der Guide saß im Nacken und hat den Elefanten mit seinen Füßen an dessen Ohren gesteuert. Nach ca. 50 Metern ist der Guide abgestiegen und Steffi durfte sich in den Nacken setzen. Es ging sogar durch einen Fluss und der Guide ließ den Elefanten und uns alleine, indem er am Flussufer ziemlich weit entfernt neben uns her lief. Die Elefantendame schien so erfahren zu sein, dass Sie von alleine den Weg laufen konnte. René hat Steffi daher mit gutem Gewissen in den Glauben gelassen, dass Sie den Elefanten nun eigenständig steuert. Zum Schluss setzte sich René in den Nacken des Elefanten und machte auf die letzten Meter fast noch einen Abflug. Das Sitzen im Nacken des Elefanten soll gekonnt sein. Nach einer kurzen Pause ging es mit einem kleinen Boot, welches fast unterging als wir drin saßen, auf die andere Seite eines Flusses. Das Trekking begann. Nur wir und unser Guide. Es ging über selbst angelegte Brücken (ein Stamm zum Gehen, ein weiterer Stamm als eine Art Handlauf). Unser Guide gab uns zu Beginn noch jeweils 1,5 Liter Wasser, was unser Gepäck nicht gerade leichter werden ließ. Es ging zunächst überwiegend durch Reisfelder und vorbei an Kalksteinbergen. Es war ein wenig schade, dass unser Guide nicht wirklich gut Englisch sprach, was wiederum aber auch sehr lustig wurde. René stellte immer Fragen und bekam Antworten, die nicht passten. Aus Höflichkeit sagte René jedoch immer „OK!...?“ Steffi hatte bereits abgeschaltet und quälte sich bei brütender Hitze durch den Wald. Immer mit der Angst, es könnte irgendwo ein Tier lauern. Die Wanderung war sehr anstrengend. Es ging 4 Stunden lang nur bergauf und bergab. Dort waren teilweise so heftige Steigungen drin, dass in Verbindung mit der Temperatur sogar unser Guide mehrfach eine Pause einlegen musste. Und der war gerade einmal Anfang 20 J. Am Gipfel angelangt, hat unsere Schweißproduktion den absoluten Höhepunkt erreicht. Die Aussichten waren dafür aber einfach wundervoll. Wir machten teilweise Halt in Bergdörfern, die wirklich winzig waren. Hühner und Schweine liefen frei herum und alle Bauten bestanden ausschließlich aus Bambus. Dann war es soweit und wir erreichten ein Hmong-Dorf, in diesem wir auch die Nacht verbrachten. Unser Schlafbereich befand sich in einer Bambushütte und bestand aus einem Moskitonetz und zwei dünnen (max. 4 cm dicken), durchgelegenen Matratzen. Das war es. Wir hatten etwas Freizeit und René wollte die Public-Dusche (2 Duschen mit Leitungswasser für das ganze Dorf) nutzen. Bereits hier merkten wir, dass die Menschen dort nicht wirklich zugänglich, freundlich und neugierig sind. Man hatte das Gefühl, dort nicht willkommen, sondern gerade so geduldet zu sein. Hier scheinen wohl häufiger Touristen aufzuschlagen und die Einheimischen sind daher ggf. bereits davon genervt. Obwohl René ganz offensichtlich an der öffentlichen Dorfdusche wartete, da dort eine Frau noch sich und ihre komplette Kleidung reinigte, kam eine sichtlich schlecht gelaunte Frau an und drängte sich einfach vor. Das war uns dann zu blöd und wir nutzten die Touri-Dusche. Das war ein Raum, wo ein Wasserbecken und eine Kelle vorhanden waren. Kaltes Wasser natürlich. Das war ungewohnt, aber es funktionierte. Unser Guide war die gesamte Zeit mit der Zubereitung unseres Essens an einer Feuerstelle beschäftigt, so dass ein offizieller Rundgang durch das Dorf erst am nächsten Tag durchgeführt wurde. Wir gingen eine Runde durch das Dorf. Die Kinder waren uns gegenüber sehr aufgeschlossen. Die Erwachsenen eher nicht. Wir fühlten uns sehr unwohl. Wir lernten noch eine nette Familie aus Amerika (Touristen natürlich) kennen mit dieser wir uns nett unterhielten. Das Abendessen war sehr viel und auch sehr lecker und von unserem Guide zubereitet. Das hätten wir gerne mal beobachtet. ;-) Es war bereits dunkel und wir hatten nur eine kleine Kerze erhalten, da abends kein Strom vorhanden ist. Daher war für uns auch nach dem Essen Bettzeit angesagt. Es waren gerade einmal 19 Uhr, aber was sollten wir sonst machen?! René inspizierte erstmal unsere Hütte, da Steffi sich sonst geweigert hätte, diese zu betreten. Er sprang direkt wieder heraus, da ihm irgendetwas entgegen flog. Gleichzeitig entdeckte er eine Kakerlake. Er machte das Moskitonetz dicht und beschloss, dass wir einfach alles außerhalb des Netzes ignorieren. Steffi machte sich vor Angst fast in die Hose. Zu hause läuft Steffi bereits vor der kleinsten Spinne weg. Dies ist nun eine andere Liga. In unseren Inlays eingepackt, lagen wir da und lauschten dem Regen. Regen? Nein, es waren Insekten, die ununterbrochen gegen unsere Hütte flogen, so dass es sich wie Regen anhörte. Die Matratze war hart, die Luftfeuchtigkeit hoch. Wir sind mindestens 10x in der Nacht wach geworden. Jedes mal als wir wach wurden, hofften wir: „Lass die Nacht bitte vorbei sein!“ Das war schon sehr abenteuerlich, müssen wir aber nicht unbedingt nochmal erleben J Am nächsten Tag machten wir mit dem Guide einen Rundgang durch das Dorf. Das einzig Interessante war die Schule, in dieser die Kinder gerade Unterricht hatten, ansonsten machte das Dorf den gleichen Eindruck wie am Vortag. Dies war sehr schade, da wir uns mehr darunter erhofft haben. Dann ging es 1,5 Stunden durch sehr dichten Dschungel. Diesmal war es aber nicht so anstrengend. Ziel war der Tad-Sae-Wasserfall. Wenn man aber den Kuang-Si-Wasserfall bereits kennt, dann ist dieser wirklich nicht spannend. Die Besonderheit hier war, dass man dort mit einem Elefanten schwimmen konnte. Haben wir aber nicht gemacht. Zum Abschluss stand eine Kayakfahrt auf dem Programm. Diese dauerte 2 Stunden und war richtig heftig. Die Strömungen des Nam Khan Flusses waren teilweise so wechselhaft, dass wir nur mit großer Anstrengung voran kamen. Steffi musste öfter mal pausieren, wobei René dann alleine alles geben musste. Durch die Anstrengung verloren wir auch den Spaß daran und hofften auf ein baldiges Ende der Tour. Als es dann vorbei war, freuten wir uns riesig auf unser Hotel und die Erholung, die wir dringend brauchten. Am nächsten Tag stand ein 24-Stunden-Transfer nach Vietnam mit dem Bus an. Was wir da  erlebt haben, erfahrt ihr im nächsten Blog. Kurz bevor wir mit einem weinenden Auge Laos verließen, bekamen wir die tolle Nachricht, dass uns Freunde in Thailand besuchen kommen. Sofort waren wir wieder happy :-) 

 

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Fr

10

Okt

2014

Ubud

Die Überfahrt nach Bali und der Transfer nach Ubud war eine lange Angelegenheit, wobei wir das ein oder andere Mal gut über den Tisch gezogen wurden. Darauf wollen wir nicht weiter eingehen, da wir das schnell aus unserem Gedächtnis streichen wollen ;)

 

 

Aber Ubud hat dies mit seiner bezaubernden Atmosphäre schnell wieder Wett gemacht. Ubud ist ein kleines, romantisches Städtchen, das schöne Boutiquen, nette Restaurants und Bars zu bieten hat; umgeben von super schönen Feldern und Reisterrassen erscheint uns Bali von einer ganz neuen Seite. Ubud ist bekannt für sein Kunsthandwerk, das überwiegend aus Schnitzereien besteht. Diese haben uns sehr gut gefallen. Leider hat unser Rucksack keinen Platz für all die schönen Dinge. Wir haben uns gleich richtig Wohl gefühlt und entschlossen, Bali von hier aus zu erkunden. Nachdem unsere erste Unterkunft nicht für einen längeren Aufenthalt geeignet war, machten wir uns auf die Suche nach einem anderen Hotel und hatten gleich richtiges Glück.

 

Die Familenunterkunft „Puri Asri 2“ hat schöne, kleine Bungalows, umgeben von einem schönen Garten. Wir konnten den Zimmerpreis soweit herunter handeln, dass der Verlust durch die Abzocke beim Transfer schnell wieder rein geholt wurde. Steffi hatte hierbei mit Erfolg ihren eisernen Willen walten lassen. Da konnte sogar die Chefin letztendlich nur zustimmen und wir buchten daraufhin 11 Übernachtungen. Es stellte sich gleich heraus, dass diese Unterkunft außergewöhnlich war. Das tägliche, umfangreiche und abwechslungsreiche Frühstück wurde immer auf die eigene Terrasse gebracht. Jeden Abend stellten sie eine Räucherkerze gegen Mücken vor unsere Tür. Aber das wirklich Besondere war die herzliche und liebevolle Gastgeberin „Eka“ (hier geschrieben wie gesprochen ;). Sie war sehr aufmerksam und gab uns sehr authentisch das Gefühl, dass Sie sich immer gefreut hat, uns zu sehen. Wie eine Mutti frug Sie uns immer, wie wir geschlafen haben, was wir für den Tag geplant haben, gab uns hilfreiche Tipps und abends frug Sie uns, wie unser Tag denn war etc.. Als wir Sie an einem Tag gefragt haben, wie es Ihr gehen würde, erzählte Sie uns, dass Sie gerade etwas im Stress sei, weil die hauseigene hinduistische Zeremonie vorbereitet werden muss. Direkt im nächsten Satz bot Sie uns an, dass wenn wir Lust hätten, wir an der Zeremonie zusammen mit Ihrer Familie teilnehmen könnten. Wir hatten zwar bereits einen Surfkurs für diesen Tag gebucht, wollten das nette Angebot aber nicht ausschlagen und sagten kurzerhand zu. Obwohl René sich im Vorfeld über die asiatischen Benimmregeln informiert hat und wir von diesem Zeitpunkt an die Schuhe vor Betreten von Gasthäusern ausgezogen haben, Steffi keine Träger-T-Shirts, oder knappe Hosen ohne Diskussion mehr tragen durfte und René von nun an den Zusatz „Sittenwächter“ trägt, wussten wir nicht, was wir zur Zeremonie tragen sollten. Damit René wieder gut schlafen konnte, haben wir Eka gefragt was wir denn anziehen sollen. Sie meinte direkt, wir sollen uns keine Sorgen machen. Ihre Angestellten würden uns am Tag der Zeremonie einkleiden. Und so kam es auch. Steffi bekam einen Sarong mit passender Bluse und Hüftband. René bekam einen Sarong mit passender Kopfbedeckung. Zu unserer Überraschung waren wir die einzigen Gäste, die an dieser Zeremonie teilnahmen. Wir haben eigentlich damit gerechnet, dass auch weitere Gäste daran teilnehmen würden. Eka hat sich trotz ihrer Aufgaben im Rahmen der Zeremonie rührend um uns gekümmert. Die Zeremonie wird zweimal im Jahr nach dem balinesischen Kalender (1 Monat = 35 Tage) in der hauseigenen Tempelanlage abgehalten, wobei ein hinduistischer Priester vor Ort die Zeremonie leitet. Die Tempelanlage war in allen Teilen reich mit Opfergaben bestückt (Obst, Kuchen, Blumen, Reis, Geld usw.). Nach ca. 2 Stunden war die beeindruckende Zeremonie vorbei und Eka lud uns noch zum gemeinsamen Essen mit der Familie ein. Es gab balinesisches Essen, das wirklich lecker war und das wir erstmalig standesgemäß mit den Fingern aßen. Dies war ein sehr besonderes Erlebnis.

 

Ein Roller ist in Indonesien das Hauptverkehrsmittel und wir hätten uns vorher nie vorstellen können, wofür er alles verwendet wird. Kind, Vater, Kind, Mutter und ein Baby auf den Schultern geschnürt fahren auf einem einzigen Roller. Er wird zur fahrbaren Küche, Taxi, Zoohandlung, Zigarettenautomat, Viehtransporter (lebendig oder tot), Handyladen und als Lastenfahrzeug umfunktioniert. Dabei sind nach Oben und zur Seite hin keine Grenzen gesetzt. Einfach nicht vorstellbar, wenn man es nicht selber gesehen hat. Eka vermittelte uns jeweils einen Roller, den wir für die Dauer unseres Aufenthaltes sehr günstig nutzen konnten (€ 2,50/Roller/Tag). Wir nutzten die Roller, um Bali zu erkunden, da wir keine Lust mehr auf geführte Touren haben. Wir haben uns entschlossen nur noch an geführten Touren, die wir selber nicht durchführen können teilzunehmen. Der Linksverkehr war zunächst eine Umstellung. Nach kurzer Zeit haben wir uns jedoch daran gewöhnt und uns die Eigenarten der Balinesen im Verkehr schnell angewöhnt. Hupen was das Zeug hält und achte nur auf das was vor dir passiert und nicht hinter dir. Bei einem kleinen Auffahrunfall fühlte sich ein Mädchen direkt schuldig, obwohl Steffi ohne zu blinken einfach links abrupt anhielt. Das ein oder andere Mal fuhren wir auch aus Gewohnheit auf der rechten Seite, was aber keinen wirklichen Aufruhr bewirkte, da hier häufiger jemand als Geisterfahrer unterwegs ist. Wir fuhren zu Reisterrassen, die wirklich schön anzusehen sind. Wir fuhren an vielen kleinen Dörfern vorbei und schauten uns Bali fern der Touristenzentren an. Wir besuchten den Tanah Lot Tempel, der ca. 32 Kilometer von unserem Bungalow entfernt war. Das Besondere an diesem Tempel ist, dass er auf einem Felsvorsprung im Meer liegt. Bei Flut ist er komplett von Wasser umgeben. Wir haben den Echo-Beach besucht, wo wir die ersten Surfer gesehen haben. Diese konnten richtig gut surfen, so dass es mächtig Spaß gemacht hat, ihnen dabei zu zusehen. Die Wellen waren richtig hoch. Als wir ins Wasser gegangen sind, haben wir erlebt, wie stark die Kraft des Meeres sein kann. Steffi hat sogar Panik bekommen. Man merkt sehr intensiv, wie die Strömung jemanden packt, unter Wasser drückt und hinaus zieht. Leider konnte Steffi nicht wie geplant einen Surfkurs auf Bali machen, da Sie wieder Schmerzen im Knie hatte. Wir haben uns verschiedene, traditionelle Tanzvorführungen angeschaut, die an Tempeln oder Palästen stattgefunden haben. Diese waren sehr spirituell und für uns teilweise schwer nach zu vollziehen. Beim sogenannten Feuertanz (Kecak) ist zum Ende hin ein Tänzer über brennende Kokosnussschalen gelaufen und hat diese mit seinen blanken Füßen in Richtung des Publikums geschossen. Wir haben an einer geführten Mountainbike-Tour mit Start am Batur-Vulkan teilgenommen, wobei wir zuvor eine Kaffeeplantage besucht haben und dort zum ersten Mal „Luwak“-Kaffee probiert haben. Die Kaffeebohnen werden einer Schleichkatzenart (Fleckenmusang) als Nahrung zugeführt und diese scheidet die Kaffeebohnen unverdaut wieder aus. Diese Kaffeebohnen werden dann eingesammelt, gereinigt und dann geröstet. Der Kaffee schmeckte sehr gut, da er auch sehr aromatisch war. Zum direkten Vergleich haben wir Bali-Kaffee bekommen. Hier war im Vorhinein klar, welcher besser abschneiden würde. Ein Stopp der Tour war bei einer balinesischen Familie, die unter sehr ärmlichen Verhältnissen leben musste. Es war schwer einzuschätzen, ob es sich hierbei um eine tatsächliche Situation, oder eine inszenierte Touristenattraktion handelte. Bei der Rückfahrt, als alle bereits an deren Hotel abgesetzt wurden, versuchte der Fahrer unser Interesse an der Herstellung von Silberschmuck zu wecken. Irgendwie müssen wir etwas ausstrahlen J

 

Wir haben ein Spa besucht, da dieser super günstige Preise hatte und dort gleichzeitig Haarschnitte angeboten wurden. René wollte die Unfeinheiten aus der Abschiedsfeier-Aktion durch einen erneuten radikalen Kurzhaarschnitt korrigieren lassen. Da es sich hierbei um die einfachste Frisur ever, ever, ever handelt, hatten wir keinerlei Bedenken. Steffi wollte sich parallel die Augenbrauen zupfen lassen. Die Massage war richtig schlecht. Die Mädchen unterhielten sich währenddessen laufend. Steffi´s Masseurin verließ dauernd den Raum und telefonierte sogar zwischendurch. Krönend kam hinzu, dass sie immer den Vorhang offen ließ und man von außen einen tollen Einblick hatte. Als Steffi es irgendwann bemerkte, da sie schauen wollte wo die Masseurin nun schon wieder aushing, warf Steffi ihr nur einen bösen Blick zu. Aber das sollte noch nicht alles sein. René saß inzwischen im vorderen Raum und bekam die Haare geschnitten. Als Steffi René sah, wusste sie nicht, ob sie lachen oder weinen soll. René sah aus wie ein gerupftes Huhn. So fühlte sich René auch, da der Rasierer die Haare eher heraus riss als sie zu schneiden. Steffi entschied spontan, sich dort auf keinen Fall ihre Augenbraun zupfen zu lassen. Sie erklärte der Frau höflich, dass es sich erledigt hat. Selbst eine weitere Kundin musste über René´s Frisur lachen und versuchte Steffi aufzuheitern. „It´s a special Bali Haircut“. Nachdem die Frau nach ein paar Minuten René als fertig deklariert hat, verging auch ihm das Lachen. „Schatz, nimm dir mal bitte die Schere und schneide du mir noch etwas die Haare – Sie kann doch unmöglich fertig sein“. Die Frau erkannte, dass es René nicht gefiel und versuchte ihr Bestes mit der Schere. Aber es klappte nicht und René bekam letztendlich einen Preisnachlass. Steffi korrigierte im Hotel das Gröbste mit einer Nagelschere.

 

Ein Erlebnis war auch der Besuch des Monkey Forest, der nur 5 Minuten von unserem Bungalow entfernt lag. Hierbei handelt es sich um ein Waldstück, in diesem sich Affen frei aufhalten. Eka hat uns extra Bananen mitgegeben, damit die Affen „netter“ zu uns sind. Es war richtig funny! Nicht nur die Affen an sich, sondern auch René im Umgang mit den Affen. Er hatte bereits im Vorfeld mehrfach geäußert, dass man denen nicht über den Weg trauen sollte. Er hatte sich auf Youtube hierzu schon Videos angeschaut... Vor Ort kam er dann so richtig ins Schwitzen. Selbst bei den kleineren Affen kam Panik bei ihm auf. Steffi dagegen hatte mächtigen Spaß mit den kleinen Affen. Aber auch Sie hatte teilweise großen Respekt vor den großen Äffchen ;) Die Bedenken von René haben sich teilweise bestätigt, da Steffi direkt zu Beginn von einem kleinen Affen gebissen wurde. Doch Steffi behauptet, er wollte nur spielen J Steckt man seine Hände in die Hosentasche, so denken die Affen man würde etwas verstecken und springen an einem hoch. Sie versuchen alles zu klauen, was nur geht. Unsere Bananen waren sofort weg. Richtig süß waren die kleineren Affen. Während die alten Affen schlafend im Weg herumlagen, spielten die kleinen mit Geldmünzen, Trinkflaschen und manche kauten sogar Kaugummi. Sie gingen in einem Fluss baden, sprangen von Lianen aus in den Fluss und tauchten um die Wette. Besonderen Spaß hatten sie bei weiblichen Menschen an deren Oberweite. Wahrscheinlich glaubten Sie, dass sich unter dem Oberteil etwas Essbares versteckt J

 

Zum Abschluss noch eine lustige Geschichte, damit Ihr wisst, wie René im Urlaubsmodus unterwegs ist J

 

Als wir die Roller gerade 10 Minuten ausgeliehen hatten und bereits unterwegs waren, meinte René: „Wir sollten uns eincremen! – Misst, wo ist unser Rucksack?“. René zieht daraufhin seinen Helm an, diesen jedoch verkehrt herum. Er schaut Steffi mit einem dummen Gesichtsausdruck an, und fragt: „Habe ich den Helm falsch an?“. Steffi nickt nur uns sagt: „Fahr vorsichtig“. Steffi betet, dass der Rucksack nicht weg ist, da dort alle wichtigen Dokumente drin waren. Zum Glück hat eine Frau den Rucksack zu sich genommen, die gerade auf der Straße Gemüse geschnitten hatte. Dann kommen wir von unserer Rollertour zurück und holen unsere Kleidung von der Laundry ab. René stellt die Tüte mit den Klamotten zwischen seinen Beinen auf dem Roller ab, da er der bessere Fahrer von uns ist. Wir wollten auf dem Bürgersteig parken und mussten dafür eine Bordsteinrampe hoch fahren. Steffi zuerst und dann macht sich René auf dem Weg. Als er immer noch nicht bei Steffi ist, schaut Sie sich um und denkt: „Das darf doch jetzt wohl nicht wahr sein!“. Unsere Kleidung liegt auf dem Boden verteilt und René und ein Mann rufen im Wechsel „Oh noo“, „Oh noooo“, Oh noooooo“. Zuerst ist René die Brille herunter gefallen „Oh noo“ und dann wurde er nervös und dann ist das Paket mit den Klamotten herunter gefallen und aufgeplatzt „Oh noooo“ und dann mit dem Roller drüber gefahren „Oh noooooo“. Als Steffi ankam, lagen all ihre Unterhosen auf dem Boden verteilt. Das war, was Steffi zuerst sah. René hatte wieder seinen dummen Gesichtsausdruck drauf und der Mann lachte verlegen...

 

Nun ist unser erster Monat vorbei. Wir müssen feststellen, dass es doch ein ganz anderes Reisen ist, als man es von vorher gewohnt war. Wir bezeichnen den 1. Monat als Eingewöhnungs- und Erholungsphase in der wir uns komplett umstellen mussten. Zu Beginn waren wir noch sehr urlaubsreif, so dass uns bestimmte Situationen einfach nur stressig vorkamen. Mitterweile können wir jedoch einen 30-Stunden-Transfer inkl. 3 verschiedener Flüge genießen. Nun verlassen wir unser erstes Land und begeben uns in Richtung Laos.

 

Indonesien zeigte sich als ein Inselstaat, in dem die Religion eine wesentliche Rolle in der Gesellschaft spielt. Auf Java dominiert der Islam und die Muezzine rufen in regelmäßigen Abständen durch Lautsprecher zum Gebet und die Menschen laufen daraufhin mit ihrem Gebetsteppich in die Moscheen. Auch haben die Menschen sich entsprechend gekleidet. Trotz der Hitze, wurde kaum Haut gezeigt. Auf Bali hingegen dominiert der Hinduismus und die Menschen gehen tagtäglich ihren Ritualen nach, z. B. indem Sie Opfergaben in Form von Reis aber auch Zigaretten, Süßigkeiten und Getränke dekoriert mit Blumen und Räucherstäbchen vor ihre Haustüren legen. Auch hier wird regelmäßig zum Gebet gerufen. Noch nie wurde uns so deutlich, wie Stark sich das Leben am Glauben der Menschen orientiert und wie sehr dies in unserer Heimat verloren gegangen ist. Sofern die Menschen nicht im Tourismus unterwegs waren und durchweg versucht haben, uns das Geld aus der Tasche zu ziehen, sind sie uns gegenüber ausnahmslos sehr freundlich, nett und hilfsbereit gewesen. Wir haben in diesem Monat gemerkt, dass wir nicht die Backpacker sind, die das „schnelle“ Reisen bevorzugen. Das ist uns zu stressig. Wir lassen es langsamer angehen. Auch sind wir mit über 30 bereits sehr festgefahren und verwöhnt was unsere Ansprüche betrifft. Beispielsweise legen wir hohen Wert auf unsere Unterkunft. Im Vorfeld dachten wir, ach was brauchen wir ein schönes Zimmer, wenn wir doch das Meer direkt vor der Tür haben aber leider ist dies nicht so. Es muss uns von der Sauberkeit aber auch vom Erscheinungsbild zusagen und das sind leider nicht die Budget-Unterkünfte (bis 10 Euro/Zimmer/Nacht).

 

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So

28

Sep

2014

Lovina und Gili Meno

Wir haben auf Bali mit Lovina begonnen, da dieser Ort im Norden der Insel das genaue Gegenstück zu Kuta (Touristenhochburg) sein soll und wir endlich das Meer sehen wollten. Lovina ist tatsächlich sehr ruhig, aber auch nicht besonders schön. Wir haben direkt am 1. Tag unser Hotel gewechselt, da dies preislich nicht in unserem Budget lag und die vom Hotel uns auch nicht wirklich im Preis entgegen kommen wollten. Wir schauten uns ein Hotel direkt daneben an. Das kostete nur die Hälfte und er versprach uns einen Pool. „Lets have a look“ meinten wir... Wir gingen vorbei an Bungalows, die im Rohbau waren, aber dennoch nicht wie Neubauten aussahen. Es befanden sich keine Leute auf der Anlage und dann kam der Pool. Die reinste Drecksbrühe!! Er meinte, er würde ihn sauber machen und morgen könnten wir schwimmen. Dabei fiel Steffi auf, dass seine kompletten Hände mit zum Teil offenen Eiterblasen übersäht waren. Beim Gedanken, dass er uns das Frühstück zubereitet ...

 

 

Das Hotel direkt daneben war OK. Wir mussten zwar auf Warmwasser verzichten, aber es gibt Schlimmeres bei gefühlten 30 Grad im Schatten ;-) Danach konnten wir endlich zum Strand. Am Strand angekommen, wurden wir regelrecht von Händlern überrannt. Bereits beim Betreten des Strandes ging es los und als wir uns hinsetzten, standen sie sogar Schlange (kein Scherz). War der eine mit seiner Taktik fertig kam der Zweite, Dritte und dann hat es uns gereicht und wir haben alle nur noch mit einem „No, thank you“ abgewiesen. Von einer Massage über Delphin-Tour, Ketten, Obst, Sarongs etc. wurde uns so Manches angeboten. Einige Händler haben wir garnicht mehr angesehen, daher keine Ahnung was sie uns verkaufen wollten ... vielleicht eine Haftpflichtversicherung? ;-) Einige erzählten uns sogar ihre Lebensgeschichte und dass es am Strandabschnitt konkurrenztechnisch heiß her gehen würde. Jeder darf nur mit einem bestimmten Produkt am Strand auf seinen Laden aufmerksam machen oder eine Dienstleistung anbieten, sonst gibt es zwischen den Damen/Herren Ärger. Als Steffi zur einer Frau meinte, sie würde morgen wegen einer Maniküre vorbei kommen, bekam sie direkt einen Rüffel von einer anderen Frau nach dem Motto – Wieso gehst du zu ihr? Ich habe dich doch zuerst angesprochen ... Wir haben festgestellt, dass die Händler noch aufdringlicher sind, desto weniger Touristen vorhanden sind. Wäre Kuta vielleicht doch besser gewesen?

 

Am nächsten Tag beschlossen wir auf eigene Faust einen Wasserfall anzusehen. Wir wollten einfach mal der Touristen–Mafia entfliehen und selber entscheiden, wie lange wir uns den Wasserfall anschauen. Gesagt ... getan. Wir machten uns zu Fuß auf den Weg, da wir kein Fahrrad auftreiben konnten, das in Steffis Budget passte. Wir hatten die Koordinaten aus TripAdvisor in unser Navi eingegeben. Wir waren in richtiger Stimmung „I´m walking down the street“ und sahen viele schöne Dinge und zum ersten Mal wirkte alles so „real“ also nicht touristisch. Fast alle Leute grüßten uns, egal welches Alter und dieses Mal wollten sie uns nichts andrehen, sondern waren einfach nur freundlich. Wir halfen einem Mann, der von einer riesigen Palme Kokosnüsse mit einer Sichel herab schlug, als diese auf die Straße fielen. Er hing an dieser Palme wie ein kleiner Affe ohne Sicherung. Beeindruckend.

 

Nachdem wir stundenlang in der Mittagssonne gewandert sind und der eingegebene Navigationspunkt schon erreicht war, konnte uns keiner sagen, wo sich dieser Wasserfall befindet. Da Niemand hier Englisch sprach, versuchten wir es mit der Polizei. Wir waren bestimmt schon 10 km gewandert und eigentlich müsste der Wasserfall schon längst erreicht sein. Zum Glück verstand uns die Polizei und leider waren wir von unserem Wasserfall 20 km entfernt und ein anderer Wasserfall mit dem Namen „Gitgit“ befindet sich 15 km in die andere Richtung. Wir beschlossen aufzugeben und mit einem „Bemo“ zu fahren (für 100.000 Rp/6,50 €). Der Wasserfall war richtig schön anzusehen und das Wasser war sehr kalt. Genau das was wir in diesem Moment brauchten. Es waren auch nicht viele Touristen da; mit uns noch drei Jungs.

 

Als wir uns auf den Heimweg machten, wussten wir, dass wir nicht den kompletten Weg laufen können, aber wir wollten etwas Strecke hinter uns lassen damit wir nicht so viel bezahlen müssen. Prompt hielten auch schon Rollerfahrer und boten uns die Rückfahrt an. Einer wollte gleich 500.000 Rp. Wir dankten ab und wanderten weiter. Schließlich hielt ein Mann mit einem Roller an und bot für fast die gleiche Strecke 100.000 Rp. Wir überlegten kurz, da wir uns hierdurch trennen würden. Einer fährt mit bei diesem Mann und der andere von uns auf dem Roller seines Freundes. Wir machten es und es war super. Sie fuhren extra wegen Steffi etwas langsamer und nach einer ca. halben Stunde waren wir im Hotel. Fix und Fertig ;-)

 

Für den Transfer zur Gili-Insel „Meno“ hatten wir zunächst eine Zusage von einem Hotelangestellten, dass dessen Freund uns für 375.000 Rp direkt auf die Insel bringt. Dies haben wir zwei Tage vor der Abreise durch seine Kollegin bestätigen lassen. René hatte jedoch dabei ein schlechtes Gefühl, da die Kollegin den Anschein machte, als ob sie keine Ahnung von dem hatte, was sie da tat. Dies hatte sich dann leider bestätigt, so dass am Vortag der Abreise um 21 Uhr ein weiterer Hotelbediensteter den besagten Ansprechpartner nicht erreicht hatte und der Transport für uns einfach nicht gebucht wurde. Unser ausgedrücktes Unverständnis hat auch nichts gebracht. So mussten wir um 21 Uhr für den Folgetag unseren Transfer organisieren L Wir sind zu einem Laden hin, der den gleichen Preis angeboten hatte. Jedoch stellte sich dies als Lockvogelangebot heraus und wir mussten dann pro Person 425.000 Rp berappen. Weiterhin wurde unsere Wunschinsel nicht direkt angefahren, obwohl dies so ausgeschildert war. Da wir so kurzfristig aber keine Alternativen hatten, ging es also erstmal zur Nachbarinsel Gili „Air“. Es gibt 3 verschiedene Gili-Inseln. Gili-Trawangan ist die größte und eine Backpacker-Partyinsel. Gili-Air soll so ein „Mittelding“ sein. Die kleinste Insel Gili-Meno ist der Ruhepol unter den 3 Inseln.

 

Wir sind also von unserem Hotel aus zunächst mit dem Auto nach Amed gebracht worden, von wo aus das Schnellboot abgelegt hat. Die Fahrt mit dem Schnellboot war heftig. Teilweise hatte man durch den starken Seegang und die Geschwindigkeit des Bootes das Gefühl, als wäre man auf einer Wildwasserbahn. Die Wellen waren teilweise so stark, dass der Bootsführer das Ruder einfach los gelassen hat und das Boot einfach hat machen lassen. Steffi hatte Pech mit Ihrem Sitzplatz, denn genau Ihr Fenster war undicht und nach 1 Minute Fahrt lief das Wasser kontinuierlich vom Fenster in den Sitzplatz von Steffi. Auch unsere Rucksäcke sind richtig nass geworden. Auf Gili-Air angekommen, wollten wir uns zunächst hier für eine Unterkunft umsehen. Auf allen Gili-Inseln sind keine motorisierten Fahrzeuge zugelassen. Dort werden jedoch sogenannte Ferraris angeboten. Das sind Mini-Pferdekutschen. Die Hotelsuche war sehr unbefriedigend, da sehr teuer und der Spaziergang in der Mittagssonne mit vollem Gepäck richtig anstrengend war. Als wir es aufgegeben haben, auf Gili-Air eine Bleibe an einem schönen Strandabschnitt zu finden, die uns zusagt, waren wir am anderen Ende der Insel angekommen. Das bedeutete, den ganzen Weg nochmal zurück wandern bis zur Haltestelle der Shuttleboote. Auch diese Überfahrt war sehr abenteuerlich. Zwar war das Boot um einiges langsamer als das Schnellboot, jedoch hatte man hierbei immer das Gefühl, dass es kurz vorm Kentern war. Gili-Meno stellte sich als eine Insel heraus, wie wir es uns vorgestellt hatten. Der Strand erinnert an die Karibik-Insel Aruba und das Hotel (nur durch einen Sandweg zu erreichen) war einfach super. Aber auch recht teuer, umgerechnet über 50 €/Nacht. Aber jetzt haben wir das Meer genau vor uns und sogar eine Hängematte J Dort konnte man in Cabanas essen, von denen aus man einen traumhaften Blick aufs Meer und die Nachbarinseln hatte. Die Insel war so klein, dass wir diese in ca. 90 Minuten gemütlich zu Fuß komplett umrundet hatten.

 

Somit hielt sich besonders unser Abendprogramm in Grenzen. Unsere Hotel-Boys haben sich bemüht, diesen dennoch sehr nett zu gestalten. Während des Abendessens haben sie für die wenigen Gäste Gitarre gespielt und gesungen: „Welcome to the Hotel of (GILI MENO) California“ von den Eagels.

 

An einen der 5 Tage haben wir an einer Schnorcheltour teilgenommen. Als es zum ersten mal ins Wasser ging, kam wieder ein „Super“ Auftritt von René. Er hat sich beim Aufstieg auf das Deck zunächst den Kopf gestoßen. Dann auf dem Deck angekommen, hat er das Gleichgewicht verloren und sich auf den Hintern gesetzt. Ist dann schnell ins Wasser gesprungen und hat zu guter Letzt direkt beim Sprung ins Wasser den Schnorchel verloren, so dass dieser auf dem Schiffsfrack landete, dass wir uns zu Beginn anschauen konnten. Zum Glück hat René diese Schnorcheltour überstanden. Steffi bestand jedoch darauf, dass er eine Schwimmweste trägt ;) (Sie hatte natürlich längst eine an). Zum ersten mal konnten wir hautnah Korallenriffe und die dazugehörigen bunten Fische bestaunen. Weiterhin ging es zu einer Korallenwand, die steil in die Tiefen des Meeres abfiel. Dort haben wir die erste große freilebende Wasserschildkröte gesehen, der wir dann ein Stück hinterher geschwommen sind. Darauf hin wurden wir an einer Stelle ins Wasser gelassen, an der sich viele Wasserschildkröten aufhalten. Wir beobachteten eine große Schildkröte, die eine Zeit lang am Meeresgrund lag. Nachdem wir unsere Runde gedreht hatten und bei dieser Schildkröte wieder ankamen müsste sie auftauchen um Luft zu holen. Wir konnten beobachten, wie sie immer Näher auf uns zu schwamm. Dann war sie so nah, dass wir sie hätten anfassen können. Sie holte dreimal tief Luft und legte sich anschließend wieder auf den Grund des Meeres. Ein tolles Erlebnis! Als wir aus dem Boot ausgestiegen sind, haben wir gleich eine wütende Ansage vom Bootsführer erhalten. Wir sollten gefälligst sofort ein neues Schnorchel besorgen. Er versuchte durch eine gewisse Aggressivität uns unter Druck zu setzen, da wir auch kein Geld dabei hatten. René hat dies darauf hin besorgt und dafür 2/3 des gesamten Schnorcheltourpreises auf den Tisch gelegt. Ärgerlich ;-)

 

Nach fünf ruhigen Tagen auf der Insel ging es dann wieder Richtung Bali mit dem Ziel: Ubud.

 

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So

21

Sep

2014

Die restlichen Tage auf Java

 

Die erste Nacht im bladok losmen (ohne Ekel) war super und endlich wieder eine warme Dusche. Yogyakarta wirkt auf den ersten Blick touristischer als Jakarta und somit fühlten wir uns auch sicherer. Unsere Unterkunft lag an der JL Sosrowijayan direkt als Nebenstraße an der Jalan Malioboro, worauf sich als Hauptstraße das wesentliche Geschehen abspielte. Die Straßen sind voll mit Rikschas, Motorrollern, Warungs (Essenstände), und typischen Marktständen. Man fühlt sich, als wäre man auf einem riesigen Flohmarkt.

 

 

Wir haben gleich am ersten Tag eine Rikscha zum Kraton (Sultanpalast von Yogyakarta) genommen. Für ca. 3 km haben wir umgerechnet € 1,60 bezahlt. Steffi hatte Mitleid mit dem Fahrer, der sich den ganzen Weg abstrampeln musste. Deshalb haben wir ihm später ein kleines Trinkgeld gegeben, was eigentlich nicht üblich ist. Da alles auf Bahasa Indonesia erklärt wurde, war die Anlage zwar schön anzusehen und die Musikvorführung interessant, aber nicht weiter erwähnenswert. Auf dem Rückweg wurden wir direkt von einem älteren Mann angesprochen, der uns eine Tour durch sein Viertel angeboten hat. Das wahre Leben der Einwohner in Yogyakarta wollte er uns zeigen. Nach der bisherigen Erfahrung haben wir dankend abgelehnt. Dennoch hat er uns angeboten, uns auf den schnellsten Weg zur Hauptstraße zu führen. Und obwohl wir uns einen Tag vorher geschworen hatten, niemanden mehr zu folgen, befanden wir uns just mitten in einer Führung. Er führte uns durch sehr schmale Gassen, erzählte uns wie die Menschen hier leben und zeigte uns ein Haus, vor dem viele Käfige mit allerlei Vögel zu sehen waren. Die Hütten waren sehr klein - manch Kellerraum von uns ist größer - in den Gassen spielten Kinder, oder alte zerbrechliche Damen bereiteten Essen vor. Steffi, die immer noch nicht den Kulturschock überwunden hat, witterte in jeder Ecke Gefahr. Er brachte uns aber sicher zur Hauptstraße wo wir ihm abschließend ein kleines Trinkgeld gaben. Wir brauchen wohlmöglich noch etwas Zeit, um uns auf die neuen Situationen einlassen zu können. Unser Bauchgefühl sagt im Moment: Achtung das ist bestimmt ein Trick, um uns abzuzocken ;-)

 

Unser erster Einkauf auf einem Markt war gleich für uns, aber vielmehr für die Verkäuferinnen ein großer Erfolg. Steffi hat sich zuerst ein Sarong gekauft und es von 40.000 Rp auf 25.000 Rp herunter gehandelt. Steffi war sichtlich begeistert über ihren Erfolg. Sie kaufte noch einen Rock und René eine lange Hose - damit wir nicht immer so touristisch aussehen :-) Steffi handelte bei jedem Stück und wir dachten nur, was für ein Schnäppchen. Aber an der Reaktion der Verkäuferinnen merkten wir, dass wir wahrscheinlich viel zu viel dafür bezahlt haben. Sie lachten und jubelten und freuten sich riesig mit uns ein Geschäft gemacht zu haben. Kurz dachten wir „Mist“ aber dann freuten wir uns mit den Mädels darüber, dass Sie sich so freuen über ein paar Euros. Einfach herrlich diese Freude der Menschen zu sehen. Man hat das Gefühl, etwas richtig Gutes gemacht zu haben und dabei haben wir 3 Kleidungsstücke für ca. € 7,00 gekauft.

 

Später haben wir auf der Jalan Malioboro einem traditionellen Orchester zugehört und dem Treiben auf der Straße zugeschaut. Nach kurzer Zeit gesellte sich ein merkwürdiger Typ zu uns. Man sah keinerlei Pupillen und er nuschelte René die ganze Zeit etwas unverständliches ins Ohr und starrte uns beide im Wechsel an. Steffi, die versuchte, nicht wieder gleich Gefahr zu sehen, schaute sich weiterhin das Orchester an. Dann sprang Sie plötzlich wie von einer Tarantel gestochen auf und meinte nur, „wir müssen gehen“. Sie hatte ein Zeichen von einer Dame im Orchester bekommen, die uns darauf hingewiesen hat, dass irgendetwas mit diesem Typen nicht stimmen würde.  So haben wir uns schnell vom Acker gemacht. Es ist nicht einfach, das richtige Bauchgefühl für eine Person zu bekommen. Das müssen wir wohl noch lernen.

 

Bereits in der Nacht des folgenden Tages sind wir um 3 Uhr aufgestanden, um unsere Tour zum bedeutenden buddhistischen Tempel „Borobudur“ anzutreten. Die Tour startete so früh, da wir den Tempel bei Sonnenaufgang von einem Berg aus bewundern wollten. Leider war vom Sonnenaufgang nichts zu sehen, da zu viele Wolken am Himmel waren. So blieb es im Wesentlichen bei einer kleinen Nachtwanderung. Der Borobudur Tempel war sehr sehenswert und beeindruckte durch die Reliefs, die buddhistische Lehre und Erzählungen wiedergeben. Außerdem sind dort 432 Buddha-Statuen (teilweise ohne Kopf) vorhanden. 72 weitere Buddhas sind in den sogenannten Stupas (Glocken) versteckt. Dann ging es zum größten hinduistischen Tempel auf Java, den „Prambanan“. Leider wurde durch ein Erdbeben in 2006 der Tempelkomplex stark beschädigt, so dass die Anlage noch nicht komplett wiederhergestellt ist. Trotzdem auch sehr sehenswert und kaum vorstellbar, wie gigantisch die Anlage ist, wenn alle Ruinen wieder aufgebaut sind.

 

Die nächsten Tage sind wir etwas ruhiger angegangen. Wir haben zum ersten mal unsere Sachen zur Laundry (Reinigung) gebracht, waren im Pool schwimmen und haben ein Festival am Wasserschloss besucht. Dort waren hunderte Menschen und mit uns vielleicht 5 Touristen. Eine Band hat gespielt und eine Art Schattentheater wurde vorgeführt. Wir haben eine traditionelle javanische Massage (2 Std. für gerade einmal € 12,50) genossen. Von Genießen konnte während der Massage für René keine Rede sein. Je softer Steffi behandelt wurde, desto stärker schien die Druckmassage bei René gewesen zu sein. Auch haben wir im Rahmen der Behandlung erstmalig eine Ohrenkerze bekommen. Wir wussten aber nicht, was dahinter steckt. Die Masseurin zeigte Steffi das Ergebnis und Steffi verstand nur Bahnhof. Als das andere Ohr an der Reihe war, musste sich Steffi richtig zusammenreißen, um nicht los zu lachen. Sie hatte unvollständig verstanden „Today this is your ...“ und konnte sich nicht vorstellen, dass die Frau Steffi´s Ohrenschmalz gemeint hat und auch noch fragt, ob sie ihren Ohrenschmalz mit nach Hause nehmen möchte. Im Nachhinein war es tatsächlich so, dass man mit einer Ohrenkerze das Ohr reinigt und die Masseurin wohl wirklich angeboten hat, dass wir unseren Ohrenschmalz als Andenken mitnehmen J

 

Auch haben wir uns das erste mal an das Essen eines Straßenstandes heran getraut. Dieses war super günstig (<1 Euro) und das leckerste Essen, was wir bislang auf der Insel hatten.

 

Unsere letzte Sehenswürdigkeit auf Java war der aktive Vulkan „Bromo“. Die Fahrt dort hin im unklimatisierten Bus dauerte rd. 13 Stunden. Das war eine Höllentour. Unser Busfahrer überholte alles und jeden. Teilweise waren die Überholaktionen echt grenzwertig. Dafür konnten wir die Landschaften der Insel betrachten, die echt schön sind. Wir konnten aus nächster Nähe beobachten, wie sogar noch urtümliche Brandrodung betrieben wurde.

 

Mit 4 Stunden Verspätung um 23 Uhr sind wir am Berghotel angekommen. Das Hotel war die letzte Absteige. Auch hier wurde wieder der Fokus auf den Sonnenaufgang gelegt, so dass wir um 4 Uhr los ziehen mussten. Wir wanderten zunächst eine längere Strecke in absoluter Dunkelheit durch Sand auf ebener Fläche. Dann begann die Steigung. Der Geruch nach Schwefel wurde für uns unerträglich. Unsere Atemschutzmasken, die wir uns zuvor extra gekauft hatten, schienen nutzlos zu sein. Es lag ein sehr feiner Staub in der Luft. Auf dieser Höhe (ca. 2300 m) wurde die Luft so dünn, dass uns ziemlich schnell die Puste ausging. Bei René wurde es sogar so schlimm, dass er sich beinahe übergeben hätte. Wir haben es dennoch bis zum Krater geschafft. Der Anblick war überwältigend. Man konnte es richtig brodeln hören und Qualm stieg kontinuierlich aus dem ziemlich breiten Loch.

 

Unser Frühstückspaket haben wir nach der Besichtigung erhalten. Unser Hotel befand sich inmitten eines einheimischen Bergdorfes. Die übrig gebliebenen Käsescheiben vom Frühstück schenkte Steffi einer einheimischen, älteren Dame. Die Frau war zunächst misstrauig und beide rochen am Käse. Steffi versicherte durch „Daumen hoch“, dass alles damit in Ordnung sei. Die Freude war bei den Frauen überwältigend als sie merkten, dass mit dem Käse alles in Ordnung ist. Sie strahlten und bedankten sich mehrfach bei Steffi. Steffi hatte mit einer solchen Reaktion nicht gerechnet, aber dann wurde ihr wieder klar, wie arm doch diese Menschen sind und Kleinigkeiten für uns was Großes für sie ist. Steffi ärgerte sich danach sehr über die Touristen, die teilweise ihr komplettes Frühstückspaket unangerührt in den Mülleimer warfen. Es war in dieser Situation absolut unverständlich für uns, dass es Menschen gibt, welche die Armut unmittelbar vor sich haben und trotzdem so handeln.

 

Der Bus brachte uns später zur Fähre nach Bali.

 

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Mi

03

Sep

2014

Unser erster Blog

Nach einer 24-Stunden-Tour sind wir in unserem ersten Hotel schweißgebadet angekommen. Vom Flughafen aus ging es mit einem Bus nach Season City in Jakarta. René hat leider direkt am ersten Tag seinen Fakegeldbeutel im Bus liegen gelassen. Zu Fuß haben wir uns auf den Weg zum Hotel gemacht. Wir sind 2,5 Stunden durch diese krasse Gegend gelaufen, da wir die Entfernung unterschätzt und unser Hotel nicht gefunden haben. Auf dem ganzen Weg haben wir nicht einen einzigen Touristen gesehen. Nur Einheimische, überwiegend arme Menschen, 1000 motorisierte Zweiräder. Abgase ohne Ende. Der absolute Kulturschock. Viele Menschen dort leben in Hütten und wir haben Menschen gesehen, die sich im Fluss, der total verdreckt war, gewaschen haben. Und wir mittendrin. René hat sich nicht getraut sein Handy aus der Tasche zu nehmen, weshalb wir auch nicht immer wussten, wo wir gerade lang müssen. Zu Beginn wollte er ein Foto von einer Brücke aus schießen und wurde direkt von Kindern angebettelt. Wir wissen nicht, wovor wir mehr Angst gehabt haben; vor Überfällen, vor dem Verkehr oder am Schluss vor den Mücken. Als die Mücken kamen, hat René mir dieses heftige Mückenspray, das in Deutschland verboten ist (Deet 100), so stark auf die Hände gespritzt, dass einiges davon in meinem Mund landete. Erstmal Panik, da wir kein Wasser mehr hatten und dann standen wir auch noch an der Rezeption und waren klitsch nass. Die müssen auch gedacht haben... Im Nachhinein betrachtet, waren die Einheimischen aber alle freundlich. Vielleicht haben wir uns einfach zu viele Gedanken gemacht.

 

Jakarta zeigte sich am nächsten Tag von einer ganz anderen Seite. Wir besuchten den "Platz der Freiheit" (Medan Merdeka). Passt perfekt für unser Jahr in Freiheit ;-) Hier waren nun auch Touristen unterwegs und es wirkte alles viel sauberer.

 

Dann ging es mit der Bahn nach Yogyakarta. Anstrengender Trip, da wir die letzten zwei Tage nur im Flugzeug saßen und schwer bepackt durch die Straßen liefen. Wir sind erst in der Nacht in Yogyakarta angekommen und waren fix und fertig. Auch Ausschlafen war nicht möglich, da ab ca. 6:00 Uhr tausende, motorisierte Zweiräder an unserem "Guest House" vorbei rasten. Der Lärm war so laut, als wären keine Wände/Fester vorhanden. Steffi, meinte nur, "dass halte ich kein Jahr durch" ;-) Wir beschlossen, nun ein besseres Hotel zu suchen und länger in diesem zu bleiben. Die Erholung der letzten Monate ist erst einmal notwendig um alles Weitere besser genießen zu können. Wir suchten ein Hotel aus dem Lonely Planet heraus und hatten Glück. Für europäische Verhältnisse ein Schnäppchen: Idyllisch mit Pool und Balkon. Wir haben das Zimmer nun 5 Tage gebucht und machen erst einmal Erholungsurlaub ;) 

 

Heute, auf der Suche nach einer Badehose für René, hat uns ein Händler auf der Straße angesprochen und uns irgendetwas über eine Ausstellung erzählt, die nur noch heute stattfindet und völlig kostenlos sei. Er sagte, wir sollen Ihm folgen. Steffi dachte, er würde uns nur einen Flyer geben wollen und René dachte, er würde uns zeigen wollen, wo die Ausstellung stattfinden wird. Wir folgten ihm. Als wir in ein Gebäude gingen und dort Treppen steigen mussten, wurde Steffi schon kurz mulmig und musste an die Story von Samantha und Dominik in Ägypten denken. Aber dann war es auch schon zu spät. In dem Raum befanden sich "Batik"-Tücher, die auf Holzrahmen gespannt waren. Wir waren mitten in der Ausstellung und das vollkommen alleine. Wir signalisierten direkt, dass wir nichts kaufen möchten. Er meinte nur: "Schauen kostet nichts!" Ein anderer Mann brachte uns zwischenzeitlich Tee. Und auch der Tee kostete nichts. Richtig nett :) Auf die Rückfrage hin, was diese Tücher kosten, meinte er nur, dass diese sehr günstig seinen und alles Unikate. Aber einen Preis erfuhren wir nicht. Er erklärte uns erst einmal ganz ausführlich, wie solche Tücher gestaltet werden. Das war interessant. Wir wussten schon, worauf das Ganze abzielt. Haben aber den richtigen Zeitpunkt für einen Rückzug noch nicht gefunden. Stattdessen saßen wir dort und tranken Tee mit dem Hintergedanken "Hoffentlich keine Drogen ..." Dann begann die Verkaufsstrategie. Zunächst sollten wir unser Lieblingsbild aussuchen. Nun nannte er einen Preis von 180 US Dollar, wobei er bereits großzügige Rabatte vorgerechnet hat. Wir erklärten Ihm mehrfach, dass durch unsere Weltreise das Budget stark eingeschränkt sei. Dann sollten wir doch unseren Maximalpreis auf ein Stück Papier schreiben. Steffi schrieb 15 US Dollar auf (die wir eigentlich auch nicht ausgeben wollten). Er verschwand in einem Nebenraum und wir hörten nur Gelächter. René hatte sich bereits mit Pfefferspray bewaffnet :) Der Händler kam zurück und meinte, dass er unser Angebot nicht annehmen könne. Da müsste wohl noch eine Null hinter die 15 ... Als er uns ein weiteres Bild für die 15 US Dollar andrehen wollte, haben wir dem Treiben ein Ende bereitet und uns höflich vom Acker gemacht. Im Nachhinein war er sehr nett und immer höflich und nie forsch. Aber wir folgen Niemandem mehr ;) Das Ganze hat uns eine Stunde Urlaubszeit gekostet.

 

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Fr

18

Apr

2014

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